Linke oder rechte Seite von Brettern bei Boden-Deckel-Schalung ?

18.02.2005



Hallo,

meine Holzfassade möchte ich als Boden-Deckel-Schalung ausführen. Holzart: Douglasie ohne chemische Behandlung (z.B. Farbe).
Bezüglich linke und rechte Seite der Bretter gibt es 2 Möglichkeiten:

1.) Bei der Boden-Schalung und bei der Deckel-Schalung die linke Seite nach außen. Angeblich soll die linke Seite der Bretter wetterbeständiger sein.

2.) Bei der Boden-Schalung die linke Seite nach außen und bei der Deckel-Schalung die rechte Seite nach außen.
Grund: Die Bretter verziehen sich so, daß kein Spalt zwischen Boden und Deckel entsteht.

Meine Fragen:
Welche Möglichkeit ist besser 1.) oder 2.) ???
Ist die linke Seite der Bretter wirklich wetterbeständiger ?

Im vorraus vielen Dank für Eure Antwort.

Rainer





hallo rainer
weder noch, ich würde sowohl boden alsauch deckelbrett mit der rechten seite (kernseite) nach aussen gerichtet annageln. werfen sich die bretter, so wölben sie sich nach aussen und drücken mit den kanten jeweils auf das bodenbrett, bzw. auf die unterkonstruktion. wenn auch, wie du schon anmerktest die linke seite bedingt "wetterbeständiger" ist weil entstehende risse auf der rechten seite eher "aufklaffen". ich denke aber dies kann vernachlässigt werden. der vorteil der dichten fugen überwiegt.
aber vielleicht gibts ja noch anderer meinungen oder wissen.
gruss
christian



Wie rum nu!



Tach Rainer,

die Deckelschalungsbretter werden stets mit der Kernseite, sprich rechte Seite, nach außen gerichtet, aufeinander und zugleich an die die UK befestigt. Wo sich dann die Bretter durch Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit werfen, wölben sie sich aus der breiten Seite nach außen, so dass dabei die Ecken der beiden Kantenflächen an die unteren Bretter und UK angedrückt werden.

Wat für die Augen, hat ein Zimmergesell wunderbar schon beschrieben: http://www.zimmererforum.de/mod-subjects-viewpage-pageid-51.html

Gruß

Micha



Boden Deckel



Hallo Reiner

es gibt 4 Möglichkeiten die Bretter hinzumachen:
(i=innen = an Lattung // a=außen = vorne) (re=rechts // li=links)
1.) i-re + a-re
2.) i-li + a-li
3.) i-re + a-li
4.) i-li + a-re
Zeichne die Bretter im Schnitt auf ein Blatt und darüber mit einer anderen Farbe die Verformung der Bretter laut Schwundverhalten!
Dann siehst du was passiert!
Weiter ist wichtig: die Befestigung (Schrauben oder Nägel)
und eine funktionierende Hinterlüftung!
Ich finde es sehr gut von dir die Bretter nicht zu streichen! Kostet nur Geld und Zeit!

Die Linke ist unempfindlicher! aber die Erklärung dauert mir zu lange!
Allerdings ist es auch wichtig wo "oben" und "unten" beim Brett ist!!

Alles Gute

Florian Kurz





demnach ist ja alles möglich, lieber florian kurz, versteh ich das richtig? jetzt müsste rainer aber ziemlich verwirrt sein. aber ich lerne gerne dazu!
gruss
christian bernard



Vielen Dank



Hallo,

wie Christian Bernard bemerkt hat, bin ich jetzt verwirrt.
Die einen sagen es sollen keine Spalte entstehen, andere sagen man soll die linke Seite wegen der besseren Wetterbeständigkeit verwenden.
Hierbei stellt sich mir die Frage, um wieviel ist die linke Seite wetterbeständiger als die rechte Seite?
(Vielleicht ist auch wichtig zu wissen, daß hinter der Boden-Deckel-Schalung Hohlblocksteine sind.)

Trotzdem vielen Dank für Eure Antworten.

Gruß aus dem Schwarzwald
Rainer



Links oder rechts?



Hallo Rainer und alle,die Dir geantwortet haben.
Wir wollen an unserem Giebel auch eine Verschalung,allerdings mit Lärche,anbringen.Jetzt habe ich aus Neugier Deine Frage angeklickt,weil ich überhaupt nicht weiß,wo bei den Brettern denn dann links oder rechts sein soll.Woran kann ich das erkennen und wie sieht die Kernseite,die ja dann wohl rechts ist,aus?Ich muß allerdings gestehen,daß die Antworten mich zusätzlich noch ein wenig verwirren,oder ist es letztendlich wurscht,wierum ich das Holz verarbeite?
Gruß Christine von der Brücker Mühle



Alte Zimmererregel!



