Holztreppenstufen reparieren

15.12.2007



Bei einer alten Holztreppe wurden vor etlichen Jahren ein Novilonüberzug gemacht. Dazu wurden die Stufenvorderkanten abgetrennt; der Untertritt wurde quasi entfernt. Da ich die Treppe wieder in hölziger Form ans Tageslicht holen möchte, stellt sich mir die Frage, wie ich die abgehakten Teile ersetzen kann. Es handelt sich um eine 'normale' Holztreppe mit Wangen und eingefälzten Tritten. Was gibt es da für Möglichkeiten?



Vermutlich ist die erste Option:



Treppenabsäger verfluchen!

Danach eine möglichst gerade Schnittkante herstellen.
Entsprechende Hölzer in passenden Größen herstellen, Vorderkanten leicht runden. Sollte die Treppe keine Setzstufen haben, lässt es sich leicht mit Schraubzwingen spannen. Wenn nicht, behelfe ich mir mit Schrauben, die einen sehr kleinen Kopf haben (Spax-Dielungsschrauben) und sich gut versenken lassen.

Als Kleber empfehle ich einen sehr gut füllenden und elastisch bleibenden 2K Kleber, Ponal Duo. Falls die Originalfarbe (Hell fichtenfarbig) nicht passt, kann der Kleber leicht mit Erdpigmenten gefärbt werden. Wichtig: 2min gründlich mischen, danach zügig auftragen. Immer nur kleinere Mengen mischen. 24h ohne Belastung aushärten lassen, erst danach Überstände entfernen.

Gutes Gelingen

Thomas





Vielen Dank für die Anleitung!

Eine Frage habe ich noch: Die Stufen waren ja seitlich in einem Falz eingelassen. Wenn ich die Leiste nun nur vorne anleime, ist sie dann noch stabil genug?


P.S. Den Säger habe ich schon zigfach nach Madagaskar, dem berühmten Land, wo der Pfeffer wächst, gewünscht.



Einseitig



könnte man die anzuleimende Leiste in den Falz einfädeln.

Wenns beidseitig sein soll, kann man z.B. die Leiste im sehr spitzen Winkel auftrennen, die Enden der beiden Teilstücke in die Fälze schieben und dann die Leistenstücke mit sich und der Treppenstufe verleimen. Das Ist viel Aufwand, und wohl nicht immer (EFH) erforderlich.

Grüße

Thomas





Nochmals vielen lieben Dank.

Das gäbe wohl eine ziemliche aufschneid-zusammenkleb-Orgie. Ich hatte gehofft, es gäbe da noch einen Geheimtrick. Dem blossen Leimen vertrau ich zu wenig.
Ich werde ich also mal sehen, wie's aussieht, wenn ich am Rand die anzubringende Leiste unterstütze. Entweder mit einer senkrechten Leiste in der Kante Wange/Setzstufe, oder mit keilförmigen 'Winkeln', die an der Setzstufe angebracht sind.



Vielleicht so:



Die Leisten auf das lichte Wangenmaß plus 1x Wangeneinstand
sägen, einseitig einfädeln und um den halben Einstand in
die gegenüberliegende Wange schieben. Danach anschrauben wie beschrieben.
Als Kleber würde ich einen glasfaserverstärkten PU-Kleber
(von Beco oder Würth oder...) nehmen.
Klebt super, ist nicht so teuer wie Ponal Duo und füllt auch kleine Fugen.
Wenn das immer noch nicht sicher genug ist: zusätzlich alle 20cm einen Lamello-Flachdübel in Leiste und Stufe einfräsen und mit verleimen. So eine Fräse hat eigentlich heute jeder Tischler/schreiner.
Gutes Gelingen !
Holm



Wenn du



mit dem Kleben Angst in punkto Haltbarkeit hast, kannst du eine schöne Keilleiste als Absteifung an das senkrechte Brett machen. Dieses ist nämlich das eigentlich tragen Bauteil bei normalen Treppen. Wenn du rankommst kannst du sogar von hinten versenkt anschrauben. Stöpsel drauf und schön verschleifen.

Gruß Marko



Also,



Ponal Duo hält jedenfalls auch ohne Keilleiste. Ich habe mal Spaltproben gemacht - der Sprung war immer im Holz, nie in der Leimfuge. Und es füllt hervorragend, auch größere Abstände. Teuer ist es, leider.

Mit PU-Klebern habe ich auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Vielleicht war die Hirnholzverleimung einer Tischsäule aus Kirschbaum aber auch eine echte "Grenzbebauung". Faserarmierte PU-Kleber habe ich noch nicht ausprobiert, schaun wir mal...

Grüße

Thomas



Thomas der kleine Tüftler



hat alles auf Herz und Nieren geprüft, so sollten alle Handwerker sein. Bienchen von mir!

Gruß Marko