Elektroinstalation im Altbau

08.04.2005



Hallo,

ich bin dabei mein, wie schon öfters beschrieben, 100 Jahre altes Bruchsteinhaus zu sanieren. Jetzt stellt sich die Frage nach der passenden Elektroinstalation. Es steht zur Wahl díe einzelnen Kabel in den Zimmern weiter zu verwenden und nur die Zuleitungen neu zu verlegen, oder eine komplette Neuinstalation vorzunehmen. Bei beiden Varianten wird eine neue Verteilung aufgebaut und die Kabel zu den Räumen unter einer noch aufzubauenden Deckenabhängung mit Gipskartonplatten, verlegt. Bei der Komplettlösung mache ich mir nur Sorgen um die Schlitze in den Wänden. Es ist fast ausschließlich ein nicht allzu fester Lehmputz auf den Wänden wo ich Angst habe das er beim Schlitzen der Wände Schaden nimmt. Dann frage ich mich womit die Schlitze wieder geschlossen werden müssen? Lehm oder ein anderes Material wie Gips, Rotband o.Ä.?

Danke für die Antworten
Dietmar





Hallo !

Fangen wir doch mal anders an. Sind tatsächlich (runde)Kabel verlegt ? Kabel in der Wand einputzen ist normalerweise keine klassische professionelle Elektroinstallation, aber irgendwie im Heimwerkerzeitalter stark in Mode gekommen. Es wurde früher gerne ein Blechrohr verlegt in das Drähte eingezogen sind. Später waren die Rohre dann aus Kunststoff. Damit hättest Du die Chance einfach neue Drähte einzuziehen, aber es wird ja auch um zusätzlichen Steckdosen gehen.

Ich erweitere seit kurzem auch eine E-Installation in Lehmwänden. Schlitze schneide ich mit einer langsam laufenden Flex mit grober Diamanttrennscheibe. An ein paar Stellen mit Gips fixieren und den Rest mit Juteband und Lehm wieder zuputzen. Geht prima.

Für die grundsätzlichen Dinge, Verteilung, Potentialausgleich usw. hast Du aber schon Beistand von einem Fachmann ?

Viele Grüße,
Karsten



Elektro



beistand ist vorhanden. Die Kabel sind zumindest teilweise Stegleitungen und runde Kabel. Ich habe noch nicht alle Räume überprüft. Alle sind mit Schutzleiter und werden wenn sie in der Wand bleiben auch auf Schäden mit einem Messgerät geprüft.
Ich bin mir halt nicht sicher wegen des Putzes. Er hört sich an sehr vielen Stellen hol an was ich aber auf die innen liegenden Fachwerkwände zurückführe. Der Putz ist zwar in den Wandecken rissig aber vollflächig noch ganz und sieht auch nicht so aus als wolle er runterfallen.

Vielen Dank für die Antwort

Dietmar





ich würde leitungen die bereits mit schutzleiter versehen sind
und deren Isolierung o.k. ist drin lassen sofern der Querschnitt zur zukünftigen leistungsaufnahme passt

ansonsten erneuern

übrigens sieht entsprechend gemacht aufputz gar nicht so schlecht aus

gruss aus münster



Aufputz



Hallo Dietmar,

bei uns im Haus ist es ähnlich: Auch ich möchte nicht alle neuen Leitungen unter Putz verlegen, weil dieser schon sehr trocken/spröde ist. Ich habe das Gefühl früher (1909) wurde nur Sand zum Bauen verwendet. Ich bessere nur die losen Stellen aus und belasse den Rest wie er ist.

Die alten Stromleitungen (Flachband) sind sehr brüchig, ich entferne sie Raumweise komplett und ersetze sie durch Aufputz-Leitungen in 15x15 mm oder 30x15 mm Kunststoff-Kanälen. Diese fallen bei geschickter Verlegung kaum auf - zumindest stören sie uns nicht.

Wollte ich für alle Leitungen (tiefe) Schlitze einbringen müsste ich alle Wände neu verputzen...

Alles Gute,

Andreas



Besser die Schlitze verfugen



Hallo ihr schlitzeklopper!
Um uenen optimalen Übergang zu bekommen verwendet zum Verputzen nicht nur den Mörtel, sondern fügt noch ca. 5% Flexkleber bei. Dann gibt es auch keine Risse in den von Alt- nach Neu- Verbindungen. Ich hoffe euch damit einen guten Tip gegeben haben zu können.