Vier Möglichkeiten die Bretter hinzumachen? Versuche mal die Verwirrung zu entknoten!

Bei Bekleidungen mit Brettern und Fußleisten ist immer darauf zu achten, dass die rechten Seiten nach außen genommen werden, damit beim Werfen dieser Hölzer keine hässlichen Fugen entstehen.
Da eine gewölbte Seite weniger hässlich wirkt als eine hohle Seite, gilt es schon seit Ewigkeiten, nach alter Zimmererregel, steht’s die rechten Seiten nach oben bzw. nach außen zu nehmen!

Zeichnung 1 zeigt die zwei Seiten eines Brettes/Bohle

Zeichnung 2 je weiter das Brett nach der Mitte liegt oder je mehr Jahresringe auf beiden Seiten geschnitten werden, desto weniger wirft sich das Brett/Bohle.

Zeichnung 3 Mittelbrett bleibt gerade. Durch Zusammentrockne des Splintholzes wölben sich beide Seiten.

@Christine
Schau mal unter dem Link in meiner ersten Antwort nach, da ist es auch noch mal beschrieben, inklusive wie nageln!

Schöne Grüße von der Schöneberger Insel

Michael



Widerstandsfähigkeit nicht relevant



Guten Tag,
daß die linke Seite widerstandsfähiger sein soll, ist bei Brettschalungen meines Erachtens nicht relevant. Es kann sogar ins Gegenteil umschlagen, da Kernholz i. d. R. dauerhafter ist und die rechte Seite eher Kernholz enthält als die linke. Außerdem saugt z. B. Kiefersplint wesentlich mehr Wasser als Kern. Bei den kleinen Brettdicken ist die Rissbildung im Vergleich von Splint und Kern unerheblich.
Als Zimmermann habe ich früher gelernt die rechte Seite sowohl bei Boden als auch bei Deckel außen zu legen. Ich weiss dass einige Bücher den Boden mit der linken Seite nach außen empfehlen, ich selbst schließe mich aber der Antwort von Christian Bernard an.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



T-Leistenschalung



Hallo

Frage: Und wenn man T-Leistenschalung oder T-Deckleistenschalung nimmt, Kern/Mark auch nach aussen montieren (Rechte Seite aussen)??



Frage zur Befestigung



nach langsamen durchlesen und skizzieren, ist es klar. Dank auch vorallen Dingen der Skizze und dem link von Micha im 1. Beitrag. Unklar ist aber danach die Art der Nagelung, in der Regel wird doch nur die eine Seite genagelt, mindestens bei der Bodenschalung, was auf der o.g. Zimmerer-Seite anders dargestellt wird.
Liest das nach einem jahr noch jemand und kann evtl. aufklärend beitragen?
Viele Grüße, Uwe schäfer, Architekt



Nägel



Guten Tag, ich bin nicht sicher, ob ich die Frage von Hr. Schäfer richtig verstanden habe. Es geht wohl darum ob ein Brett pro Latte mit 1 oder 2 Nägeln befestigt wird?
Das ist in erster Linie von der Brettbreite abhängig. Aus eigener Berufserfahrung weiss ich, dass bis zu Brettbreiten von ca. 10 bis 12 cm ein Nagel noch funktioniert. Spätestens wenn die Bretter breiter werden sind zwei Nägel geboten.
Ich habe auch noch einmal schnell in Bücher geschaut: Kommentar zur VOB DIN 18334 (Stand 2000): "In der Regel ist jedes Brett zweimal auf der Unterkonstruktion zu befestigen. Bei schmaleren Brettern < 12 cm genügt bei Bodenbrettern von Leistenschalungen und bei Nut- Federbrettern eine Befestigung."
Krämer: Grundwissen des Zimmerers: "Während man schmälere, d. h. 9 bis 12 cm breite Schlupfer an jeder der einzelnen Abnagelungsstellen nur mit einem Nagel befestigt, nagelt man die Deckel dagegen stets mit zwei Nägeln an die Unterbauhölzer an." Also ist die Beispielliteratur wohl für eine Ausführung so wie es Hr. Schäfer kennt.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Die rechte Seite...



... ist aufgrund des dichteren Holzes wetterbeständiger. Daß "die linke seite bedingt "wetterbeständiger" ist weil entstehende risse auf der rechten seite eher "aufklaffen"", habe ich noch nicht beobachtet. Holz trocknet doch da mehr (und reißt also auch mehr), wo es weniger dicht ist (Splint). Risse im Holz (ob Schnittholz oder Stammholz) habe ich bislang immer von außen nach innen verlaufen sehen.

Also im Außenbereich m.E. immer rechts vor links.

