Lieferant Schaumglasschotter im südl. Brandenburg gesucht

12.04.2015



Hallo liebe Gemeinde,

ich habe momentan Schwierigkeiten, einen günstigen/flexiblen Lieferanten für Schaumglasschotter im südl. Brandenburg (Nähe Lübben) zu finden, da ich für die Altbausanierung nur ne kleine Mengen brauche. Die örtlichen Baustoffhändler haben das Produkt nicht auf Lager und bei kleinen Mengen schlagen die Transportkosten natürlich besonders zu Buche.

Hat jemand einen Tipp oder Kontakt für mich? Ich brauche insgesamt rd. 24 Kubikmeter, am liebsten natürlich in Margen von 6, 8 und dann 10kmb in diesem und den kommenden Jahren (ich komme nur von Raum zu Raum voran). Aber es geht natürlich auch irgendwie mit einer Lieferung, denn ich denke doch, dass das Material gut unter freiem Himmel lagerfähig ist, oder?
Der beste bislang recherchierte Preis liegt bei 62€/kbm inclusive Lieferung (ein online-Händler, den Google immer auf Platz 1 listet). Aber vielleicht ist das ja schon ein guter Preis?

Danke vorab für jeden Tipp oder Kontakt,
Peter



SGS



Vorschlag:
Lassen Sie das Zeug weg und ersparen sich den damit verbundenen Aufwand. Es gibt in der Altbausanierung genug kostengünstigere Alternativen, Schaumglasschotter ist in der Altbausanierung kein besonders geeignetes Material.



SGS-Alternative?



Hallo Herr Böttcher,

da Sie gerade die Alternativen zum SGS ansprechen, würde ich mich über Ihren Rat zu folgendem Sachverhalt freuen:
Im EG bilden unsere Streifenfundamente unter den Wänden Wärmebrücken. In den Räumen bringen wir demnächst eine Fußbodenheizung mit entsprechender Dämmschicht ein. Unser Architekt hat nun empfohlen, rund um das Haus außen unter Oberkante Umgebungshöhe einen Streifen SGS 40cm x 40 cm einzubringen, um im Winter die Wärmebrücke nach außen zu minimieren. Die meisten Außenfundamente sind mindestens 80cm tief, allerdings ist ein Teilstück von ca. 8m Länge nicht frostsicher (da dort nur bis ca. 40 - 60 cm unter Oberkante Außengelände ausgeführt). An diesem Teilstück soll mit der SGS-Dämmung auch die Frostsicherheit erreicht werden.
Sehen Sie eine solche Dämmung als sinnvoll an? Falls ja, welchen anderen Dämmmaterialien würden Sie den Vorzug geben und warum?
Vielen Dank für Ihre Antwort vorab!

Hallo Peter,

der Preis von ca. 62 Euro erscheint mir realistisch. Ich habe mich im November mal informiert und habe dabei nichts günstigeres gefunden.

Viele Grüße
Koarl



SGS



Hallo Herr Müller,
ungedämmte Streifenfundamente sind typisch für Altbauten und nichts außergewöhnliches.
Sie von außen zu dämmen bringt wärmetechnisch nichts, aber feuchtetechnische Nachteile und, je nach Baugrund, möglicherweise Gefährdungen der Standsicherheit. Das SGS im Graben bildet bei bindigem Baugrund eine Art Badewanne die bei jedem Regen volläuft und zur dauerhaften Vernässung des Baugrundes führen kann. Bindiger Boden verliert dann seine Tragfähigkeit.
Deshalb: Streifenfundamente zu dämmen oder seitlich abzudichten ist nutzlos und gefährlich.
Bei einer Außendämmung kann man den Sockelbereich mit einer Perimeterdämmung nachrüsten, das mindert die Wärmebrücke erheblich.
Wenn innen gedämmt wird kann man die Innendämmung der Außenwände und die Fußbbodendämmung zusammenführen. Der einzige "Schwachpunkt" sind die Innenwände die zum Erdreich hin nicht gedämmt sind. Die geringen Flächenanteile kann man getrost vernachlässigen, wärmetechnisch ist eine Dämmung dort am Verbrauch nicht messbar und auch mit SGS nicht ausführbar.
Das geht nur wenn Sie die Innenwände auf den Fundamenten dämmen. Das bedeutet abschnittsweises abbrechen der ersten beiden Schichten über dem Fundament und Einbau von Foamglasblöcken- ein sinnloser Riesenaufwand der kaum ohne Schäden abläuft und keinen messbare Energieeinsparung bringen würde.
Was die Frostfreiheit betrifft:
Hier geht es nicht um Wärmedämmung sondern um die Vermeidung von Schäden durch Eislinsen die zu Aufbrüchen führen können. Solche Eislinsen können sich auf bindigem Böden bilden, selbst da kann man dagegen etwas tun. Straßen werden auch frostsicher gebaut obwohl sie im frostgefährdeten Bereich liegen; das sichert man über das Material der mineralischen Tragschichten. Bei Streifenfundamenten ist diese Gefahr im frostgefährdeten Bereich nicht gegeben, immerhin haben diese Fundamente an Ihrem Haus mehr wie einen strengen Winter schadlos überstanden.
Wenn wir schon mal beim Fußbodenaufbau sind:
Lassen Sie sich nicht eine gewaltige Stahlbetonplatte als Träger des Fußbodenaufbaues einreden.
Eine kapillarbrechende Schicht aus Kies ist ebenfalls nicht erforderlich. Es genügen ein paar Zentimeter Beton als Sauberkeitsschicht auf dem Untergrund, also einer geebneten Schicht des gewachsenen Baugrundes, bei Bedarf mit etwas Kiessand in Waage und Höhe gebracht. Darauf dann eine Trennlage (Folie) und darauf 5-8 cm Beton, eben und waagerecht eingebaut und geglättet. Das ist die Arbeitsebene und Träger für die Abdichtung. Darauf kommt dann die Dämmlage, anschließend die Schrenzlage und dann der Heizestrich. Zusammen macht das eine Stärke von etwa 200 - bis max. 250 mm ab Oberkante Fußboden. Tiefer braucht innen nicht geschachtet werden.



