Lösemittelfreie Öl-/Öl-Wachs-Systeme

16.03.2009



Hallo!

Ich suche ein Öl für einen Dielenfußboden aus Fichte, welches keine Schicht bildet.
Laut diesem Artikel
http://www.parkett-naturnah.de/holzboeden/oberflaechenbehandlung.htm

... gibt es Hartöle die Filmbildend sind, was folgende Nachteile hat:
1. Hartöl-Wachs-Systeme hemmen die antibakteriellen Eigenschaften von Holz.
2. Die klimaausgleichenden Eigenschaften des Holzfußbodens werden von einem Hartöl-Wachs-System vermindert.
3. Hartöl-Wachs-Oberflächen fühlen sich beim Berühren nicht wie eine Holzoberfläche, sondern wie eine Kunststofffläche an.

Ich möchte aber ein Öl was keinen Film bildet und diese Eigenschaften erfüllt:
* Nicht filmbildende Öle und Wachse hemmen die antibakteriellen Eigenschaften von Holz nicht.
* Die klimaausgleichenden Eigenschaften des Holzfußbodens können durch die offenporige Oberfläche das Raumklima vorteilhaft beeinflussen.
* Nicht filmbildende Öl-/Öl-Wachs-Systeme vermitteln das Gefühl, dass man beim Berühren direkt die natürliche Holzoberfläche spürt.
* Öle und Wachse sind überwiegend auf der Basis natürlicher Rohstoffe hergestellt, sie sind geruchsneutral und enthalten keine oder nur minimale Mengen Lösungsmittel. Sie sind in der Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich.

Ich habe bei Möbeln Hartöl HNO von Zweihorn benutzt, aber dieses bildet glaube ich eben diesen Film, was ich bei Möbeln nicht schlimm finde, aber beim Fussboden nicht so gerne hätte.



Öl für Dielenfußboden aus Fichte...



Hallo ArtWooD,

es gibt Öle, die keine oder nur sehr geringe Mengen an Lösemittel haben. Allerdings würde ich dann sehr darauf achten, dass sie auch für Deine Anwendung abgestimmt sind und wirklich volldeklariert nur aus nicht modifizierten Naturölen bestehen.

Derzeit werden Lösemittel wegen Vorschriften und Umweltgedanken pauschal ins schlechte Licht gerückt. Das muss nicht sein, wenn man Lösemittel verwendet, die chemisch keine "Killer" sind. Dennoch geht der Trend zu lösemittelfreien Ölen - leider verbunden mit qualitativen, verarbeitungstechnischen oder chemischen Kompromissen.

Diese Öle dürfen dann nicht zuviel Trockner haben, sonst bleibt nicht die Zeit, die Faser zu sättigen und das Öl steht nur oberflächlich - bei zu fettem Auftrag kann sich dann auch eine Schicht bilden, die Dir dann keine Freude bereiten wird.

Normales Leinöl ist zu weich für den Boden. Es braucht auch Standöle und Naturharze. Naturharze brauchen aber eine Anlösung. Auf diese Harze würde ich nicht verzichten.

Es gibt eine Heißöltechnik mit der ein sehr lösemittelarmes Öl durch Hitze verdünnt wird und dadurch von der Holzfaser gut aufgenommen wird. Dazu braucht es eine spezielle Maschine.

Privat würde ich ein Parkettöl nehmen, das kalt verarbeitet werden kann. Es hat einen Lösemittelanteil von deutlich weniger als 40%. Das Lösemittel ist ein aromatenfreier Kohlenwasserstoff, Orangenschalenöl und Alkohol.

Gerne kann ich Dir auch mal Muster von Kaltöl, Heißöl und von einem Öl mit Weißpigmenten zuschicken - immer mit Volldeklaration.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Das Öl...



...von Zweihorn hat Wachsanteile.

Ich verarbeite ganz überwiegend und seit vielen Jahren das Heißöl von Natural, mit besten Ergebnissen auch im stark frequentiertem Bereich. Als high-solid-Öl hat es nur sehr wenig Lösemittel (Orangenschalenöl). Es hat keine Wachsanteile und auch weniger Harzanteile als viele andere Öle, somit ist es nicht schichtbildend.

