Lehmwand / Fertigputz???




Hallo,
wir haben einige Fragen, bzw. