Holzwurm so langsam, dass man nix machen muss?




Moin,
in Dielen und Deckenbalken haben wir Wurmlöcher entdeckt. Vereinzelt Fraßmehl. Ein Gutachter sagte uns: "Ja es sieht so aus, als ob er noch aktiv ist, aber Dielen und Balken sind soo dick, da würde ich gar nix machen? Das können sie der übernächsten Generation überlassen.."
Was meint ihr dazu?
Das Haus ist von 1875. Die Balken auch(ca. 20x40 cm). Das Holz ist nicht "bröselig". An den Dielen sieht man (wir haben eine teilfläche Testweise abgeschliffen) deutlich die Fraßgänge....



was meint ihr?



was meint ihr dazu?





Was soll man dazu sagen?
Was hat das “Gutachten” denn gekostet?

Grüße aus Schönebeck



noch nix



Im Dachstuhl soll der Wurm behandelt werden (mit woodcare Injektionsverfahren), somit war die Begutachtung inklusive.
Der Gutachter ist renomiert und uns auch empfohlen worden. Das heißt an seiner Fachkenntnis zweifele ich eigentlich nicht. Aber unheimlich ist es doch. Besonders weil ich mich Frage wohin der wurm (oder besser der Käfer, der is ja mobiler) noch so Wandern könnte.....





Ob ein Befall noch aktiv ist sollte vor jeder Bekämpfung erstmal klar sein.
Das genannte Verfahren (sagt noch nichts über das HSM) mag bei kleineren Befallsbereichen Sinnvoll sein.
Bei einem kompletten Befall des Dachstuhl sind sicher andere Maßnamen, z.B. eine thermische Behandlung, effektiver.

Aber wie gesagt, erstmal klären ob da noch was nagt, und wenn was.

Grüße aus Schönebeck



Löcher überall Löcher



Hallo Almut

Nur mal interessehalber einige Fragen:

1. Welches Mittel will der freundliche Mensch denn einsetzen?
2. Welchen Umfang soll denn die Behandlung einnehmen? (Anzahl der Injektionen)
3. Was für Kosten wurden hier aufgerufen?
4. Stand das Haus in den letzten Jahren leer bzw. waren die betroffenen Räumen kaum oder gar nicht beheizt?
5. Wie umfangreich ist das sichtbare Fraßmehl?

Gruß

Lutz



Diffusit B



hallo mutabor,
Also im Dachbereich soll Diffusit B verpresst werden (nass in nass) alle 20-25 cm. Kostenpunkt 2400 Euro (brutto)
Das Haus war immer bewohnt. Die obere Etage aber sicherlich kaum beheizt.
Im Dachbereich krümmelte nur etwas Fraßmehl an einig Wurmlochrändern.
In den Decken unten ist mehr heraus gerieselt, aber wie frisch das genau war fällt mir schwer zu sagen. War achon ein bißchen angedunkelt, aber wesentlich helle als die Balkenoberfläche. Wie gesagt der Gutachter meint, kein starker Befall, aber noch aktiv.



Thesen


Lutz Parisek

Hallo Almut

Obwohl ich das Objekt nicht persönlich und daher nur aus deinen Schilderungen kenne, wage ich einmal folgende Thesen:

1. Ich bin mir einer relevanten Aktivität des Befalls im Dachstuhl nicht so sicher.

2. Auch bei einem angenommenen aktiven Befall bezweifle ich den Erfolg der angebotenen Maßnahme angesichts des gewählten Holzschutzmittels und der geschilderten Vorgehensweise.

3. Der Befall in der Dielung lässt sich mit dem genannten woodcare Injektionsverfahren wahrscheinlich gar nicht bekämpfen. Daher lässt sich die Relativierung des Befalls durch den Anbieter aus nachvollziehbaren Gründen verstehen. Anderseits stellt sich natürlich die Frage ob der scheinbare aktive Befall bei einer Raumklimatisierung (Beheizung) nicht schrittweise erlischt.

4. Für den angebotenen oder einen gering höheren Preis findet sich vielleicht eine Firma die den Befall im DG z.B. thermisch und damit sicherer bekämpft.

5. Begutachtungen und Bewertungen sollten grundsätzlich ö.b.u.v. Gutachtern überlassen werden, denen es aus naheliegenden Überlegungen des Sachverständigenrechts nicht erlaubt ist, im Anschluß der Gutachtenerstellung die Behandlung anzubieten oder gar durchzuführen.

(Übrigens: Sachverständiger oder Gutachter kann sich jeder nennen, der Begriff ist nicht geschützt. Nur die öffentliche Bestellung und Vereidigung unterliegt klaren Regelungen des Sachverständigenrechts und ist gesetzlich definiert und geschützt.)

