Sockelleiste: Mdf oder massiv?

22.07.2013 Ramona



Entschuldigt die banale Frage, aber ich bräuchte eine Entscheidungshilfe. Was empfiehlt sich als Material für Sockelleisten auf Massivdiele (altes Nadelholz bzw. neue Eiche)? Die Wände sind - nun - alles andere als gerade. Entsprechend dachte ich an mdf, weil es biegsamer ist.
Nun erzählt mir aber Hinz und Kunz, was das für eine Bausünde sei, in das alte Haus mit dem schönen Dielenboden mdf-Leisten zu montieren. Ist es das?
Was hat Euch zu Eurer Entscheidung bewogen?
Danke sehr :-)



Meine



persönlche Erfahrung: beide Materialien kriegen irgendwann Dellen, und bei MDF fallen die auf. Das Material beginnt dann auszufransen und außerdem erkennt man die dunkle Eigenfarbe. Sprich: es fällt auf, dass das kein Echtholz ist.

Ich würde daher immer zu Massivholz greifen.



ja es ist so



bitte massiv, alles andere ist gruslig.
Hier in Leipzig haben wir den Laden hier
http://www.leipziger-kistenfabrik.de/index.php?id=29





Hallo
Das ist ja eine interessante Firma in leipzig.Fragt sich nur,wie die preise sind?
Ich habe mir meine Sockelleisten mit eine Oberfräse nach dem alten Original selbst gefräst.Das Holz dafür habe ich mir im örtlichen Sägewerk zuschneiden lassen.
Gruss Steffen



Fußleiste dreiteilig



Nach meiner letzten Laminatverlegung im Altbau stand ich vor dem gleichen Problem mit den krummen Wänden. Ich klebte ein der Länge nach halbiertes Stück Laminat (ca. 10cm breit) mit Montagekleber an die Wand und klebte mit farblich passenem Acryl unten einen gebeizten Viertelstab und oben eine gebeizte Abschlussleiste an.
Die einzelnen Leisten waren deutlich flexibler und passten sich der Wand an.
Natürlich geht das auch mit Vollholz.
Sinn war es in meiner Wohnung noch entspechend hohe Scheuerleisten zu bekommen, da teilweise die Heizrohre noch vor der Wand liefen und dort keine handelübliche Scheuerleiste weder dahinter, noch davor passte.

Gruss Sascha



Fußleiste dreiteilig



Meine Konstruktion am Heizrohr.



Habe



grade "custom-made" Fußleisten aus Eichenvollholz eingebaut und die Dinger konnte man, mit entsprechenden Schrauben (5x80), ganz gut an meine Lehmputzwände dranzeihen...
ging sogar bei nem Trümmer vom 34mm Stärke und kleine Spalten zwischen Leiste und Wand sind tolerabel
grüße
ole



nicht teuer



Hallo Stephan,

das Leipziger Profil 1,50€/m bei der mit 45mm Höhe.
Die verraten aber Preise am Telefon.
Also einfach mal anrufen.





Das geht ja vom Preis!
Hier mal meine selbstgefrästen und die Heizrohrverkleidung,sowie der Übergang.





Hier der Übergang



MDF,



also leimgebundene gepresste Reste mit Holzdekorpapier, ist das denkbar schlechteste Material für eine Fußbodenleiste (ausbröseln, aufquellen etc.) Gerade da, wo es am ehesten kondensieren kann, sollte auch aus bauklimatischen Gründen sowas außenvor bleiben (und den Laminat - Riegel im Sockelbereich finde ich aus diesem Grund sehr problematisch).

Zu einer massiven Diele passt letztlich keine gepresste MDF-Stange.

Im übrigen wurden Dielen historisch allermeist mit liegenden profilierten Wischleisten kombiniert, wo es nicht gerade einen deutlich repräsentativen Bereich (Schloss etc.) betrifft. Vorteil: einfachere Montage. Ein bauklimatisch schwierigerer Bereich wird nur gering abgesperrt. Hinterschneidet man das Profil schräg, liegt es nur mit der oberen Kante tatsächlich an.

So ist denn auch das sog. "Leipziger Profil" der Kistenfabrik ein typisches liegendes Profil.


Grüße

Thomas



Ihr habt mich überzeugt :-)



Vielen Dank für die zahlreichen Antworten und Ideen! Also wird es Massivholz.

@stephan
Wie hast Du denn die Heizungsrohre verkleidet? Einfach die normale Fußleiste und ein Brett obendrauf? Und was hast Du für die Leisten ungefähr gezahlt? Ans selber Fräsen mit Schwagers Oberfräse hab ich nämlich auch schon gedacht.

@Thomas
So ganz kapier ich nicht, was ein liegendes Profil ist, auch google half nicht. Auf der Website der Leipziger steht das Leipziger Profil doch auch senkrecht an der Wand, oder?



Ein...



"liegendes" Profil liegt in seiner größeren Ausdehnung auf dem Boden. Wie das nun im Katalog eingestellt wurde, ist nicht so wichtig.

Grüße

Thomas





"Im übrigen wurden Dielen historisch allermeist mit liegenden profilierten Wischleisten kombiniert"
Das heißt, auf ein liegendes Profil kam dann das stehende?

Und heißt es insgesamt, es ist zu empfehlen, die Sockelleiste oben nicht irgendwie abzudichten, sondern einen kleinen Spalt zu lassen?



liegendes Profil finde ich auch nicht.



Das leipziger Profil kenne ich als Leipziger nur stehend so wie auf der Webseite. Meist in der Diele vernagelt.
Ich hab sie mit Montagekleber mit kleinem Spalt zum Holzboden an der Wand verklebt.



Nein,



damit meine ich daß zu Dielung ein liegendes Profil ganz überwiegend kombiniert wurde - und wird. Ein stehendes Profil von 20 oder 24mm Tiefe und einer Höhe von 36 oder 40mm kann man zumeist gar nicht auf den Dielenboden nageln (Dielen haben meist Abstand zur Wand!) und es geht, wenn doch, besch...

Stehende Leisten werden oft in Verbindung mit Mehrschichtparkett eingesetzt. Da reichen dann 8 oder 10mm Stärke, weil die Wandabstände des Bodens geringer sein dürfen.

Nach einem "Liegenden Profil" könnt Ihr lange googeln, das ist kein Eigenbegriff, sondern beschreibt lediglich, daß das Profil liegt statt steht.

Grüße

Thomas



Hier



am Balkan gab es überhaupt meistens ordinäre gleichschenkelige Dreikantleisten mit so um die 30 mm Schenkellänge. Entweder Fichte/Lärche oder Eiche, je nach Material des Bodens. Üblicherweise mit 40er-Drahtstiften in den Boden genagelt. Stehende Hartholzprofile 20 mm stark und von 120 aufwärts hoch gab es nur in Villen und Palais. Dafür waren Dielen ab ca. 1900 praktisch nur mehr in Arbeiterwohnungen zu finden, sonst gab es Fischgrät oder gar Tafelparkett.

Aktuell wollen Bodenleger meistens gerne liegende Profile oder "Schweizerleisten" verkaufen, entlockt mir regelmäßig einen Schreikrampf weil das zu einem Altparkett absolut nicht passt.

Hinter manchen Möbeln waren hier noch kleine Reste der Original-Dreikantleisten, ziemlich kräftig gemaserte Eiche.