Innen sehe ich das etwas anders. Besonders bei Hölzern mit größerem Härteunterschied zwischen Früh- und Spätholz (z.B. Nadelhölzer) sollte die linke Seite oben liegen, und traditionell wurde das auch oft so gemacht. Wenn die rechte Seite oben liegt, läuft die Fladerung (also das harte Spätholz) "aus dem Brett heraus", d.H. sie endet in einer Spitze. Durch Abnutzung des davor liegenden weicheren Frühholzes (und befördert noch durch falsche und zu schnelle Kammertrocknung) löst sich dieses Spätholz gern vom Untergrund und es kommt zum "Abschiefern". Solche Spitzen bilden sich auf der linken Seite bei normal gewachsenen Holz nicht, aufgrund der nach oben verjüngenden Form des Stammes läuft die Fladerung in das Brett hinein und bildet Bögen, die kaum "schiefern".

Die Industrie sieht das heute freiich anders, die Ausbeute mit obenliegender rechter Seite ist etwas höher, da man manche Baumkante nach unten "verstecken" kann.

Frohlockende Weihnachtsgrüße

Thomas



Deckelschalung wirft sich



Hallo, liebe Fachleute,
stehe kurz davor, meine Fassade mit einer Boden-Deckelschalung zu verkleiden. Das Holz (Fichte) liegt schon sehr lange auf Lagerhölzern trocken in einer gut belüfteten Garage. trotzdem muss ich jetzt feststellen, das sich die Bretter, je 14,5 cm breit, hohl geworfen haben. Zu lesen ist überall, dass sich Bretter während des Schwindens verziehen und zwar immer vom Kern weg. Das ist bei mir genau anders herum.

Wie bringe ich nun meine Bretter an die Fassade? Trotzdem mit der rechten Seite (Kernseite) nach außen? Ziehen sich die Bretter mit der Zeit wieder zurück?

2. Frage: Muß ich die Bretter zwingend vorher alle mit Holzschutzmittel behandlen, wenn ich die Fassade ohnehin farbig deckend streichen möchte?

Danke für Eure Hilfe...



Insektenschutzgitter bei Boden-Deckelschalung



Hallo,

wir wollen eine Hütte mit mit Lärchenbrettern verkleiden, nun stellt sich mir die Frage wie und mit was für einen Produkt ich die "Hinterlüftung" Insekten- und Mäusesicher bekommen.

Im vorraus schon vielen Dank für Eure Antworten,

Lars.



insektenschutz an Lars und "wurfrichtung"



Hallo Lars,
habs letztes Jahr verkleidet. Habe für den Insektenschutz (Fensterstürze) und Marderschutz (Sockelbereich) mehreres ausprobiert und verschiedenes gemacht. Ich hatte nur den Spalt zwischen "der Bodenschalung". Baustoffhandel: Lüftungsbänder (Dachdeckerbedarf) mit der Schere schneiden, knicken und reinklemmen, wenn der Deckel schon geschraubt ist und du hinkommst. An Fensterestürzen, unter Fensterbank etc. auch gut und ausreichend: Es gibt verschiedene engmaschige Gewebe /(Draht, Nylon etc.) im Baumarkt (z.B. dem "alles außer Tiernahrung", da hab ichs gekriegt) für alles mögliche. Die zurechtgeschnitten, gerollt und reingestopft. Unten, am Sockel sollts aber wirklich Mardersicher sein. Übrigends bzgl. Verwerfen: Habe rechte Seite außen und trotzdem wirft sichs manchmal etwas "andersrum", (seltsam, wieso?? Sämtliche Erklärungen hierzu weiter oben sind nämlich einleuchtend...)
Beste Grüße, Uwe



Lars, Insektenschutz, Nachschlag



Ich hatte vorher nur die Spalten zwischen den Bodenbrettern gemeint. Wenn Wärmedämmung da ist und z.B. zwischen den senkrechten UK Kanthölzern unten am Sockel rausguckt: Solch ein Dachdeckerlüftungsband komplett drüberrollen und z.B. unten an den senkrechten Kantholzenden und/oder unterste Querlatte festtackern. Später immer mal prüfen (Spiegel)
Grüße, Uwe



@ Uwe



Vielleicht ist dann Wasser hinter die Schalung gedrungen, oder die Hinterseite einfach nach längerer Regenzeit feuchter, die Vorderseite aber schon gut besonnt und deutlich trockener - dann schüsselt es nach außen. Wichtig ist auch die Einbaufeuchte. Untertrocknete Bretter können ebenfalls nach außen schüsseln.

@ Lars

Das Forum funktioniert am besten - und Du hast die meisten Antworten- wenn alles richtig einsortiert wurde. Du hast hier ein anderes Thema drangehängt, das nicht so recht zur Überschrift passt. Besser wäre, eine neue Frage einzustellen, Titel "Schalung hinterlüften, insekten- und mäusesicher"

Gutes Gelingen wünscht

Thomas





Dei NR 1