Mit Grüßen

Lutz Parisek





Danke für die Ratschläge,
das mit der thermischen Behandlung könnten wir nochmal prüfen. Warum bezweifelst du die Behandlungsweise beim Dach? Ich weiss zwar das Borsalz meist zur Vorbeugung eingesetzt wird, aber soweit ich verstanden habe wirkt es als Fraßgift und der Befall kommt zum erliegen. Ist das falsch?
Aber ich hatte mich auch schon gefragt, warum uns beim Dach eine Behandlung geraten wird, während bei Dielen und Deckenbalken davon abgesehen werden kann (es waren zwei Besuche erst Dach, dann nachdem wir den Befall an den Dielen gesehen hatten Balken und Dielen)
Der Gutachter ist uns ausdrücklich empfohlen worden, aber ich weiß schon, was Du meinst. Die Vermischung von Auftragnehmer und Gutachter ist schwierig, da man nie weiß wie die Interessen liegen.



Der Schuss in den Wald


Anobium punctatum - Gewöhnlicher Nagekäfer (Larve)

Hallo Almut

Nur mal kurz eine der Begründungen für meine Skepsis gegenüber der angestrebten Vorgehensweise:

Es besteht z.B. ein grundsätzliches Problem bei der Holzschädlingsbekämpfung mit Boraten. Schon in vielen älteren Literaturquellen wird auf den Umstand hingewiesen, dass die Larven den mit Boraten getränkten Holzbereichen ausweichen. Nachdem Borate aber Fraßgifte sind und daher eine gewisse Mindestmenge (Letaldosis) über den Darmtrakt aufgenommen werden muß, scheiteren Bekämpfungsmaßnahmen mit diesem Wirkstoff sehr oft. Dabei ist es unerheblich, ob die üblicherweise vom Fraß verschonten oberen 1-2 mm der Holzoberfläche getränkt werden, oder wenige cm³ im Inneren des Holzes als Wirkstoff-Depotinseln angelegt werden. Die Erfolge stellen eher Zufallstreffer dar und entsprechen nicht der allgemeinen Vorstellung und vor allem den Erwartungen des Bauherren an eine nachhaltige und lückenlose Holzschädlingsbekämpfung.

Gruß

L. Parisek



Bitte



mal diese Seite besuchen: http://www.holz-schimmel.de

Viele Grüße





also bei mir hat Fa Poppens gute arbeit gemacht ...
an einem anderen objekt hatte ich eine heissluftbehandlung gemacht .. WC-Verfahren wurde schlecht geredet und ich habe mich dann zu der heissluft hinziehen lassen . ende vom lied . der kompl. Putz rauminnenseitg ist von den schilfrohrmatten gefallen . alle Balken haben sich enorm verzogen und eine garanite für die erflogreiche Behandlung der unteren Pfette konnte die firma mir auch nicht geben ... na dann prost ...
bei uns ist die ganze nachbarschaft vom Bock befallen . da nützten beide behandlungen nichts , weil man das nachträgliche behandeln mit borat nie richtig bzw überall hinbekommt .... und gereade deswegen habe ich das WC-verfahren genommen . zumindest etwas mehr gutes gefühl , weil sich ja in den balken auch borat befindet ...
gruss



Hin und her



Hallo Olaf

Noch einmal:
Mir geht es darum, noch einmal über die Wirkungsgrenzen der verschiedenen chemischen Wirkstoffe nachzudenken.(Vielleicht kannst du dazu noch etwas Fundiertes beitragen?)

Es geht auch nicht darum ein Verfahren "schlecht zu reden". Jedes Verfahren (Ich habe übrigens erst einmal nachdenken müssen was der nicht eingeführte Verfahrensbegriff "WC Verfahren" überhaupt bedeutet) hat nun einmal sein Vorteile und natürlich auch seine Grenzen. Allerdings fällt mir auf, dass einige Anbieter die Grenzen gerne eine wenig verschieben.
Übrigens:
Meine Bedenken gegenüber der angebotenen Leistung ist nicht nur im Wirkstoff begründet, sondern z.B. auch in den gewählten Abständen der Bohrungen (alle 20-25cm bei einem Querschnitt von 20/40) Dieser Bohrungsraster entspricht, noch dazu bei diesen Holzquerschnitten, nicht den Vorgaben der DIN (siehe hierzu auch die entsprechenden Kommentarbände)
Es gibt sogar Firmen (zu der gehören auch hier oft gelobte Fachfirmen)die bieten, eine nicht fachgerechte Injektion in nicht einsehbare Balken durch die Dielung hindurch an. An solchen wichtigen Ausführungsdetails zeigt sich die Tiefe der Fachkenntnis und die Ernsthaftigkeit des Bemühen dem Kunden eine wirklich nachhaltige Lösung seines Problems anzubieten.

Nun zu deinem Erlebniss mit der Heißluft:
Das es Firmen gibt, die das Heißluftverfahren als Möglichkeit sehen, schnell (Durchführung in einem Tag) Geld zu verdienen, ist mir gleichfalls bekannt. Hier sollte man einfach aufpassen, nicht gleich den billigsten Anbieter zu nehmen und vielleicht zusätzlich ein wenig auf das "Bauchgefühl" achten.

Abgesehen davon, kann es natürlich auch bei der besten Firma durchaus mal zu Fehlleistungen kommen. Dies ändert (bei fachgerechter Durchführung) jedoch nichts an den grundsätzlich äußerst umfangreichen Stärken und Möglichkeiten der Heißluft Verfahrenstechnik nach DIN 68800/4.