So ganz geruchsneutral sind Öle aber generell nicht; einen gewissen Eigengeruch hat das Leinöl-Standöl schon, auch ohne Lösemittel. Der freilich verfliegt und wurde noch von keinem meiner Kunden als störend empfunden.

Der Knackpunkt bei dem Verfahren ist die Maschine, Du mußt eine Columbus Thermopad E430 ausleihen. Bei der Suche danach im Hessischen helfe ich gern (und natürlich bieten wir das Ölen auch gern als Komplettleistung an).

Gut Öl wünscht

Thomas



Öl..



Hallo Frank!

Danke für deine Antwort! Mich hat es auch etwas gewundert wie so ein Öl ganz ohne Lösemittel auskommen kann. In dem Artikel hab ich es so verstanden, als ob das Lösemittel für die Filmbildung verantwortlich ist. Das ist mir das wichtigste, dass der Boden keinen Film bekommt und dann das Holz wie bei Lack bedeckt ist.

Gerne würde ich dein Angebot annehmen! Jedoch brauche ich kein Öl mit weißen Pigmeten.

Kennst du die Produkte von Volvox ? Die haben ja angeblich auch ein Sigel bekommen für Kinderspielzeug tauglich zu sein :)



Lösemittel für Schichtbildung und EN71-3 Test für Kinderspielzeug bei Bodenöl



Hallo ArtWood,

gerne doch - an die Impressum-Adresse von Deiner Homepage?

Lösemittel schaffen keine Schichtbildung. Dafür sind modifizierte Öle, Wachs oder ein hoher Harzanteil verantwortlich.

Das Siegel für die Tauglichkeit von Kinderspielzeug ist der sogenannte Speichel- und Lecktest. Es dürfen keine Gefahrenstoffe aus dem beschichteten Teil migrieren. Dafür gibt es Grenzwerte - die aber relativ hoch sind.

Viele Chemiebuden können dieses Siegel für Produkte nachweisen - aber schau Dir mal den Testbericht von Natural genauer an. Es ist schon ein Unterschied, ob Du das so mit ach und krach schaffst oder ob es n i c h t s nachzuweisen gibt und Dein Produkt ausschließlich aus Naturrohstoffen besteht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Das sieht ja gut aus!



Hallo Frank!

Ja das mit diesen Grenzwerten ist immer so eine Sache der Definition. Wenn man möchte kann man jede Verunreinigung oder Abweichung wieder in den Grenzwert holen, indem man die Grenze einfach versetzt :)

Aber dein Test ist ja mehr als gut!
Es wäre super wenn du mir eine Probe an die Adresse die in meiner Homepage steht schicken könntest!



Dielenfußboden ölen



... und zwar mit kalt gepresstem rohem Leinöl aus nordischem Anbau (Skandinavien). Obwohl es keinerlei Lösemittel oder Aromate enthält, ist es sehr dünnflüssig. Deshalb dringt es tief ein und konserviert besonders gut. Leinöl bildet garantiert keinen Film und auch sonst keinerlei Schicht. Es betont die natürliche Maserung und kann jederzeit ohne An- oder Abschleifen nachgeölt werden. Geputzt wird am besten mit Leinölseife und warmem Wasser. Bei Beratungsbedarf einfach anrufen.

Ölige Grüße,
Peter



Denn...



...sei aber auch nicht verschwiegen, daß das Leinöl wesentlich länger zum trocknen braucht.

Unter "sehr dünnflüssig" bezeichne ich zudem etwas anderes als das, was hier vor mir aus dem Hause Leinölpro aus dem Tisch steht.

Der besonders gelbe Ton, den das Öl schon hat und der sich im Aushärten noch verstärkt, ist auf Eiche wohl egal, aber auf hellen Hölzern nur etwas für den besonderen Geschmack.

Wer nach Peter's Posting nun glaubt, noch etwas mehr sparen zu können und irgendein Leinöl (hier meine ich NICHT das Produkt von Ottoson bzw. Leinölpro) unbekannter Qualität auf seine Dielen kippt, könnte sich leicht einen penetrant ranzigen Gestank in's Haus holen. Auch natürliche Öle verderben unter bestimmten Bedingungen.

Grüße

Thomas