Leinölfarbe lutschfest?

16.08.2010 fach.werk



Hallo an alle Pinselschwinger und Farbexperten :),

wir wollen gern das alte Gitterbettchen vom Opa reaktivieren. Meine Frau stellt sich als Farbe ein Weiß vor. Ich dachte an Leinöl mit Weißpigmenten. Die Frage ist: Ist dies dann auch lutschfest bzw. unbedenklich für unsere Lotte?

Danke für Eure Antworten
Gruß Stefan



Hallo Stefan,



die Farben der Naturfarbenhersteller mit Volldeklaration (Natural, Naturhaus, Livos...) sind speichelfest und unbedenklich, werden auch für Spielzeug verwendet.

Grüße an Lotte :-)

Thomas



Naturfarben mit Prüfzeugnis



dann bist Du auf der richtigen Seite.



Moin Stefan,



womit ist denn Opas Gitterbett z.Zt. gestrichen?

Gruss, Boris





Mit Titandioxid von Sachtleben-Chemie in Homberg.

Grüße von gegenüber



Blitzeblank



Moin moin,

vielen Dank für Eure Rat- und Vorschläge. Momentan ist das Bettchen nacksch. Soll heißen, die alte Bierlasur (war wirklich hinüber) ist runter. Hier und da muss ich noch bissel was flicken und richten, daher sollte die Farbe schon etwas deckend sein.
Mit was habt ihr denn selbst gute Erfahrungen?

Gruß Stefan



Hallo Thomas



wenn das Bett erst ca. ein Jahr nach dem Anstrich genutzt werden soll und so lange an einem sonnigen, luftigen Ort austrocknen kann, ist das eine gute Idee. Ansonsten ist zu erwähnen, dass Leinölfarben, im Rahmen ihrer Durchtrocknung/Härtung, monatelang Aldehyde produzieren, denen ich mein Kind nicht aussetzen würde. Die Aldehyde sind vom Geruch her deutlich warnehmbar.

Gruß
vom Forumsgast



kaltgepresstes Leinöl



welches man auch in der Küche verwenden kann, können Sie nehmen, wenn Ihr Kind ein Gitterbettesser ist.

Ich hätte auch keine Bedenken bei leinöl pro Ölen (keine Firnis)

FK



Nein:



"welches man auch in der Küche verwenden kann, können Sie nehmen"

Farbleinöle wurden, das ist wichtig für die Qualität des Anstriches, von Eiweißen gereinigt; Speiseleinöle hingegen nicht. Leinöle trocknen zudem langsamer als Hartöle, und sie produzieren einen intensiven Gelbton, der nicht jedermann's Sache ist.

@ Forumsgast

Diese Erkenntnis wird den gesamten Naturfarbensektor umkrempeln :-(

Tatsächlich ist es so: Aldehydbildungen finden vor allem dann statt, wenn die Sauerstoffzufuhr nicht hinreicht. Pinselt mann z.B. einen Schrank mit Leinöl aus, und macht dann die Tür zu, wird's wohl müffeln. Wir hatten hier im Forum auch schon einmal den Fall der Geruchsbelastung nach dem Ölen eines Fußbodens. Da war wohl auch zuwenig Luft im Raum. Ansonsten ist der geruchliche Teil der Öltrocknung (und besonders der Hartöltrocknung) schnell vorbei, und selbst bei der Ölung von Fußböden, und da bleiben schnell 'mal 5 Liter Öl im Raum, kein Problem. Grundsätzlich gilt für den Auftrag natürlich immer: Besser 3x dünn, als einmal dick. Dünne Auftrage trocknen natürlich besser durch.

Die Behauptung, das Kinderbett müsse 1 Jahr lüften, ist somit keine Ermessensfrage, sondern schlicht falsch.

Grüße

Thomas



Geruch???



Ich weiß gar nicht was ihr habt das Leinölfarbe einen unangehmen Geruch verbreitet. Ich muß sagen seitdem ich meine Leinölfirnisfarben selbsterstelle (und andere auch) und verarbeitete fühle ich mich in meine Lehrzeit zurückversetzt. Den Geruch finde ich als angenehm im Vergleich zu modernen Lacken und Kopfschmerzen krieg ich auch nicht mehr.

Aufpassen müsst ihr wenn Ökolacke Orangenterpene enthalten. Diese überdecken den unangehmen Teil von fabrikfertigen "Naturlacken". Alles ÖKO oder was!!

