Leinölfirnis-Allergie - Wie das Öl entfernen?

05.08.2006



Hallo liebe Leute,

seit langer Zeit schaue ich hier immer wieder rein und finde gute Anregungen und kluge Ideen.
Ich hoffe, dass uns heute jemand persönlich helfen kann. Wir bauen gerade und haben bereits einen Teil der sichtbaren Deckenbalken mit Leinölfirnis gestrichen. Nun sieht es aber so aus, als sei mein Mann dagegen allergisch (Asthma).
Weiß jemand, wie wir das vor zwei Tagen aufgetragene Öl wieder RUNTER kriegen? :-( Und welche anderen Möglichkeiten gibt es, Holz natürlich (oder halbwegs natürlich, da das Ölen ja auszufallen scheint...) zu behandeln? ich erinnere mich aus meiner Kindheit an aufgbügelte Bienenwachsplatten, aber irgendwie erscheint mir das etwas... mühselig...

Dazu passend: Welche Möglichkeiten der Holzfussbodenbehandlung gibt es, die NICHT in irgendeiner Weise mit Leinöl (oder Orangenöl, das haben wir auch in Verdacht) zu tun haben?

Ich freue mich sehr über Antworten!
Viele Grüße aus Hamburg



Alergietest



Bevor ich mir die Arbeit machen würde das öl abzuwaschen würde ich erst mal zu einem Alergologen gehen, nehmt Proben mit damit er die Tests direkt an diesen Produkten machen kann.
Evt liegt es auch an den Zusatzstoffen die im Leinölfirnis enthalten sind.

Wenn es dann wirklich runter muß würd ich es mal mit einer Seifenlauge probieren, denn Seife lößt ja bekanntlich Öl.

MfG



Allergie



Ich würde mich Christoph Löh anschließen, und auch erst zu einem Allergologen gehen, denn die Allergie besteht sehr wahrscheinlich nicht auf Leinöl, sondern auf ein Lösemittel darin, oder wie vermutet Orangenöl (war das auch im Leinöl drin? Welches Produkt haben Sie denn verwendet?), denn bei Orangenöl ist es bekannt, daß es Allergien auslösen kann.

Viele Grüße aus Unterfranken

Tobias Büttner



Bodenbehandlung



bei der Bodenbehandlung gibt es noch die Möglichkeit, diesen mit Seife zu schützen, dazu gibt es bereits einige Beiträge hier im Forum.



vom leinöl



isses sicher nicht. neben den aromatischen ölen, die viele fertigprodukte enthalten, enthalten selbst produkte aus dem ökohandel oft terpene in spuren (hochgradig allergieauslösend) und metallsalze, um den trocknungsprozeß zu beschleunigen.
runter kriegen sie das zeug mit seifenlauge nicht wirklich, ist ja ins holz eingedrungen. ich sehe da nur abschleifen.
allerdings müssten nach vollständiger durchtrocknung die ausgasungen auch nachlassen.
je nachdem, was als allergieauslöser festgestellt wird, gibt es auch entsprechende produkte, die z.b. garantiert terpenfrei und frei von aromatischen ölen sind. da ich selbst auf aromatische öle allergisch bin, habe ich ein solches produkt benutzt.
theoretisch kann man auch mit reinem leinöl behandeln - man muss sich nur auf tagelange trocknungszeiten einrichten. bei Balken geht das gut...wie schon erwähnt, geht auch seifen - der Schutz ist allerdings nicht mit einem leinölprodukt vergleichbar. gleiches gilt für effes sonnenblumenöl. das trocknet dafür zügig. hartwachse enthalten ja auch so dies und das...von kreidezeit gibt es ein flüssiges wachs, das im wesentlichen nur aus dem Wachs der carnaubapflanze besteht. richtig robust ist das zwar auch nicht, läßt sich aber gut und einfach erneuern und fast sofort wieder betretbar. ist - gemessen an der ergiebigkeit - auch recht günstig.



am besten ins Fachgeschäft !



Hallo !, so einige Antworten passen mir nicht, da sie fachlich daneben liegen!, Leinöl ist ein unverschnittenes Samenöl, welches mit einem Trocknungsmittel= i.dr. Kobaltoktoat = Metallsalz versehen wird, damit Leinöl trocknet.Leinöl plus Trocknungsmittel heißt dann Leinölfirnis.: Ohne Trockner kann die Trocknung auch durchaus sechs Wochen dauern: Wenn dann zwischendurch durch unzureichende Sauerstoffzufuhr das Öl ranzig wird, so besteht jahrelange Freude an einem starken Gestank. Leinöl ist kleinmolekular, dringt tief in die freien- offenen Zellen der Holzstruktur ein, und kann nach An- Trocknung nur mühsam durch Abschleifen, -bis in die Tiefe, entfernt werden.
Man kann tatsächlich auch gegen fast alle Naturstoffe allergisch werden, deshalb bitte den Rat ernst nehmen, und einen Allergietest machen lassen. Kleine Hausprobe : Fichtenbrett mit Leinöl-Firnis behandeln, drei Tage draussen an Licht u. Luft trocknen lassen, neben das Bett legen , und die Reaktion über Nacht testen!
Zum Fußboden : die wenigsten hochwertigen Fußbodenöle enthalten heute Leinöl- Firnis oder Oragenöl, oder Balsamterpentinöl. Das waren übliche Stoffe in den 80//90er Jahren, heute ist die Welt einen Schritt weiter. Schauen Sie doch in Hamburg beim baubiologischen Fachhandel der Fa. Mordhorst vorbei, - Kellerbleek, und lassen Sie sich auf Ihre Fragen hin beraten.
mit Gruß Karl Schmitz



Vielen vielen Dank...



... an alle für die guten und informativen Antworten.
Interessant zu wissen, dass man Leinöl nicht gut abschleifen kann - glücklicherweise mussten wir es letztlich nicht. Wir hatten nur einen Bruchteil der Flächen damit gestrichen, und es scheint sich jetzt so weit aus der Luft verflüchtigt zu haben, dass es meinen Mann nicht mehr (spürbar) stört.

Das Kreidezeit-Wachs hatte der schnuckelige kleine Laden (Natur-Depot in der Kieler Strasse), wo ich unser Material gekauft habe, nicht, aber dafür ein sehr gut duftendes Wachs (eigentlich für Fussböden, aber was soll's...) von... Sehestädter Naturfarben, glaube ich, heißt die Firma. Ohne Terpentin, Orangenöl etc. pp - und riecht dazu noch wie Urlaub in Norwegen.

Nochmals vielen Dank.