altes und neues Holz ölen

23.05.2011



Liebe Gemeinde!

In unserem Wohnzimmer wollen wir die alten Deckenbalken (ca. 1870 und sicherlich keine Eiche)sowie aber auch das "neue" Deckenholz ölen. Hiervon versprechen wir uns einen satten Holzton, der die Maserung schön hervor hebt sowie eine Oberfläche, die hoffentlich Entstauben usw. vereinfacht. Den Makita Bürstenschleifer hatten wir uns damals gekauft. Sooo gaaanz konnten wir uns aber für die dann entstandene Struktur nicht erwärmen, tendieren zur Zeit eher zu glatten Oberflächen.

Das alte Holz hat augenscheinlich keinerlei Behandlungen bisher erfahren dürfen, es befand sich (zumindest die letzten knapp 30 Jahre in der Zwischendecke.

Und nun mein kleiner Fragenkatalog:

1. Die Balken sind soweit glatt, sind damals gehobelt worden. Mein Mann hat sie gefegt und nun die Idee mit einem Kompressor Staub und Co. aus den Fugen zu pusten. Kann doch nix passieren, oder?! Waschen würden wir ungerne, da dann wieder ein Trocknungszeitraum eingeplant werden muss.

2. Die neuen Deckenholzbretter sind aus Fichte und kammergetrocknet.

Grundsätzlich würden wir gerne alles mit einer Ölsorte behandeln. Nach zwei Tagen in diesem Forum raucht mir nun aber etwas der Kopf.

Ich hatte mich auf gekochtes Leinöl (wegen der schnelleren Trocknung) eingeschossen. Stoße aber immer wieder auf die Randbemerkung, dass Leinöl zu einem Gelbstich führen kann (gerade junges Holz).

Das mag ich nicht so leiden. Gegen eine schöne Maserung, meinetwegen auch eine, die das Holz dunkler macht, haben wir überhaupt nix.

Was meint ihr? Was sollen wir nehmen?

Vielen Dank im Voraus für eure Tipps.

VG
Regina



Hallo Regina



Leinöl feuert Holzoberflächen an. Wie es dann letztendlich aussieht würde ich über eine Probefläche einmal ausprobieren, wobei man sagen muss, dass Leinölbehandelte Hölzer nicht mehr so wirklich mit anderen Gespinsten, wie z.B. Lasuren zu behandeln sind, da es zu Haftungsproblemen kommz.
Womit ich super Erfahrungen gemacht habe ist kalt gepresstes Leinöl, gerade an mechanisch unstrapazierten Bereichen wie Decken oder Fachwerk. Gerade bei kaltgepresstem Leinöl hat man den Vorteil, das man nicht trockenreiben muss, um die zum Kleben neigenden Eigenschaften von modifizierten Leinölen (Standöle, Leinölfirnisse etc.) auszuschließen. Das gibst da nicht. Außerdem ist es recht günstig zu erwerben. Hier ein kleiner Hinweis: www.mühleschlingmann.de. Hier bekommt man das Leinöl als Pferdezusatzfutter für nen recht günstigen kurs. Und wenn noch was übrig ist kannst du auch mal nen Salat damit verfeinern.
Übrigens von wegen Gelbstich. Natürlich verändert sich die Färbung von Holz bei Behandlungen mit Leinöl. Die Färbungen von Holz verändern sich aber auch durch Nachdunklung, vor allem bei geschliffenen Hölzern, die dadurch wieder hellere Eigenschaften bekommen haben.
Kleiner Nachteil: Trocknungszeit bei 24°C ca. 24 Stunden, aber man braucht nichts überschüssiges abzureiben, da dieses Leinöl komplett in die Holzstruktur einzieht.

Liebe Grüße

Emzet