Leichtlehmwand Strohleichtlehmwand

05.07.2019 Holzwurm



Hallo liebes Forum!

Ich bin gerade dabei mein Fachwerkhaus instandzusetzen.
Ich habe mich zur Ausfüllung der Gefache für eine Variante mit Schalung entschieden, welche mir das Einbringen von einem Stroh-Lehm Gemisches ermöglicht.
Konkret werde ich außen in die Gefache 15mm Styroporplatten stellen, als Abstandshalter für die folgende Kalkputzschicht, inne verkeile ich Kanthölzer zwischen Decke und Boden an welchen ich auf der zur Wand zeigenden Seite meine Schalung nach oben bewege.
Ich Strebe eine Wandstärke von ungefähr 30cm an.
Wahrscheinlich wird es inne eine wasserführende Wandheizung geben.
Zur besseren Fixierung des Strohlehms werde ich auf der Innenseite des Ständerwerks noch 4 oder 5 Reihen Dachlatten anschrauben, sodass der Wandaufbau nicht nur in den Gefachen "festklemmt".
Positiver Nebeneffekt ist, dass ich meine Unterputzdosen daran festschrauben kann.
Mein eigentliches Problem ist nun aktuell folgendes:

Ich habe gelesen, dass eine Strohlehmwand eine Masse von mindestens 650kg pro Kubikmeter haben soll um Schimmelbildung zu vermeiden.
Mein angefertigter Probewürfel lässt mich nun zu dem Schluss kommen, dass ich aber "leider" nur knapp 300kg erreichen werde.
Ich habe den Strohanteil wirklich hoch gewählt, aber der Würfel ist ganz vernünftig Druckbelastbar, was meiner Meinung nach bei einem nicht tragenden, Ständerfüllenden Bauteil ohnehin nicht sonderlich relevant ist.
Was denkt ihr dazu? Warum sollte es bei geringer Dichte schimmeln? Mein Probewürfel ist absolut Schimmelfrei, wobei dieser natürlich ungehindert von allen Seiten trocknen konnte.

Grüße, Tobias



Falsch ausgedrückt



Hallo, diese Styroporplatte wird natürlich nach dem Einfüllen des Strohlehms entfernt, die dient nur als Abstandshalter, sodass ich noch im Gefache 1,5cm Platz habe für den Kalkputz. Habe das nur erwähnt um Antworten vorzubeugen, dass ich den Putz nicht über's Holz hinaus gehen lassen soll.
Die wand besteht im Grunde nur aus Lehmputz inne, ca 30cm Strohlehm mit anscheinend einer Masse von 300kg/qm und 1,5cm Kalkputz (Sumpfkalk)

Grüße Tobias



Ich würde die Mischung schwerer machen.



Und an die Dichte vom Fachwerk anpassen. Sonst stellt der Balken die Wärmebrücke das mit den entsprechenden Folgen.
Das Problem bei der Konstruktion könnte die Trocknung sein. Hier muss ein gute Belüftung sichergestellt werden. Eventuell würde ich innen Schilfrohrgewebe als verlorene Schaltung einsetzten.

Grüße Gerd



Verstehe,



Weil das Fachwerk an sich dann der kälteste Wandteil wäre und somit Kondensation am ehesten im Holz auftreten sollte?
Fraglich ist dann, wie diese Strohballenhäuser mit Ständerwerk stehen bleiben, da sollte ja auch die Kondensation in den Ständern stattfinden.
Ich habe auch schon von Leuten gehört, welche irgendwelche Dämmstoffplatten formschlüssig ins Gefach gesteckt und verputzt haben. Angeblich jahrelang erfolgreich. ??
Nichtsdestotrotz gibt es doch auch empfohlene Stampflehme mit Blähton oder Blähglas, welche ebenfalls besser dämmen als das Holz an sich.
Mich würde wirklich die Begründung für die Schimmelbildung bei geringer Rohmasse interessieren, Kondensation im Holz wird es wohl eher nicht sein, oder?



Ich möchte Ihnen nur unverbindliche einen Tipp geben!



Als Sachverständiger für Lehmbau habe ich berufsmäßig mit solchen Sachen zu tun. Gerde in Bezug auf Dämmstoffplatten im Gefache habe ich schon ein einiges erlebt.

