Oelen und Impraegnieren sinnvoll?

11.09.2010



Hallo,
ich ueberarbeite gerade unsere Fensterfluegel, -rahmen und -laeden an unserem denkmalgeschuetzten Haus, Baujahr 1926.

Als Farben verwende ich Restaurin von Fendal (hat mir der Restaurator empfohlen) und auch den Holzschutz von Fendal.

Nun habe ich einige Proben von leinölpro bekommen. Das Oel zieht (natuerlich) null komma nix in das alte Holz ein (es sind einige Stellen schon seit laengerer Zeit komplett ungeschuetzt gewesen).

Nun meine Frage:
Wuerde es gehen/etwas bringen, wenn ich dem Holz erstmal eine Wellneskur mit reinem Leinoel goenne, dann den Holzschutz und dann der Anstrich mit Restaurin?
Oder widerspricht sich Holzschutz und Leinoel?

Ich moechte auch weiterhin Restaurin verwenden, da ich die Farben nun hier habe und auch innerhalb von wenigen Stunden meine NCS Farben nachbekomme (Fendal ist in der Naehe).

Vielen Dank,
Anke





Die Kur sollten Sie unbedingt machen. Mit Holzbooten hat man das früher auch so gemacht, Öl rein, bis es auf der anderen Seite wieder raus kam.
Ein Restaurator hat mir mal empfohlen, Holzfenster auseinanderzunehmen und in Leinöl zu kochen. das war überzeugend, aber ich hab es dann doch vorgezogen, neue Verbundfenster anfertigen zu lassen. Es waren einfach zu viele.

Grüße



Ölkur



Hallo

ich würde bei den Leinölprodukten bleiben die Leinölpro anbietet

die haben auch eine ganz gute Arbeitsbeschreibung als pdf auf deren Website.

FK



Vielen Dank...



... fuer die schnellen Antworten.

@Herrn Beckmann, Sie bestaetigen mein Bauchgefuehl, dass es dme Holz gut taete, ein wenig Grundlage zu bekommen.

@Herrn Kurz, ist klar, dass Sie die Produkte von leinölpro empfehlen, aber ich habe nicht nach Alternativen gefragt. Ich habe mir bereits alles dazu durchgelesen und finde es durchaus interessant.
Ich moechte aber aus verschiedenen Gruenden bei Restaurin bleiben.



Ich hab leider



nicht viel über RESTAURIN gefunden: nur dass es ein Leinöl Alkydharzlack ist.
Was das auch immer heissen mag?
Haben Sie ein Datenblatt?

Kann man denn überhaupt ein reines Leinöl als Grundierung hernehmen - mal bei FENDAL nachfragen - nicht dass sich das nicht verträgt und es zu Schäde wegen UNVERTRÄGLICHKEIT kommt.

Die Nähe zu K.... Produkten macht mich skeptisch und das Zauberwort: "Leinöl-Alkydharzlack"

Ihre Frage: … widerspricht sich Holzschutz mit Leinöl? kommt mir etwas komisch vor.

Leinöl ist und war hunderte von Jahren Holzschutz - das muss das Zauberprodukt "Leinöl-Alkydharzlack" erst mal schaffen - Ich glaube nicht, dass dabei was praktikables rauskommt, denn seit Jahren geistern immer tollere Produktnahmen die noch tolleres versprechen auf den Malermärkten rum:
BLindan, Xylodekoa, Dickschichtlasur, Dünnschichtlasur, Leinöl-Alkydharzlack und so wieter - Das ist wie: Hyperweiss, Supraweiss, Gigaweiss und so weisser der gängigen Waschmittelhersteller????

Aber Sie kennen sich ja aus!

Wer lange fragt - geht lange irr!

FK



Lieber Herr Kurz,



ich finde es sehr freundlich von Ihnen, dass Sie sich so viel Zeit nehmen, einen langen Beitrag zu schreiben, um mich ueber mein (in Ihren Augen) falsches Vorgehen zu informieren.

Nein, ich habe leider kein Datenblatt von Restaurin. Ich habe auch schon danach gesucht.
Ich lerne so nach und nach dazu.
Aber ich muss halt auch meinen Mittelweg zwischen meiner Meinung, Architekt, Restaurator, Denkmalamt und so weiter finden.

Sie schreiben:
"Kann man denn überhaupt ein reines Leinöl als Grundierung hernehmen - mal bei FENDAL nachfragen - nicht dass sich das nicht verträgt und es zu Schäde wegen UNVERTRÄGLICHKEIT kommt."
Genau nach dieser Erfahrung habe ich in meinem Eingangsposting gefragt. Ob jemand weiss, ob ich dem Holz mit Leinöl etwas Gutes tun kann, bevor ich mit Bläueschutz und Farbe weitermache.
Ich hatte gehofft, dass jemand so etwas schreibt wie: "Leinöl ist kein Problem und tut dem Holz immer gut, egal was nachher draufkommt", so in etwa wie Herr Beckmann geschrieben hat.



