Holzwurm-Löcher in Dielendoden




Hallo!
Wir haben heute angefangen in unserer neuen Wohnung die Dielen abzuschleifen und mussten (mit Entsetzen) feststellen, dass die Dielen so löchrig zerfressen sind, dass sie (zumindest an einer Stelle im Schlafzimmer) durchbrechen. Man sieht vor lauter Löchern gar kein Holz mehr... Jetzt meine Fragen:
Wie kann man feststellen, ob die Käfer/ Würmer noch leben und evt. in die Schränke wandern, die wir aufstellen wollen? Und: wer muss bei kaputten Dielen einen neuen Fußboden legen - der Mieter oder der Vermieter? Wie zerfressen darf ein Holzfußboden sein?

Hoffe auf Antworten
Viele Grüße
Saskia



Holzwurm-Löcher in Dielendoden, erst einmal keine Panik



Nicht immer sind mit Löchern im Holz lebende Schädlinge vorhanden. Außerdem machen zumindest die Holzwürmer in trockenen Räumen nichts weiter, weil sie dort nämlich absterben. Es gibt verschiedene Testmöglichkeiten, das Einfachste ist, den Boden Abschleifen und die Löcher mit Wachs verschließen. Sind nach einem Jahr neue Löcher da, dann mit der Mikrowelle abtöten. Ist das Holz nicht mehr tragfähig, dann bleibt nur der Austausch. Eine Gefahr für die Möbel besteht in normal geheizten Räumen nicht.
Liebe Grüße
Joachim Wießner



Kaputter Boden



Die Sanierung des Bodens ist Sache des Vermieters, ebenso die Sanierung des Insektenbefalles. Dies zur Ergänzung.
Liebe Grüße
Joachim Wießner



Favoriten



Na, ich merk schon Joachim, du bist Mikrowellenfan geworden.

Lutz



Mikrowellen-Fan



Hallo Lutz,
das ist nicht richtig. Mikrowellen hinterlassen keinen vorbeugenden Schutz. Heißluft und Begasung auch nicht, das ist nun mal so. Nur sind bei der Mikrowelle geringere Nebenarbeiten auszuführen, die auch Geld kosten.
Ein flächige Behandlung eines Dachstuhles mit Mikrowelle ist wirtschaftlich nicht rechenbar, hier geht nur Heißluft.
Ich bin nach wie vor überzeugt, dass chem. Holzschutz sein muss. Wo ich Holz beobachten kann, kann ich solange darauf verzichten, wie nichts passiert, aber nur im Haus innen.
Ich habe meine Position nicht geändert.
Liebe Grüße
Joachim Wießner



Strategien



Hallo Joachim

Gefällt mir dein Standpunkt.

Die Untersuchungen von Uwe zeigen jetzt schon massive Verunsicherungen und Klärungsbedarf bei den Herstellern. Die können sich ihre Normen und Prüfkriterien nicht weiter so zurechtbiegen wie sie wollen.
Wir brauchen praxisgerechte Beurteilungen, Prüfungen und Bekämpfungsstrategien.


Gruß

Lutz



Klärungsbedarf



Hallo Lutz,
es kommt noch besser. Am 11. April 2005 hat sich der Holzschutz-Überwachungsverband in Leipzig gegründet. In Zukunft werden also, zuerst einmal freiwillig, die Bekämpfungsmaßnahmen gegen Insekten geprüft. Dazu werden die Prüfbescheide vom DIBt geändert.
Der chem. Holzschutz ist auf dem Weg zu neuen Ufern.
Liebe Grüße
Joachim



Neugier



Hallo Joachim

Du machst mich massiv neugierig.

Was hast du an Informationen ?
Wie weit bist du invollviert ?
Welche Basis bzw. Form hat dieser Überwachungsverband ?
Was laufen hier für Fäden, Kräftespiele und Strategien ?
Wer beteiligt sich ?

Treffen wir uns auf der DHBV Tagung in Bremen ? Würde dort gerne ein wenig zum Thema plauschen.

Gruß

Lutz



Neugierig?