MfG



Neuigkeiten?



"den unangehmen Teil von fabrikfertigen "Naturlacken"."

Welcher wäre denn dieser?

Echt neugierig

Thomas



Leinölfarbe lutschfest



Hallo Stefan ...
Leinöl ist völlig ok und unbedenklich. Ich selbst habe bereits für 2 Kunden Kinderwiegen (aus Opa´s Zeit) aufgearbeitet mit Leinöl und Leinölfarbe.

LG Christine



??????



Wie sehts denn mit dem Pigment aus ? Das hat ja wohl nichts mit Leinöl zu tun und ist ein Industrieprodukt .



Nehmt



eine Farbe aus natürlichen Rohstoffen, die die "EN 71"-Freigabe hat, dann seid ihr auf der sicheren Seite.
MfG
dasMaurer



Bestimmte Biersorten...



...schärfen offenbar Auge und Geist ganz ungemein. Ich kann vom Foto her nicht erkennen, ob Christine da ein Industrieprodukt ohne Leinöl verpinselt hat. Und ich vermute ganz stark, sie würde sowas gar nicht anfassen.

Grüße

Thomas



Leinöl



hat immer dann was mit Pigmenten zu tun, wenn die beiden zwecks färbender Wirkung zusammengebracht werden ;-)).
Eine ganze Reihe von Pigmenten sind natürlichen Ursprungs, zum Beispiel gemahlene Erden oder Gesteine. Aber nicht alles, was Mutter Natur hervorbringt, ist für den menschlichen Genuss geeignet. Wohingegen das am weitesten verbreitete Weisspigment (Titanweiss) industriell hergestellt wird und absolut ungiftig ist.
Ahnungslose Grüsse
dasMaurer



Weiß



Hallo

http://de.wikipedia.org/wiki/Titan(IV)-oxid

http://de.wikipedia.org/wiki/Weißpigment

FK





Thomas,
was willst du mit deinem Biersortenbeitrag sagen?



Also ich empfehle :



-- Osmo Dekorwachs deckend. Speichel und Schweißecht ---
für Kinderspielzeug zugelassen. --
http://www.osmo.de/de/produkte/color/holz_im_innenbereich/dekorwachs_creativ.php
-
A. Milling



Vielleicht



wollte er nur empfehlen, die nächste Bierlasur aus Jugendschutzgründen mit alkoholfreiem Bier vorzunehmen??
MfG
dasMaurer



Ich versuchte...



...mit meinem letzten Posting zu bekunden, daß ich Zoigl's (beachte bitte sein Motto) letzte Meinungsäußerung für sonderbar und unverständlich halte.

Wer sich um Inhaltsstoffe Gedanken macht, sollte besser bei Produkten der Naturfarbenhersteller bleiben, OSMO gehört da wohl nicht dazu.

Wachse würde ich zudem für strapaziertere Gestellmöbel nicht verwenden.

Grüße

Thomas





Ach so,
bin mal wieder auf der Leitung gesessen.Oder liegts vielleicht am älter werden? :-)



Das war eine zu erwartende --



-- Trotzreaktion vom allergrößten Superschlaui der hölzernen Welt - ALLE Anderen sind dumm, versoffen und völlig hilflos ohne seine fürsorglichen Belehrungen.



Andreas,



Kopf hoch, Du kommst da wieder 'raus :-(

Spaß beiseite, kann's sein, daß Du völlig überreizt reagierst? Du kannst doch gerne mit was auch immer gurgeln und/oder streichen. Ich empfehle halt gern Produkte, die nicht von der Tankstelle kommen. Jeder gewichtet anders.

Verständnislose Grüße

Thomas



Am Böhmschen Wesen --



-- wird die Welt genesen ! -- Vorsicht Freundchen ! - Die Farben und Lasuren, die ich seit vielen Jahren erfolgreich
zur Endbehandlung unserer Produkte verwende, habe ich noch niemals an der Tankstelle gekauft ! - Wenn Du mich hier
weiterhin verbal anpinkelst , werde ich mich zu wehren wissen ! ---



Herr Milling,



wir sollten zum "Sie" wechseln.