Mir



hat mal jemand gesagt:"Einen seriösen Hersteller erkennt man an der Volldeklaration". Was ich da bei "Fendal" finde, ist gründlichstes Versteckspiel.
Schauen sie sich mal die Seite von Kreidezeit an, alle technischen Datenblätter verfügbar, Volldeklaration bis ins letzte. Und Leinöl basierte Farben brauchen keinen Kunstharzpamps, um Holz wirkungsvoll zu schützen, das Zeugs ist nur hinderlich. Selbst nach kompletter Abwitterung der Standölfarbe ist der Holzschutz noch über Jahre gegeben.
MfG
dasMaurer



Verkehrte Welt



Ich habe nicht geschrieben, dass Sie etwas falsch machen - sondern gewarnt, dass Sie dabei sein könnten etwas zu tun, was Sie im Nachhinein bereuen werden.

Auch wenn ein Architekt, ein Restaurator und ein Denkmalamtsbeamter sagen: "das ist gut" sollten Sie hinterfragen: Was ist das für ein Zeug?
Es ist doch IHR Gebäude oder IHR Fenster!

Wie schon gesagt wurde: Volldeklaration!

Normalerweise passt es eben nicht wenn man ÖL mit Lack in Verbindung bringt.

FK



"Leinöl



ist kein Problem und tut dem Holz immer gut", bis dahin stimmts ;-)), aber was dann drauf kommt ist nicht egal.
Farben sind ´ne Wissenschaft für sich. Da gibt es Ölfarben aus natürlichen Ölen, meist Leinöl.
Dann gibts Alkydharzlacke, Alkydharz braucht Lösemittel, meist Testbenzin. Der Anstrich ist wesentlich dampfdichter wie Ölfarbe und Schichtbildend, d.h. Entfernung vor Neuanstrich. Alkydharzlack auf Ölfarbe geht, umgekehrt wird´s nix gescheites.
Dann gibts Acrylharzlacke, da brauchts dann Emulgatoren, um den Kram in Wasser lösen zu können. Der Anstrich wird extrem spröde und neigt auf Holz zum abblättern. Geht auf Leinöluntergründen garnicht.
Also vorher entscheiden, was man draufpinselt.
MfG
dasMaurer



Leinöl...



...ist eine gute Grundierung, aber "ersäufen" sollte man das Holz darin nicht. Es trocknet in der Tiefe einfach viel zu langsam, kann im Aushärtungsprozess auch durch den Anstrich durchdrücken. Also auch hier gilt: mehrfach dünn ist besser als 1x vollfett. Leinöl hat längere Aushärtungszeiten, also planen Sie das auch ein.

Leinöl oder Grundierung mit Bläueschutz (welches Produkt?), beides sind Grundierungen. Im Nachgang dringt der Bläueschutz kaum noch ein. Also entweder/oder. Bläueschutz ist sinnvoll, wenn Sie Fichte/Tanne, oder aber Kiefer mit reichlich Splintholzanteilen haben, auch auf Farbkernhölzern fordert das die DIN. Unter halbwegs dampfoffenen Beschichtungen hielte ich den Bläueschutz bei reinen Farbkernhölzern aber für verzichtbar.

Zu Dampfoffenheit des Restaurin ist nichts in Erfahrung zu bringen, auch ich halte den Kunstharzanteil für problematisch, ebenso der Gefahr späterer Versprödungen wegen.

"Leinöl ist kein Problem und tut dem Holz immer gut, egal was nachher draufkommt"

Ein solches Statement wäre schlicht Käse. Ein (Lein)Ölkunstharzlack wird wohl auf einer Leinölgrundierung gut haften, ein Wasserlack gleich welcher Zusammensetzung kaum. Dichte Kunstharzbeschichtungen könnten ferner den weiteren Aushärteprozess des Leinöles behindern, mit dem Ergebnis erhöhter Geruchsbelästigung z.B.

Auf wen sollten Sie nun hören? Ihr Architekt ist allerhöchstwahrscheinlich kein Experte für Holzbeschichtungen, das Denkmalamt noch viel weniger. Am ehesten auf Ihren Restaurator. Lassen Sie sich Referenzobjekte mit in die Jahre gekommenen Anstrichen mit Restaurin benennen. Wenn er das nicht kann: Kundig machen und selbst entscheiden.

Aufgrund der mir momentan zugänglichen, recht kargen Informationen zu "Restaurin" würde ich die Farbe nicht einsetzen.

Grüße

Thomas



Bläueschutz im Altbestand...



... da sehe ich keine Notwendigkeit. Nach dem Leinölbad macht das erst recht keinen Sinn.

Meinen Vorschreibern stimme ich voll zu: Jeder Kunstharzanteil in der Beschichtung ist für solche Fenster kontraproduktiv.

Du hast noch nicht geschrieben, aus welchem Holz die Fenster gebaut sind.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Vielen Dank



fuer die weiteren Antworten.

Ich meine, die Fenster sind aus Fichte, bin mir aber nicht ganz sicher.





bitte auch daran denken, dass Leinöl zum Trocknen / Aushärten Sauerstoff und Licht braucht.
Deswegen soll man Schränke damit innen nicht behandeln.
Außerdem nimmt das Volumen beim Aushärten zu, was darüberligende spröde Lackschichten sprengen kann, wenn die Grundierung noch nicht ganz durchgehärtet war.

Wenn jetzt Dein Holz nach dem Bade mit etwas Diffusionsdichtem zu früh übergestrichen wird, härtet Deine "Tiefen-Grundierung" nie aus.

Gruß

Götz