Gerne können Sie machen was Sie wollen.

Die Schimmelgeschichte mit Strohleichtlehm hat was mit langen Trocknungszeiten zu tun, Stroh ist darauf bezogen sehr anfällig.

Ich halte die Dämmung bei einer 30ér Wand mit einen Leichtlehmmasse von 700 kg/m³ für mehr las ausreichend.

Innen dann noch ein schwerere Lehmputz mit WH, besser geht das meiner Meinung nach nicht. UNd wie so oft: "
Der Teufel liegt im Detail!

Grüße



Leichtlehmwand erstellen



Moin,wie meine Vorredner schon sagten der Teufel steckt im Detail..

So eine Strohlehmwand Sackt noch über 2 Jahre in sich zusammen so das eine 2,6 meter hohe Frisch gestampfte Wand dann anschliessend so 2,5 biss 2,55 m Sackmass erreicht hat und erst dann kann man sie "Schadfrei" Verputzen.

wenn man allerdings die Gefache gleich mit Ausstampft dann hat man sehr wahrscheinlich dieses "schwundmass"sichtbar in jedem oberen Gefachanschluss auf der Aussenseite,und unsichtbar unter jedem Riegel und allen anderen Wagerechten Hölzern an denen sich der Strohlehm "aufhängt" auf der Innenseite und an diese Hohlstellen komme ich im Nachhinein nicht dran.

auch wenn man Plant einen Fenstersturz in die Innenwandschalung zu setzen dann sollte man ihn nicht etwa festschrauben,sondern etwas zu Hoch einstapfen und Mitsacken lassenweil man ansonsten ja riskiert das Die Strohlehmmasse in Der Fläche nicht ungehindert Sacken kann und sich Somit Wahrscheinlich ein Dämmungsverlust im Bereich Sturz/Leibung ergibt...

wenn ich Solch einen Aufbau Wählen wollte,dann Würde ich die Innenwand Schalen und Die Gefache dann anschliesend Ausmauern...weil die Innenwand Dann "abgekoppelt"von störenden Fixierten Riegeln ohne grosse Dämmverluste Sacken kann...


dann würde ich mir am Wandfusspunkt noch Gedanken über Gewichtsverteilung und Feuchtigkeit machen..


dann würde ich das mit den Styroporplatten vergessen weil so ne Styroplatte ist keine adäquate Stampflehmschalung.
Sondern da nimmt man ernstgemeinte Schalplatten oder anderes Stabiles Material...aber ich denke da wärst du dann auch Hintergekommen:)

das Die Mischung "fetter"sein sollte wurde ja auch schon erwähnt...


gutes gelingen Wünscht Flakes..



Alles klar



dann werde ich die Masse etwas erhöhen.

Ja das mit dem sacken hab ich mir gedacht und wollte deshalb mindestens ein Jahr warten bis zum verputzen.
Die Latten, welche ich inne an die Ständer horizontal anschraube um dem Strohlehmblock etwas Halt zu geben werden das aber wahrscheinlich etwas dämpfen mit dem Sacken.
Ansonsten werde ich mit dem Sockel bis auf die Mauerkrone gehen. im Idealfall sollte ich diese vielleicht bis auf Bodenhöhe mit Lehmziegeln erhöhen, das entscheide ich aber erst, nachdem ich die Dielung an den Schwellen aufgenommen habe. mal schauen wie es darunter aussieht.

Grüße, Tobias



Auch



würde ich im Fachwerk selbst z. B. Dreikantleisten einsetzen.



Der Teufel im Detail



Der Ansatz ihrer Herangehensweise ist gut.
Trotzdem sollten sie in zwei Ebenen arbeiten.
Als erstes die Gefachebene mit Lehmsteinen mittelschwer (1200kg/m³) aussetzen.
Wenn diese Ebene durchgetrocknet ist, dann die Innenschale mit einem dafür geeigneten leicht stampfbaren Wärmedämmlehm (z.B. Thilo Schneider-Produkt) im bereits definierten Gleitschalungsprinzip innen einbauen.
Ich bin auch gern bereit, sie da zu beraten und vielleicht auch zu begleiten.
Ich besitze Kleinstampfer und das entsprechende Zubehör.

FG Udo