Leinölfirnis in Sumpfkalkfarbe und Wasserdampfdiffusion

14.10.2011



Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich habe eine Lehmwand mit stark verdünnter Sumpfkalkfarbe gestrichen, die auch Leinölfirnis enthielt. Am nächsten Tag brachte ich den 2. Sumpfkalkanstrich auf und bemerkte, das der Untergrund natürlich fester geworden ist, was mit dem Voranstrich auch bezweckt worden ist, allerdings auch die neue Farbe fast abperlte. Erst nach und nach drang die Farbe in den Untergrund ein.

An einer "Teststelle" habe ich eine Fläche reinen Lehmputzes mit Sumpfkalkfarbe + Leinölfirnis und eine andere Fläche nur mit Sumpfkalkfarbe gestrichen. Wenn man Wasser, z. B. aus einer Pipette, auf die getrockneten Testflächen bringt, dann läuft bzw. perlt das Wasser auf der Fläche mit dem Leinölfirnis fast wie auf einem mit Dispersionsfarbe gestrichen Untergrund hinab. Auf der anderen Testfläche ohne Leinölfinis wird das Wasser rel. schnell von der Wand aufgesogen.

Mir ist klar, dass man bzgl. der Diffusionsfähigkeit des Anstrichs nicht Wasser mit Wasserdampf gleichsetzten darf.

In anderen Beiträgen wurde auch schon spekuliert, dass der geringe Zusatz von Leinölfirnis die Dampfdiffusionsfähigkeit nicht besonders beeinflussen sollte. Mir kommen aber angesichts des deutlichen Unterschieds bei der Wasseraufnahme Zweifel. Kann es sein, dass Leinölfirnis evtl. doch mehr negative Auswirkungen auf die Wasserdampfdiffusion hat, als angenommen?

Braucht es eigentlich im Innenraum die Zugabe von Leinölfirnis? Bei meiner glatt verputzten trockenen Lehmwand haftet der Testanstrich mit reinem Sumpfkalk tadellos, ohne abzukreiden. D. h., ich könnte auf ölhaltige und sonstige Zusätze verzichten?

Grüsse
Gerry



Firnis in Kalk



Hallo,

Firnis in Kalk soll die Sauerstoffaufnahme verbessern und eine bessere Verstreichbarkeit ermöglichen. Natürlich nur in einer Zugabe von 0,5%.
Das der nächste Anstrich perlt kann nur an einer viel höheren Zugabe liegen. Wie hoch lag dieser?

Zu der anderen Frage: Leinölfirnis beeinflusst in keinster Weise die Diffusionsfähgigkeit. Egal ob als eigenständiges Anstrichmittel, noch als Emulgator in Kalk oder Leim.

Zur dritten Frage: Warum tust du überhaupt etwas in den Kalk? Eine gute Kalkfarbe besteht lediglich aus mindestens 3 Jahren abgelageten Sumpfkalk und wird dementsprechend auf Streichkosistenz verdünnt. Zugaben erfolgen, wenn überhaupt, lediglich in den ersten ggf. zweiten von fünf Anstrichen.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

MfG



Hallo,



Deine Antwort beruhigt mich ertsmal.

Der Sumpfkalk ist von der Fa. Glück. Die haben 50 ml Leinölfirnis auf 10 kg Sumkpfkalk beigelegt. Macht also ca. 0,5% auf die Masse bezogen. Ich habe 2 kg Sumpfkalk verwendet und entsprechend Leinölfirnis hinzugefügt. Viel höher als 0,5% Öl habe ich nicht beigemischt.

Ich dachte zunächst, dies sei außer den bekannten Gründen auch für die Wischbeständigkeit nötig. Geht aber auch ohne.

Ab heute werde ich ohne Leinölfirnis weiterarbeiten.
Außerdem bekomme ich nächste Woche über 10 jährigen Sumpfkalk geliefert. Ich hoffe, die Qualität ist entsprechend gut.

Grüsse
Gerry



Wie bereits in einem anderen Thread geschrieben,



ist der Altmannsteiner Sumpfkalkbrei gelblich. Der Sumpfkalkbrei von Glück dagegen ist weiß.

Nach dem abtrocknen kann ich jedoch keine großen Unterschiede feststellen. Evtl. ist der Kalk von Glück etwas strahlender.

Grüsse
Gerry



sumpfkalk leinölfirnis



hallo,hast du vielleicht nicht in der richtigen reihenfolge gemischt?das Leinöl muß immer mit dem sumpfkalk ordentlich vermischt werden und dann kommt erst wasser dazu(ganz wichtig) und dann die eingesumpften farben.gibt man das leinöl erst in Kalkmilch ist die Verbindung nicht mehr gegeben. liebe grüße brigitte



Hallo Brigitte,



ich habe schon darauf geachtet, dass Leinölfirnis zuerst mit den Kalkbrei verrührt wird und dann alles mit Wasser verdünnt wird.

Die Decke ist besteht aus mit Gips sehr glatt verspachtelten Leichtbeton. Die Farbe zieht relativ schnell an, sodass ich kaum Zeit hatte, überall Nass in Nass zu arbeiten.

Es gibt zwar noch an den Rändern zu den Wänden an einigen Stellen schwach durchschimmernde Stellen, jedoch bin ich mit dem gestrigen letzten Anstrich sonst soweit zufrieden, dass ich das Thema Decke endlich abgehagt habe.

Eine grob verputzte Lehmwand war übrigens nach 3 Anstrichen schon homogen deckend.

Grüsse
Gerry