Dreikantleisten für Gefacheausmauerung

21.08.2003



Ich möchte bei meinem Fachwerkhaus die Gefache ausmauern. Dazu benötige ich Dreikantleisten. Leider weiss ich nicht, wo kann man solche Dreikantleisten bekommen?





wer suchet, der wird finden - da haben sie in diesem fall aber vermutlich pech, denn was man so an dreikantleisten im Baumarkt bekommt, ist für fachwerkausmauerung meist untauglich - Weichholz und zu klein. sie könnten sägewerke und schreinereien in der umgebung abklappern und mal fragen, ob man ihnen dort für eine brotzeit einen satz leisten sägt. ich habe mir selber geholfen und auf der baukreissäge einen 45-Grad-Anschlag aus einer starken Bohle (mit der Handkreissäge auf gehrung geschnitten) mittels schraubzwingen fixiert und dann aus dachlatten (auch nicht optimal) und einigen eichenbrettern (besser, aber mühsam, weil man das sägeblatt oft nachschärfen muss) rund 200 meter dreikantleisten selbst geschnitten. alle finger sind noch dran, die neuen gafache superfest.
gruß günter flegel, wagenhäuschen



Gefachausmauerung



Statt Dreikantleisten
1. fingerstarke Weiden-,Haselnuß- oder sonstige Ruten, geschält oder mit Rinde. 2. Entsprechende Rundholzstangen aus dem Baumarkt. 3. Jede dritte Steinschicht rechts und links (Schichtenversetzt) 120iger Nagel zu 1/3 ins Holz, mit Zementschlempe einpinseln. 4. Beidseitig der Gefachseiten 8er Rundeisen befestigen, mit Zementschlempe einpinseln. Noch mehr ? Viel Erfolg





das mit den ruten ist eine gute idee, aber rundhölzer? da tun mir jetzt schon die finger weh, außerdem müsste man die wohl vorbohren, weil sie sonst sicher springen (meistens buche!). das mit den nägeln geht natürlich auch, gibt aber lange nicht so eine innige und dichte Verbindung zwischen holz und stein. die gute alte dreikantleiste hat schon ihre vorzüge ...
günter flegel





...die leisten haben nicht nur den zweck, die gefache zu halten, sondern auch (bedingt sicherlich) eine art winddichtigkeit zwischen holz und gfache zu unterstützen. dicke nägel stabilisieren sicher auch, aber erfüllen einerseits den genannten zweck nicht und andererseits haben wir da einen schönen punkt an dem unser Tauwasser im Gefach niederschlagen kann. also: dreikantleisten sind schon richtig. woher? entweder wie g. flegel beschrieben oder, meines wissens gibt es in hess. lichtenau eine leistenfabrik, vielleicht habe die zufällig sowas im programm oder machens günstiger als ein schreiner?
schöne grüsse-chr. bernard





Hi,

fragen Sie mal ein Baugeschäft ob die sowas haben.
Ich habe meine Dreikantleisten auch von einem Baugeschäft, sind aus Buche und auch nicht all zu teuer.

MfG
Fritz



Buche - mmhmm



Buche ist eigentlich für derartige Dinge nicht tauglich...Das Holz hat kaum Resistenz gegenüber Witterungseinflüssen, Feuchtigkeit und holzzerstörende Pilze. Da kommen selbst Nadelhölzer wie Kiefer und Lärche besser weg. Buche sollte eigentlich nur im trockenen Innenbereich eingesetzt werden. Hallo Fritz, ich würde Buche eher nicht einsetzen... Grüße aus Leipzig von



noch einer - mmhmm



@Arno Otto: Auch Zement hätte bei mir im Fachwerk nix verloren. Zement und Eisen haben ganz andere bauphysikalische Eigenschaften als Holz. Die Gefahr der Kondenswasserbildung im Anschlußbereich wäre mir einfach zu groß. Mag übervorsichtig klingen, aber ich habe die Schadensfälle schon gesehen. Dreikantleisten sind schon in Ordnung. Holzarten: Kiefer, Eiche, engringige Fichte, aber alles möglichst splintfrei. Grüße



Dreikantleisten



Die Leisten gibt es in jedem gut sortierten Baustoffhandel, werden von Betonbauern zum Brechen der sichtbareb Betonkanten in die Schalung genagelt, Schenkellänge ca 2cm, Gruß Jürgen



Selbst ist der Mann!



