Alte Zapfenlöscher verschließen

10.03.2008



Hallo,
ich hätte mal eine Frage. Wenn ich alte zweitverbaute Eichenbalken mit alten nicht benutzten Zapfenlöscher habe.
Reicht es aus die Löscher mit Lehm zu verfüllen, oder kann
ich Nadelholz verwenden, oder sollte ich die Löscher mit Eichenholz verschließen. Die Gefache werden später mit Leichtlehmsteinen ausgemauert. Zur Befestigung der Dreiecksleisten sind die alten Löcher schon sehr hinderlich und sollten meiner Meinung nach verschlossen werden.



Löcher im Eichenholz



Sind die Löcher senkrecht oder waagrecht zur Wand?

"Waagerecht" bedeutet Sie können durch die Löcher von innen nach außen schauen. Dann würde ich die Löcher mit gleichem Holz der Fachwerkbalken verschließen. Sind die Löcher senkrecht in der Wand, also mitten im Gefach dann ist es egal denn Sie mauern die Gefache ja mit Lehm zu.

Gruß T. Bucher



Zapfenlöcher...



Bei Außenwänden, wenn mit Holz, auf jeden Fall Eiche, egal welche Richtung! Bei nicht sichtbaren Löchern würde ich Lehm verwenden, da sich dann keine Feuchtigkeit zwischen den Holzbauteilen sammeln kann (Kapillarität).

Durch das Anbringen der Dreiecks-/Trapezleisten sind in der Wandebene liegende Zapfenlöcher hinterher meist nicht mehr zugänglich, daher müssen sie vorher geschlossen werden. Bei der Verwendung von Lehm ist zu beachten, daß sie schlecht trocknen, da sie 5-seitig von Holz umgeben sind, daher vor dem Ausmauern füllen und Trocknungszeit einplanen

Bei Außenwänden sollte dafür gesorgt werden, daß sich über die Fugen eingedrungener Schlagregen nicht in Zapfenlöchern sammeln kann, daher sollten horizontale Hölzer eine Bohrung nach unten ins Gefach erhalten, bei vertikalen Hölzern entsprechend schräg ins Gefach (oder bei nicht benutzten Löchern die untere Seite schräg nacharbeiten).

Gruß Frank



Mal nachgefragt...



@Frank.

Wenn ich dich richtig verstehe, sollten nicht benutzte Zapflöcher eine "Ablaufbohrung" in Richtung Ausfachung erhalten?
Hätte ich ein wenig Bauchschmerzen mit der Vorgehensweise, wenn ich mir vorstelle, wie sich meine, mit Leichtlehmsteinen ausgemauerten Gefache, bei hoher Schlagregenbelastung wie ein Schwamm vollsaugen.
Da würde ich doch eher die Zapflöcher "dicht" verschließen.
Z.B. aus Holz der gleichen Baumart (nicht unbedingt Eiche, wenn Fichte dann Fichte), welches trocken ist und leicht keilförmig in das Zapfloch "gepresst" wird. Zum fixieren könnte man in die alten Löcher der Holznägel wieder neue Holznägel einschlagen.
Damit sind die Nagellöcher dann auch gleich zu!

Gruß
Martin



Mal geantwortet:



Empfehlung bez. Bohrung stammt u.a. von "H. Künzel, Feuchtehaushalt von Fachwerkwänden, Frauenhofer IRB-Verlag" und ist das Fazit aus einer Langzeitstudie...

Habe auch schon oft Altholz verbau, meist waren die Zapfenlöcher, sagen wir, geometrisch eher unbestimmt... ein genaus Paßstück für diese anzufertigen ist oftmals sehr aufwändig, aber natürlich eine gute Lösung... Den Holznagel sollte man natürlich auf jeden Fall einschlagen.

Bei Leichtlehmsteinen hätte ich da auch Probleme...
Bin mit dem Baustoff "Leichtlehmstein" aber nicht so vertraut, haben alles klassisch ausgefacht und dann Leichtlehm von innen "vorgestampft". Habe gerade mal gegoogelt, halte Lehmsteine mit einer Dichte von um die 700kg aber auch für ein ungeeignetes Ausfachungsmaterial bei schlagregenbelasten Fassaden. Sollte man hier nicht lieber in der Außenschicht normale, schwere Lehmsteine nehmen?