Hallo Lutz,
ruf mich doch an. Bin jetzt im Büro. Bei Dir meldet sich nur der AB.
Nach Bremen komme ich nicht, da ich nicht Mitglied im DHBV bin.
Liebe Grüße
Joachim



Qualitätsüberwachung



Erst mal Hallo! an Hr. Wiessner. Es ist schön dass Sie sich nun auch hier im Forum eingefunden haben. An Information zum Überwachungsverband für Insektenbekämpfung bin ich auch interessiert. Nach der DGfH Holzschutzkonferenz bin ich jedoch was Überwachung geht wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen. Vorher habe ich über verschiedene Wege erfahren das das DIBt "auf den Tisch hauen" wolle um die Imprägnierqualität zu überwachen und endlich für wirklich anständig imprägniertes Holz sorgen wolle. Ich war zu naiv:
Der Staat ist bei bauaufsichtlichen Fragen auf Deregulierungskurs, positv formuliert ist die Eigenverantwortung gestärkt, ich denke eher der Staat zieht sich zurück wohl hauptsächlich aus Kostengründen.
Weiterhin würde eine Fremdüberwachung der Imprägnierqualiät durch den Staat ein Handelshemmnis darstellen und ist damit nach Europarecht nicht zulässig.
Wenn für vorbeugenden Schutz also eine Güteüberwachung installiert wird, dan nur privat, wie anscheinend bei der von Hr. Wiesner angesprochenen Qualitätskontrolle der Insektenbekämpfung.
Da finde ich dann interessant wer die Kontrolle trägt, ob es darauf hinausläuft, dass Interssenverbände sich quasi selbst kontrollieren oder ob wirklich unabhängig agiert wird.
weiterhin muss diese Qualitätskontrolle als freiwillige Leistung den Kunden schmackhaft gemacht werden, ohne das Image von Holz als Baustoff zu beschädigen. Sonst will keiner die Kontrollen bezahlen und damit bestht keine Nachfrage, die alle Anbieter zwingen würde sich der Kontrolle zu unterwerfen. Bei bkämpfung wohl nicht das Problem aber bei Vorbeugung.
Dan wird es auch noch spannend, wenn die Bereiche berührt werden, die auf dem Papier geregelt sind, in der Praxis aber nicht funktionieren (damit meine ich nicht das "nicht wollen" von manchen Leuten, sondern wirkliche unmöglichkeit von manchen Dingen).
Ich hoffe auf neue Informationen. Mit freundlichen grüßen Ulrich Arnold
PS: Liebe Frau Landmeier es tut mir leid dass ich mich mit diesem thema an ihre frage gehängt habe, der zusammenhang in der fDiskussion war jedoch gegeben und meine Kollegen haben Ihre Frage ja schon vorher beantwortet.



Lieber wachsen als lackieren?



Hallo zusammen!
Danke für die Antworten! Also sollen wir den Boden lieber wachsen als lackieren und uns um unsere Möbel keine Sorgen machen? Wäre es auch sinnvoll alles mit Holzwurmtod einzustreichen und dann zu lackieren? Sicher, dass die Würmer in trockenen Räumen absterben? Kann es also sein, dass der Boden feucht ist oder war, weil evt. aus dem Keller Feuchtigkeit "nach oben zieht"? Warum sind da sonst soooo viele Löcher???
Heute war übrigens ein vom Vermieter beauftragter Tischler in der Wohnung, der sich den Boden angeguckt hat, von Schädlingen aber gar keine Ahnung hat... Mal schauen.
Viele Grüße
Saskia Landmeier



Ganz schnell



Gten Tag, ganz schnell eine kurze antwort:
Es ist nicht angebracht großflächig Biozide im Innenraum auszubringen. Gerade wo die Dielen sich ggf. ja auch recht leicht ersetzten lassen. Zur Holzfeuchte gilt das von Hr. Wießner gesagte. Ich würde jedoch so weit gehen die Untergrenze für die Larfenentwicklung eher bei 10 % Holzfeuchte als bei 14 % Holzfeuchte zu setzen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Holzfeuchte



Dr. Noldt macht gerade Versuche mit der Holzfeuchte. Er hält nach den mir übermittelten Ergebnisse den Wert von 14 % für ausreichend (Museumsdorf Haselünne, DBU-Projekt). Die 10 % stammen doch eher aus der DIN, die nicht nur wegen solcher Angaben dringend überarbeitet werden muss.
An Herrn Arnold: Der Holzschutz-Überwachungsverband befasst sich mit allen holzschutztechn. Sanierungen und wird diese überwachen. Begonnen wird mit der chem. Insektenbekämpfung. Später wird auch die Begasung, die Heißluft, die Mikrowelle, andere Sonderverfahren und nach Klärung weiterer Grundlagen auch die Pilzsanierung überwacht.
Spätestens 2008 wird die neue DIN 68 800 Teil 4 veröffentlicht, und dann muss man sehen, wie der Verband dort berücksichtigt ist.
Es geht hier um Verbraucherschutz, nicht um eine Selbstkontrolle der Bekämpfer.
Schönen Tag noch
Joachim Wießner