Da der Handel ganz schön zulangt beim Meterpreis, mache ich mir meine Leisten alle selbst!!!! Ein guter Tischler in meinem Ort sammelt mir sein gesamtes Abschnittsholz und ich lasse dann meinen Vater einmal einen ganzen Tag bei ihm dieses Holz zu Leisten auftrennen und danach mit einer Gehrungseinstellung diese zu Dreikantleisten. Mit einem Kuchen (selbstgebacken natürlich und einem Paket Kaffee!!) ist vieles heute wieder möglich. Leistenbreite:25 x 25 mm und diagonal aufgesägt ergibt sich eine Leistenhöhe vom Dreieck von ca. 15 mm. Somit günstig, da sägerauh und Nadelholz!! Der Einbau immer mit verzinkten Nägeln oder mittels Drucklufttacker (KLammern ca. 30 mm). Alles Palletti? Grüße aus der Fachwerkheimat OL.



Gefachausmauerung



Eine interressante Diskussion zu einem noch interressanterem Thema. Ich habe Alternativen aufgezeigt (Forum 6053)die durchaus ihre Berechtigung haben und sich in der praktischen Bauausführung bewährten. Wie angemahnt (ff.:6062 ;6057)zur Bauphysik. Die gegenwärtige "Baukunst" ist auf absolute Energieeinsparung ausgerichtet. Allgemein muß man doch mal mitbekommen, daß bei Fachwerksanierungen die gegen Null gehende Luftdurchlässigkeit der Wände und Fenster, sowie durch den Wegfall der direkten Entlüftung über den Schornstein und offenen Feuerstellen und einer hohen Temperierung aller Räumlichkeiten eine erhöhte Feuchtelast vorhanden ist. In meinen nun 38 Jahren auf dem Bau habe ich die Zeitspanne von der "Sanierung" bis zum ersten Schaden oft und gut feststellen können. Nun zu den Problemen: Die Gefachsicherung mit Stahlnägeln in den Läuferschichten ist eine altbewährte Technik. Im Holz rosten die Nägel nicht. Das Einschlemmen mit Zementmilch dient dem Rostschutz des in dem Kalkmörtel liegenden Nagelabschnitts (Analog der Bewehrung im Stahlbeton). Man kann auch mit Zinkspray arbeiten o.ä. Im Gefach sind Abrisse zum Fachwerk nicht zu vermeiden. Bei richtiger Fugenausbildung (Kellenschnitt, Abfasen der Balken etc.) ist eine ausreichende Lüftung der Fugenzone vorhanden, so daß keine Kondensfeuchte auftritt. Das muß auch so sein, denn der Luftaustausch mit dem Gebäudeinnern ist versperrt. Auch eindringendes Niederschlgswasser kann so ungehindert ablaufen. Eine besondere Problemzone bildet die Wetterseite, ist aber ein anderes Thema. Weiterhin ist Fachwerk nicht gleich Holz sonder bildet einen Verbunkörper ähnlich dem Stahlbeton. Um zum Schluß zu kommen: "kein Denker trifft die Wahrheit vollkommen, keiner geht völlig in die Irre, jeder trifft in Teilen die Natur der Sache; und wenn auch der Einzelne recht weit zurückbleibt, aus der Zusammenarbeit der Vielen wächst der Wissensstand". ARISTOTELES (Metaphysik II). mfg.





hallo arno otto, deswegen ist dieses forum ja auch so schön: man streitet nicht, man tauscht sich aus, und keiner wähnt sich im besitz der einzigen wahrheit. und so bleibt jedes haus und jeder forumsteilnehmer eine persönlichkeit für sich. macht richtig spaß!
günter flegel, wagenhäuschen