Gruß Frank



Mag sein,



aber wenn ich Wasser, welches in ungenutze Zapflöcher eindringt, mittels "Ablaufbohrung" in die Ausfachungen leite, muss wohl schon woanders etwas im Argen sein.
Ich halte es für "sinniger" das Eindringen von Wasser zu vermeiden, als eingedrungenes Wasser "abzuleiten". Ich kenne das Buch nicht, von daher ist meine Antwort eher "aus dem Bauch heraus".

Grüße
Martin



Läßt sich aber in der Praxis...



... nicht vermeiden! Zwischen Holz und Gefach gibt es immer eine Fuge. Versuche, diese dauerhaft Abzudichten (Silikon, Dichtungsbänder), sind kontraproduktiv.

Gruß Frank



Schon richtig!



Fugen gehören dazu! Von Silikon oder ähnlichen habe ich auch nicht geredet. (Würde ich im übrigen niemals tun, geschweige denn es verwenden)

Bei Fachgerechter Ausführung der Ausfachungen und des Verputzes sollten aber keine Fugen zurückbleiben, die es erfordern eintretende "Wassermassen" abzuleiten.
Auch bei meinen Ausfachungen gibt es Fugen zwischen Holz und Putz. Die sind aber, auch nach vier Jahren, nicht breiter als maximal 1 mm.
Im Sommer auch etwas breiter, in der feuchten Jahreszeit auch mal schmaler. Reguliert sich halt a bisserl von selbst!
Auch aus der "Praxis" gesprochen;-).

Sollte dennoch Feuchtigkeit eindringen vertraue ich auf die verwendeten Baustoffe! Lehm quillt wenn er feucht wird und dichtet somit auch wieder ab (Nachzulesen bei W. Lenze; Fachwerkhäuser....).

Nein, Putzabplatzungen hatte ich noch keine.

Es entzieht sich lediglich meiner Vorstellungskraft, wie breit die Fugen sein "müssen" damit eintretendes Wasser in die Ausfachungen abzuleiten ist.

Natürlich bedürfen Schlagregenbelastete Wände einer erhöhten Aufmerksamkeit und möglicherweise auch andere Materialien als andere Wände.
Mir erscheint diese Lösung der "Drainage" aber etwas "befremdlich".

Ahnungslose Grüße in den Abend
Martin



1mm ist doch eine prima Breite...



... um eine ordentliche, kapillare Förderleistung zu erreichen.
Was den Lehm angeht, sind wir uns doch einig, nur Leichtlehmsteine sollten es halt nicht sein, zumindest steht auf denen, die ich kenne (und hier im Netz gefunden habe) immer der Hinweis: Nicht für bewitterte Außenwände geeignet - oder sinngemäß.
Der Rat, Zapfenlöcher zu "entwässern" steht auch noch in diversen anderen Büchern (M. Gerner etc.), sicher stellt sich dabei immer die Frage, wer hier von wem abschreibt ;-)

Aber wenn denn Wasser ins Zapfenloch eindränge, so ist der Lehm sicher der bessere "Zwischenspeicher" als das Holz. Die Feuchtikeit dringt in flüssiger Form sehr schnell über das Kopfholz in die Balken ein, kann aber anschließend nur sehr langsam durch Diffusion aus dem diesbezüglich sehr dichten Baustoff entweichen. Dagegen kann der Lehm wesentlich größere Mengen Feuchtigkeit aufnehmen (erstmal auch ohne Quellung), großflächig verteilen und rel. schnell wieder abgeben.
Und wenn schon ein Schaden, dann doch bitte am "Verschleißteil" Gefach und nicht am statisch tragenden Holzgerüst.

Gruß Frank



Nachtrag



Auf den Bildern sind die Folgen der Entwässerung (hier statt durch Bohrungen durch die unteren Zapfenlöcher) zu sehen:

Sacklöcher von oben, in denen Wasser nicht abfließen konnte, haben zu starken Schäden geführt,

während bei den anderen, von unten offenen Löchern, keine Schäden entstanden sind.

Gruß Frank