Im Übrigen sollte Sie der Geruch so mancher Produkte, die Sie hier als das Alleinseeligmachende anpreisen, zum Thema "Tankstelle" eines Besseren belehren. Auch wenn Sie Ihre erfolgreichen Endbehandlungsprodukte ganz sicher nicht an der "Tanke" kaufen.

Viel Spaß beim Proberiechen



Nun, Herr Oberrestaurator --



-- haben Sie es einem armseeligen und dummen Dorftischler
so richtig " gegeben " -- Ihre belehrenden Worte werde
ich an mein Herzlein drücken und darüber nachsinnen, wie
ich in Zukunft mit Ihresgleichen umgehen sollte.



Gint es denn keine



Internetseite vom Vebraucherschutz oder Markt/Tüv was auch immer wo unbedenkliche und bedenkliche Farben gelistet sind.



@ Boris



Nein, leider. Allgemein gültige Kriterien existieren nicht. Letztlich ist auch der "Blue Engel" nur ein Feigenblatt.

Das Prädikat "unbedenklich" muß man immer noch nach einem bisschen Warenkunde selbst verleihen. In jedem Fall ist man nicht falsch beraten, wenn man sich am Angebot der deutschen und österreichischen Naturfarbenhersteller orientiert. Empfehlenswerte Produkte sollten immer eine Volldeklaration aufweisen.

Grüße

Thomas



Es



gibt die Europanorm 71. Anzuwenden auf Spielzeug. Darin sind auch die Anforderungen an Anstriche für Holzspielzeug definiert. Also auf die Zulassung nach dieser Norm achten, dann sollte sich eine geeignete Farbe finden lassen.
Die Standölfarbe von Kreidezeit erfüllt zum Beispiel diese Anforderungen.
MfG
dasMaurer



Leinölfarbe lutschfest



Leute, Leute ... seid Ihr wieder mal nett zueinander.
Ich könnte ja das Datenblatt der weissen Leinölfarbe
noch reinstellen...aber den Teufel werde ich tun, wenn
ich den ganzen Quatsch höre.
Thomas, ich danke Dir für den unterstützenden Beitrag.

LG Christine



Der blaue Engel



ist viel schlimmer als ein Feigenblatt. Es ist die erfolgreichste Verbraucherirreführung der letzten Jahrzehnte. Die einzige zuverlässige Aussage dieser "Zertifizierung" ist:
DAS ZEUG ENTHÄLT SCHADSTOFFE
MfG
DasMaurer



@ Ulrich



Das Auffälligste an diesem umfangreichen Normenwerk ist zunächst seine Nichtverfügbarkeit im Netz, oder täusche ich mich? Der interessierte Laie kann sich's natürlich für Apothekenpreise im Beuth-Verlag bestellen.

Ferner lebt eine solche Norm durch die in ihr festgelegten Grenzwerte. Wer legt die fest aufgrund welcher Erkenntnisse? Wir können's nicht nachvollziehen. Ab und an ändert's sich. Das soll jetzt keine allgemeine Normenkritik sein. Ich kriege aber einen Hals, wenn einfache und transparente Dinge mit mehr Wörtern verschleiert werden, als der Durchschnittsmensch im Jahr benutzt.

Auch ohne dieses Regelwerk gibt es traditionell bewährte Materialien. Es gänge auf einen Bierdeckel, aufzuschreiben, welche Kriterien Leinölprodukte erfüllen müssen, um kinderspielzeugtauglich zu sein. Mir fällt dazu spontan nur die Abwesenheit einiger sowieso schon lange nicht mehr verwendeter Sikkative ein.

Deiner "blauenglischen" Kritik kann iich mich nur anschließen.

Grüße

Thomas





Seht ihr liebe Freunde. Das ist was ich schon sehr langen sage. Normen, Vorschriften, Regeln und der Laie (aber auch die sogenannten Fachleute) verlässt sich darauf. Die Siegel sagen nicht`s aus über deren Inhalte.

Farben und Putze enthalten nur Bindemittel und Pigmente bzw. Zuschlagsstoffe (Sand) und nicht`s weiter. Schaut euch mal die Inhaltsstoffe von einigen Naturlacken an. Isoparaffine!!!!???? Hoch lebe die Industrie. Hersteller sag ich mal nicht, aber es gibt auch Gute.

Wir Handwerker sollten unser Wissen nicht nur in Verarbeitung stecken sondern auch in die Herstellung seiner Produkte.

MfG