Gruß

L. Parisek





Hallo
Also ich kann nur sagen , das ich mit dem Heissluftverfahren vorerst unzufrieden bin . Der Preis ist sehr unterschiedlich gewesen und ich habe auch nicht den billigsten Anbieter genommen . Nur wenn dann solche Schäden kommen , dann bin auch ich empört . Bei der nachträglichen Schutzmaßnahme habe ich dann auch meine Zweifel , weil niemand an alle Ecken und Kanten kommen kann . Beim WC sowie auch bei der Heissluft komme ich nicht hinter bebauten Raum . Mit Heissluft schon (Laut Telefont mit Ihnen H.Parisek ) , aber was ist mit dem "versiegeln" mit Borsalz ? Und wenn die Nachbarschaft kompl befallen ist ? Dann ist es nur eine Frage der Zeit , bis erneut Bewohner einwandern ....



Ping - Pong



Lieber Olaf

Also:
Es gibt bei dem Heißluftverfahren bestimmte Techniken mit denen Hohlräume, die nicht bekriechbar sind, erfasst werden können. Vorrausetzung ist eine entsprechende Anwendungstechnik und eine gewissenhaft Verfahrenskontrolle. Aber auch hier gibt es natürlich (wie schon im voherigen Artikel angesprochen) Grenzen.

Die Schwierigkeit einen fachgerechten, flächigen vorbeugenden Holzschutz als Begleitmaßnahme in bereits errichteten Konstruktionen zu erzielen, gilt für alle bekämpfenden Verfahrenstechniken (ob chemisch, Heißluft, Begasung, Mikrowelle oder auch dein "WC-Verfahren") Hier muß mit dem Auftraggeber sehr genau die Möglichkeiten und Risiken verschiedener Strategien durchgegangen werden. Heilsversprechen wie "mit unserer Technik erreichen sie einen 100%igen Schutz" sind da sehr kritisch zu betrachten. Im Falle deines geschilderten, hohen nachbarschaftlichen Befallsdruckes, gibt es natürlich noch andere Strategien die ein Wiederbefallsrisiko drastich senken.

Mir fällt übrigens immer wieder auf, dass zu wenig zwischen bekämpfenden und vorbeugenden Maßnahmen unterschieden wird. Die Verfahren zur Bekämpfung und zur Vorbeugung sollte in ihren Möglichkeiten immer streng getrennt betrachtet werden. Wobei jedes Verfahren für die speziellen Problemstellungen das Optimum an den erforderlichen Erfolg anbieten sollte.

Gruß

Lutz

(Übrigens kannst du mich gerne duzen, lieber Olaf, dass ist in unserem Forum üblich. Ach ja, wer steckt eigentlich hinter dem Namen "Olaf"? Ich bin gerne für offene Gespräche und lege auch gerne alles auf den Tisch, hätte dies aber auch gerne von meinem Gesprächspartner)





gerne lieber LUTZ :-)
Mein Name Olaf Bücking .
Komme aus dem schönen Norden . Also Bremen . Wir hatten vor etwa 6 Jahren telefoniert . 30 Minuten Gespräch mit ausführlicher Beschreibung einiger Verfahren .
Gruss



Nordluft



Freut mich lieber Olaf

Ich hoffe ich konnte dir bei dem damaligen Telefongespräch weiterhelfen. Wenn du noch mehr Fragen hast, ruf mich bitte einfach an. Ich würde mich freuen, wenn wir dein verlorengegangenes Vertrauen in das Heißluftverfahren gemeinsam suchen und revitalisieren könnten.

Gruß nach Bremen

Lutz





Hallo
Sollte ich erneut Ausfluglöcher/Frassgeräusche finden , so wird an dem einen Objekt sicher auch eine HLB durchgeführt , diese aber durch eine 10 jährige Garantiezusage der "Fachfirma" , welche das WC durchgeführt hatte . Im 11 Jahr werde ich mich bei Bedarf gerne erneut bei dir melden ...
schöne Grüße .....



Angebote



Lieber Olaf

Vielen Dank für das sehr freundliche Angebot.

Um dies auch noch einmal klarzustellen:
Ich bin hier nicht im Forum um Aufträge zu aquirieren, sondern um fachliche Fundamente zu bauen und um fachliche Fehlentscheidungen von Ratsuchenden zu korrigieren. Übrigens habe ich in den vielen Jahren meiner Forumsmitgliedschaft noch nie einen Auftrag durch eine Forumsanfrage erhalten. Dies ist auch in Ordnung so, denn darin liegt auch nicht der Zweck dieses Forums.

Gruß ins ferne Bremen

L. Parisek





das versteh ich dich :-)
wenn sie in meinernähe wohnen würden , dann hätte ich sie auch schon bei mir gehabt .... ob es allerdings zu einem auftrag gekommen wäre , hätte meine geldbörse festgelegt .
frohes schaffen noch ...





da versteh ich dich ...
mein deutsch ist am morgen nicht perfekt ... :-)