Kleine Löcher in Anbauwand

25.06.2007



Hallo,
ich habe seit einigen Tagen in einer Leiste meiner Kirschbaumanbauwand Löcher in Stechnadelgröße, also viel kleiner als 1 mm entdeckt, darunter Bohrmehl: Insekten außer vereinzelt Motten, sind nirgends zu entdecken.
Im Fachbetrieb wurde mir Holzwurm-Stop von der Fa. Staufen verkauft. Leider habe ich aufgrund der Produktbeschreibung ( nur vom Fachbetrieb anzuwenden, nur außen...)doch Bedenken, dieses Mittel anzuwenden. Ist dieses Mittel wirklich so gefährlich oder sind dies nur Warnhinweise, gibt es weniger gefährliche Mittel?
Und wie kann ich die Ursache finden, wenn keine Käfer auffindbar.
Mit der Bitte um Ihren Rat.
Vielen Dank im Voraus
P.S. Habe Leiste in Plastikfolie eingepackt, Bohrmehl, aber keine Käfer



Kleine Löcher in Anbauwand



Nennen Sie doch bitte mal den Namen und die Zusammensetzung (sollte auf dem Etikett stehen) des Mittels!

Viele Grüße
Georg Böttcher



Quaranäne und Fachmann



Guten Tag Herr Heinzmann,
die Lochgröße deutlich unter 1 mm würde auf Schlupfwespen hindeuten, die im Holz vorhandene Insektenlarven parasitieren. Ein deutlicher Bohrmehlausstoß passt nicht so recht dazu. Egal ob Parasiten da sind oder nicht - nach Ihrer Beschreibung muss man von Schädlingsbefall ausgehen. Die Plastikfolie war schon nicht schlecht. Es sollte schließlich verhindert werden, dass ausschlüpfende Insekten andere Gegenstände befallen. Da Sie von Motten sprechen wäre es auch noch möglich, dass Kornmotten o. ä. ihre Puppengänge in der Kommode angelegt haben. Ich halte das aber für recht unwahrscheinlich und würde in diesem Fall auch Vorschäden durch andere Schädlinge erwarten. Wie wertvoll ist der Schrank? Verträgt er Luftfeuchtewechsel, dass er in einer Garage oder ähnlichem Zwischengelagert werden kann um nichts anderes zu infizieren? Wie Hr. Böttcher sagte wäre es interessant zu wissen welcher Wirkstoff in welcher Konzentration in "Holzwurm - Stop" enthalten ist. Eine Hitzebehandlung erscheint mir interessant zu werden. Entweder vom Profi oder z. B. in der Sauna. Ich denke ein Sachkundiger sollte sich die Situation vor Ort ansehen.
Wie Henry Rüpke immer sagt: Mit dem Gummihammer abklopfen (wenn ein Fachmann da ist). Das austretende Nagsel kann vom Fachmann auf Larvenkot und andere Insektenarttypische Erscheinungen begutachtet werden.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Nicht richtig gelesen.



Hallo ich gebe es zu: Ich habe nicht richtig gelesen. Es geht ja nicht um ein Möbel, sondern um eine Wand. Außer dem Ausquartieren in eine Garage treffen meine anderen Bemerkungen aber dennoch zu. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Kleine Löcher



Sehr geehrte Herren,
Danke für die schnelle Antwort und Entschuldigung für die unpräzisen Angaben.
Es handelt sich um eine Schrankanbauwand ( Möbel) die ich vor einigen Jahren für 15000 DM gekauft habe.
Glücklicherweise ist nur eine Zierleiste befallen, die ich entfernt und auf den Balkon evakuiert habe. Einmalig sah ich dann ein Wespenähnliches Insekt an dieser Leiste auf dem Balkon. Das kann Zufall gewesen sein- denn möglicherweise führe ich Sie damit auf eine falsche Fährte, denn ich wohne sehr naturnah und da kreucht und fleucht doch so einiges herum. Mit der Leiste ging ich zum Schreiner, um ihn um rat zu bitten. Dieser schaute sich die Leiste nicht einmal an, sondern schickte mich zum Malerbedarfsartikelhändler um ein Holzwurmvernichtungsmittel zu kaufen.Da ich aber nur die Schädlinge und nicht mich bekämpfen wollte, traute ich mich nicht, dieses Mitte der Staufen-Chemie, Wirkstoff: 0,25% Permethrin, anzuwenden.
Nachdem die Leiste jetzt einige Tage in Folie verpackt ist, scheint die Mehlproduktion(ganz fein) stark nachgelassen zu heben, keine Käfer etc.
Ich hoffe, das ist jetzt genau genug beschrieben, dass Sie mir einen Rat erteilen können.
Gespannt auf Ihre Antwort und vielen Dank im voraus
Mit freundlichen Grüßen Heidemarie Heinzmann



Erneuern?



Guten Tag, ist es möglich die Leiste einfach zu erneuern?
Dann kann die alte entsorgt werden, ohne dass man sie mit Chemie behandelt.
Die Leiste ausreichend lange hitzebehandeln wäre auch eine Alternative. Die Holzschutznorm sagt, dass eine Stunde lang 55°C im INNEREN des Holzes erreicht werden muss. Übrigens erscheint es mir möglich, dass in dieser Leiste ein Befall durch Splintholzkäfer (Lyctus) vorliegt. Dann würde ich die Temperatur und die Behandlungslänge noch vergrößern. Das Holzschutzmittel hatte Anfang 2007 keine RAL-Urkunde, vielleicht ist es inzwischen RAL-geprüft. Der Wirkstoff und die Wirkstoffmenge finden sich jedoch auch bei einigen RAL-Bekämpfungsmitteln. In so fern wäre es als vergleichbar anzusehen. Permethrin gehört zur Gruppe der Pyrethroide. Das sind Nervengifte. Bei der Bestimmungsgemäßen Anwendung von geprüften Holzschutzmitteln mit Permethrin gehen die Behörden z. Zt. nicht von einer unmittelbaren Gefahr für den Anwender aus. Sicherer wäre allemal auf das Mittel zu verzichten. Auf andere Wirkstoffe auszuweichen ist problematisch: Nur Nervengifte wirken schnell. Unbedenklicher sind Bor-Präparate, diese wirken aber nicht so schnell. das imprägnierte Holz muss erst von den Larven gefressen werden, dann schädigt das Bor den Stoffwechsel in den einzelnen Zellen des Schädlings. Hormonanloga die als Häutungshemmer wirken sind als verzögernd wirkend ausgelobt. Auch dort dauert es noch Lange bis die Wirkung entfaltet ist. Immer wieder wird berichtet, dass diese Mittel in der Praxis einen relativ geringen Bekämpfungserfolg aufweisen.
Also: Lieber Leiste erneuern oder aufheizen. Ganz wichtig ist auch alle weiteren Holzgegenstände in der Wohnung regelmäßig zu kontrolieren. Es ist möglich, dass an anderen Stellen ebenfalls bereits Befallsherde entstanden sind.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold