Löcher im Sockelbereich des Hauses

14.10.2004



Hallo,
in unserem 1907 erbauten Haus befinden sich im (verputzten) Sockel kreisrunde Löcher, der Durchmesser betragt ca. 5 cm. Das Haus hat nur einen kleinen Gewölbekeller, die Löcher sind dort, wo das Haus eben nicht unterkellert ist. Was bezwecken diese Öffnungen (hinter dem einen davon hatte sich in diesem Sommer ein Wespenschwarm häuslich eingerichtet...).
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen!



Gucklöcher


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Hallo Alexandra

Nun die Löcher scheinen eine Episode der Geschichte der Bautechnik zu sein.
Man erhoffte sich durch das Anbringen der Löcher feuchtes Außenmauerwerk schneller zum Austrocknen zu bringen.
Meist waren diese Löcher allerdings von kleinen Gittern abgedeckt.

Tip:

Mach sie zu !!


Mit besten Grüßen


Lutz Parisek



Löcher im Sockel



Dag ok. Zuvor eine Frage. Was für einen Fußboden haben Sie im nichtunterkellerten Bereich ihres Hauses, Dielung? Zum Schutz der Konstruktionshölzer des Fußbodens wurden zur Abführung von aufsteigender Erdfeuchte Maßnahmen zur Gewährleistung einer ausreichenden Querlüftung erforderlich. In unserer Zeit werden zumeist Massivbaustoffe verwendet, diese sind nicht so feuchteempfindlich wie biologische Baustoffe. Na denn man to.





Ich denke auch, Alexandra, daß es Lüftungslöcher sind, die aber sehr konkret ihren Zweck haben, nämlich zu durchlüften. Ich kenne Häuser (mein Elternhaus auch), da wurden diese Löcher vor Jahrzehnten verschlossen. Inzwischen gibt es aber Schimmel im Haus, was früher nicht der Fall war. Das Haus will und muß atmen. Mit zunehmendem Alter erst recht. Und Ihr wißt nicht, wie es unter dem Dielenaufbau aussieht. Daß noch andere Lebewesen im Haus überleben wollen, ist nachvollziehbar. Mein Vorschlag: Mit einem Sieb die Öffnung verschließen und dieses, wenn es stört mit Farbe etwas der Umgebung anpassen. Ganz verschließen würde ich heute die Löcher keinesfalls, denn unsere Altvorderen wußten warum sie so bauten.
Beste Grüße wieder - Dietmar



Röhrchen



Also doch noch einmal ins Detail:

Ich vermute hier die patentierten sogenannten "Knapenschen Lüftungsrohre" die in der Zeit ab 1930 in das Außenmauerwerk eingebaut wurden. Dies waren anfangs Röhrchen aus Ton, dann aus Kunststoff oder Metall (die nicht durch die ganze Wand durchgingen !!!!)
An der Oberfläche sollte verstärkt Feuchtigkeit abtransportiert werden.
Es gab dann alle möglichen Spielarten mit so sonderbaren Begriffen wie "Mauerlunge" oder "Fundamentbelüftung".

Kurz:
Merkmal aller dieser Methoden ist, dass sie leider nicht funktionieren. Im Gegenteil die Feuchtigkeit erhöht sich in den unglücklichsten Fällen.

Gruß


Lutz





ja, lutz auf dem von dir (ich erlaube mir jetzt mal ein "du", falls es dir nichts ausmacht) eingestellten bild sieht es so aus, als würde es nicht funktionieren.
gegenteiliges hätte ich zu berichten, einmal ein haus in peine (bj. 1920), dort ist der nicht unterkellerte bereich ähnlich "belüftet" ( nicht zugänglicher kriechkeller). dort war nach dem Austausch der irgenwann mal eingebrachten Spanplatte durch dielenböden festzustellen, dass es darunter "supertrocken" war. und dann noch eine villa in kassel(auch 1920) (tuffsteinsockel, eigentlich extrem kapillarleitend), ebenfalls ähnlich belüftet, auch dort ein schöner trockener keller. hatten wir dort glück? oder kennst du nur schlechte bsp.?
gruss
christian



Knapensche Lüftungsrohre



Lieber Christian

Um es noch einmal klar zu stellen:

Bei den "Knapenschen Lüftungsrohren" handelte es sich nicht um durchgehende Bohrungen zur Belüftung von Unterkonstruktionen.
Es ist also zu überprüfen ob die Bohrungen durchgehend sind.

Gruß

Lutz





ah, nicht aufgepasst, guten morgen lutz!
o.k., lerne immer gern dazu!
über die wirkungsweise von luft und isolierschichten im Mauerwerk wurden schon vor 100 jahren kontrovers depatiert. vielleicht sollte alexandra mal ein bild einstellen, damit wir wissen um welche art von "löcher" es sich handelt (Bj.1907!)
gruss
christian



Bohrungen sind durchgehend.



Hallo,
ich bin ganz überwältigt von den vielen Antworten. Ich habe eben mittels einer Bambusstange mal "gestochert". Ich konnte die Stange meistenteils komplett (ca. 2m) durchschieben. Der Boden ist ein Dielenboden (leider meist unter Spanplatten und PVC verschwunden). Der Dielenboden liegt wiederum auf Holzbalken auf, was sich in den Zwischenräumen befindet kann ich nicht sagen, an einer Stelle in einem Abstellraum fehlen die Dielen an einer Stelle (da stand wohl einmal ein Ofen), da liegen Backsteine dazwischen, aber das muss ja nicht im Rest des Bodens auch so sein...
Jedenfalls habe ich hier wieder einiges dazugelernt, dieses Forum ist sehr wertvoll, vielen Dank!



Es windet !



Also Alexandra

Wie du nach deinem Eigenversuch den vielen Zuschriften bereits entnehmen konntest, handelt es sich hier nun doch um Öffnungen zum Belüften der Dielenböden.

So nun gibt es aber ein paar Probleme:

1. Lüftungen funktionieren nur, wenn es eine Zu- und eine Abluftöffnung gibt.
Frage: Wo ist die zweite Öffnung ???(Randleisten, Bohrungen Gegenseite etc. ?)

2. Ich habe noch so einige grundsätzliche Einwendungen gegen eine solche Form der Feuchtesicherung von hölzernen Unterkonstruktionen im erdberührten Bereich.

3. Du erzählst so nebenbei von Spanplatten und PVC auf der Dielung. Spätestens beim PVC bin ich zusammengezuckt. Nicht weil ich etwas grundsätzlich gegen PVC habe- Nein!

Ich habe jedoch immer wieder erlebt, dass gerade durch das Verlegen dampfdichter Beläge auf die Dielungen im erdberührten Bereich dem Ganzen der "Garaus" (Huch das ist bayerisch) gemacht wird.

Habe erst gestern wieder so einen Boden aufgemacht:
+++++++++patschnass+++++++++Schwamm !!!!!!!!!+++++++

Trotzdem schönes Wochenende


Lutz



PVC



Hallo,
den PVC-Boden finde ich auch nicht so optimal, er wurde auch nicht von uns aufgebracht, sondern liegt sicher schon seit 20-30 Jahren auf und ist natürlich leider geklebt (sonst hätte ich ihn entfernt. Im Abstellraum haben wir ihn belassen, in dem anderen Zimmer Teppich drüber gelegt (wegen der Fußwärme).
"Sockellöcher" sind immerhin mehrere vorhanden. In dem einen Raum ist mir etwas unheimlich, daß in der einen Außenecke etwas von hinten hellbraun durch die alte, überstrichene Tapete durchfärbt. In einem anderen Zimmer im OG habe ich die Tapete abgezogen, darunter waren (natürlich auch in der kalten Außenecke) schwarze Pünktchen - da muß ich mir auch noch einfallen lassen wie ich die behandle. Wahrscheinlich kann man da jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber das Haus stand vor unserem Einzug fast drei Jahre leer und hat da anscheinend ganz schön gelitten (nachdem wir eingezogen waren und wieder heizten, Riss erstmal das Holz einiger Zimmertüren...).
Mit freundlichen Grüßen, Alexandra