- Spezielle Fragen zur Ausfachung -

20.09.2011



Hallo, ich bin gerade dabei, eine Außenwand meines Fachwerkhauses zu sanieren und habe ein paar Fragen dazu.

Hier vorab ein paar Eckdaten, die wichtig sein könnten/sollten.

Die Gefache bestehen aus Eichenholz und sind durch Einbau einer neuen Schwelle und Anschuhen der Ständerbalken bereits instand gesetzt.

Die Wand (Nordseite) ist keiner direkten Bewitterung ausgesetzt, da der Dachüberstand sehr groß ist, so dass nicht einmal der Sockel Regen abbekommt.

Die Ausfachungen bestanden bisher aus Lehmziegeln (etwa Reichsformat). Diese Lehmziegel sollen auch wieder verwendet werden.

Als Fachliteratur habe ich mir das Buch „Fachwerk - Entwicklung - Instandsetzung - Neubau“ von Manfred Gerner gekauft.

Folgende Fragen beschäftigen mich derzeit:

1. Im Fachbuch von Gerner wird geraten, vor dem Ausfachen trapezförmige Leisten in die Gefache zu nageln bzw. oben (am Ende des Fachs) eine Nut einzufräsen/-arbeiten. Aus welchem Holz sollten die Leisten sein?

2. Ist es ratsam die Gefache (samt Leisten) dort wo der Lehm anliegt, vorher mit Holzschutz zu behandeln? Oder vermindert dies die Haftung des Lehms am Holz? Wenn Holzschutz, welches Mittel ist zu empfehlen?

3. Müssen die Lehmziegel vor dem Einbau mit Wasser angefeuchtet bzw. getränkt werden oder können sie trocken mit frischem Lehm eingesetzt werden?

Ich dank euch schon mal vorab für kurze Rückmeldungen!



Gefache ausmauern



Hallo Bernd,
Das mit den Leisten ist richtig und wichtig.Die sollten aus Eiche sein.
Die Balken sollten vor dem Ausmauern mit Leinöl gestrichen werden.
Die Lehmsteine sollten nicht "gewässert" werden.

viele Grüße



Balken-Öl



Frage

Wieso denn bitte die Balken ölen?
An der Gefachseite oder nur Außen?

Leisten gehen in Eiche (1), Lärche (2) Kiefer (3) oder Fichte (4)

Unten würde ich lieber ne Nut machen als ne Leiste.

Holzschutz würde ich Waid nehmen.

Ich würde auch die Steine vornässen. (kommt ein bisschen auf die Steine an)

M. Gerner ist nicht schlecht - aber bei weitem kein Handwerker!
Also Vorsicht.

FK



Es gibt wie immer verschiedene Meinungen



Hallo Bernd

Ölen der Gefachseiten ist umstritten. Die einen propagieren rundumlaufenden Holzschutz, die anderen die durchs Öl be- oder verhinderte Anbindungsfähigkeit des Lehms ans Holz. Ergebniss offen.
Wasserlösliche Alternative: Siehe F.Kurz oder Wood-Bliss (Ist meiner Meinung nach aber nur im näheren Umfeld von sanierten Schadensbereichen notwendig) oder Borsalz (Wird(wieder)meiner Meinung nach zu Unrecht verteufelt)
Leisten oder Nuten umlaufend zwingend erforderlich. Wenns Fachwerk schon steht, sind Leisten dem nachträglichen Nuten vorzuziehen. Damit die Steine nicht kippeln, kannst Du unten mit zwei nebeneinander auf Abstand (Steinbreite beachten) gesetzte Leisten arbeiten.
Holzart:
Eiche hält am längsten.
Lärche,Kiefer ist anschmiegsamer bei unebenen Balkenflächen.
Fichte eher nicht.
Wässern siehe F.Kurz, nicht das Du plötzlich Putz statt Steine hast. Außerdem muß die Nässe auch wieder raus und Lehm hält sie lange und der Sommer ist vorbei.
Anfeuchten aber immer gut zum anlösen der Oberfläche.

Das wichtigste: Die umlaufende Anschlussfuge ans Holz nach einiger Zeit (Trocknungsverlauf beobachten) mit passendem Holzstück oder gekürzter Fugenkelle nachverdichten zum Schwundausgleich und gegebenenfalls (Oben ist der Schwund am größten) nachfüllen. Später alle Außenfugen 1cm tief auskratzen für gute Putzhaftung, aber vollflächig und nicht dreieckig.

Buchtipp: Wolfgang Lenze, Fachwerkhäuser restaurieren-sanieren-modernisieren. ISBN:978-3-8167-8104-2 bei Fraunhofer IRB Verlag. Halte ich für den Selberbauer besser geeignet, da anschaulich und praxisnah (Müßte eigentlich Praxisnächst heißen)

Viel Erfolg!!