holzwurm in deckenbalken - liberon




hallo guten tag!

ich habe in einem 200 jahre alten haus viele Wurmlöcher in den Deckenbalken im Keller entdeckt. stehende holzmöbel waren komplett frisch befallen.
ich möchte wegen den kindern nichts giftiges Streichen aber im bezahlbaren bereich bleiben und auch effektiv sein.

ich bin bei dem produkt "holzwurmtod von liberon" stehengeblieben. reicht es zu streichen oder muß man injizieren?
hat jemand Erfahrung mit dieser anwendung?

danke mfg d. grunert





Hallo,

Erfahrung hab ich keine mit diesem Mittel , ich würde Remmers Aidol Anti-Insekt Plus empfehlen.
Schau mal auf der Remmers Homepage da kannst du auch die Technischen Merkblätter dazu lesen.

MfG Christoph



Häutungen



Liebe Diane, lieber Christoph

Die Produkte "Holzwurmtod" der Fa. Liberon und "Aidol Anti-Insekt Plus" der Fa.Remmers basieren beide auf dem seit langen bekannten und vielfach eingesetzten Wirkstoff "Fluvenoxuron". Dies ist ein Chitinsynthesehemmer der die Weiterentwicklung von Kerbtieren durch Steuerung über ein Enzym verhindern soll.

Es häufen sich jedoch in den letzten Jahren Berichte von Fachanwendern, sowie Untersuchungen (Bundesforschungsanstalt Hamburg) die nur eine sehr geringe bis kaum feststellbare Wirksamkeit vermerken.
Da dieser Wirkstoff kein Kontaktinsektizid darstellt, sondern in genügender Menge von den holzfressenden Larven in deren Darmtrakt gelangen muss, ist eine Aufnahme in genügende großer Menge entscheident. Es bleibt unsicher ob die Eindringtiefe bei oberflächlichen Auftrag groß genug ist, um in genügender Konzentration in den Fraßbereich der Larven zu gelangen.
Bedauerlicherweise fehlen wie bei vielen "Biomittel" auch bei dem Produkte "Holzwurmtod" von Liberon differenzierte Aussagen zum Wirkstoffmengenverhältniss. Dies lässt hier zusätzliche Fragen offen.
Auch muss, wenn genügend große Mengen dieses Wirkstoffens von den Larven aufgenommen wurden, auf deren stark verzögerte und eingeschränkte Wirksamkeit hingewiesen werden. So genügt nach den Prüfgrundsätzen des DIBt ein Einsetzen der Wirkung nach über 52 Wochen und eine Abtötung der Population von min. 80% zur Zulassung.

Mir erscheint es wichtig auf diese Tatsachen hinzuweisen, da dies gerade für den Käufer des Produktes eine wichtige Information darstellt. Es ist sehr bedauerlich, dass gerade Hersteller von "Bioprodukten" aus dem Baubereich es bei ihren hohen moralischen Anspruch immer wieder an der Genauigkeit der Wirktstoffdeklaration und der Konsumentenaufklärung fehlen lassen.


Mit besten Grüßen

L. Parisek





Lieber Herr Parisek,

vielen Dank für diese aufschlußreichen Informationen. Das war mir bisher nicht bekannt. Gibt es denn ihrer Meinung nach ein Mittel das sie empfehlen könnten?

MfG Christoph




Lutz Parisek

Lieber Christoph
Abgesehen davon, dass vor einer Bekämpfung die Vitalität des Befalls nachgewiesen werden sollte um keine "Leichensschändung zu betreiben, hier mit aller Vorsicht meine sehr allgemeinen, unverbindlichen und unvollständigen Empfehlungen:


Bewährte, sichere und kurzfristig wirksame Bekämpfungstechniken gegen einen aktiven tierischen Holzschädlingsbefall sind (So sie gewissenhaft und nach den einschlägigen Empfehlungen und Normen ausgeführt werden):

+ Begasung mit toxischen und inerten Gasen
+ Chemische Bekämpfung mit Wirkstoffen auf Basis diverser zugelassener Pyrothroide
+ Thermische Verfahren (Heißluft, Mikrowelle)


Gruß
L. Parisek



*nachweis der vitalität des befalls*



lieber christoph, kieber

vielen dank für eure ausführlichen hinweise und stellungnahmen.

wie weist man denn die *vitalität des befalls nach*?

(ich hatte schon die idee nichtbefallenes Holz auszulegen, um die würmer aus den Balken zu locken...!) das ist natürlich eher verspielt als wissenschaftlich...

soll ich einen spezialisten hinzuziehen?

einen schönen sonntagabend,
diane