Perimeterdämmung, ...



Hallo Herr Böttcher,

der Peter Müller hat die Eingangsfrage gestellt, ich habe mich aufgrund Ihres SGS-Kommentars eingeklinkt.

Ihren gut gemeinten Rat, die Aufbauhöhe zu minimieren, werden wir nicht mehr realisieren können. 10cm Kies, 5cm Sauberkeitsschicht, 12cm Stahlbetonsohle und Feuchtigkeitsperre sind schon eingebaut. Darauf sollen jetzt noch 2-lagige Purmo-Dämmung (1. Dämmplatten Typ DEO, EPS 100, 40 mm; darauf 2. faltjet PUR Faltbahn 58 mm, Typ DEO ds), Heizestrich und Beläge folgen. Ursprünglich war ein Aufbau mit 27cm SGS und 10cm Heizestrich (mit integrierter Stahlmatte geplant), allerdings wurde mir in diesem Forum damals schon vom SGS abgeraten und ein dünnerer (weniger träger) Heizestrich empfohlen (daher dann der oben genannte Aufbau als Vorschlag vom Architekten).

Vorher wurden aufwändig viele Fundamente erneuert. In diesen Bereichen hatten sich die Fundamentsteine zersetzt und die Schwellen sind im Dreck verschwunden und mussten ersetzt werden. Wir sind dabei kleinteilig vorgegangen und haben gut abgestützt, es gab dabei keine nennenswerten Setzungen.

Mit Ihrem Rat hätten wir uns wohl einige Aufwände sparen können.

Die Fundamente außen sind nicht überall geradlinig ausgeführt, da wir in einigen Bereichen nur innen eingeschalt haben und außen das Erdreich die Begrenzung dargestellt hat. Das könnte das Aufkleben etwa einer geschlossenporigen Schaumstoffperimeterdämmung aufwändig machen. Oder gibt es da auch Dämmstoffe, die sich der Oberfläche gute anpassen können?

Stehende Nässe durch die „Badewanne“ ist am Haus nicht problematisch. Nach ordentlichen Regentagen ist das Erdreich zwar sehr feucht, es steht aber kein Wasser über längere Zeiten und auch beim früheren Schachten bei sehr nassen Tagen blieb das Erdreich fest.

Bei dem „Eislinsenproblem“ bin ich mir nicht so sicher. So wie sich viele Fundamentsteine aufgelöst haben und das Fachwerk in der Vergangenheit gearbeitet hat, könnte da Frost vielleicht einiges bewirkt haben. Ehrlich gesagt kann ich die Gefahr nicht wirklich einschätzen. Aber zukünftige Risse durch solche Bewegungen möchte ich vermeiden wo sinnvoll möglich.

Vielen Dank für Ihre Anregungen!
Koarl

PS: Peter, entschuldigen Sie bitte den Umfang unserer Unterhaltung in Ihrem Beitrag. Wenn es umfangreicher werden sollte, werde ich ein separates Thema einstellen.



Streifenfundamente



Streifenfundamente m?ssen nicht unbedingt aus Beton sein. Bei bindigen oder gemischtk?rnigen B?den wurden Steinpackungen oder gut abgestufte Stein-, Kies_ Sand,- Lehmgemische als Fundamentpackung verwandt, der gewachsene Boden verhinderte die Auswanderung durch den anstehenden passiven Erddruck. Die Lasten werden vorwiegend durch Mantelreibung abgetragen.
Wer dort anf?ngt zu schachten denkt dann das Fundament sei morsch.
Nur dort wo kein passiver Erddruck anstand, also im oberen Bereich, wurde das Fundament dann gemauert.
Bei nicht bindigen B?den nahm man trocken geschichtete Klinker- oder Werksteinpackungen die gleichzeitig als Abdichtung dienten und ?berwiegend durch Sohlpressung ?ber die verbreitert geschichtete Sohle trugen.
Im Spreewald wurden z.B. die Schwellbalken auf einzelne gro?e Findlinge bzw. Bl?cke gesetzt, in anderen Gegenden nahm man Pfahlroste oder Schwellroste, je nach anstehendem Baugrund.
Falls doch mal ein abschnittsweises Erneuern der Fundamente von innen (normalerweise macht man das von au?en) erforderlich ist kann man eine Perimeterd?mmplatte als verlorene Schalung innen stellen, aber wie gesagt es ist Bl?dsinn ein Fundament zu d?mmen.



kein SGS - trotzdem interessant



Liebe Kommentatoren,
ich danke Ihnen für die - auch für mich!! - interessanten Ausführungen zu den Streifenfundamenten (hab auch welche, die nicht gedämmt sind). - Bei der Suche nach SGS bin ich zwar nicht weiter gekommen, aber dann verfolge ich den bisherigen Ansatz :-)

Beste Grüße
Peter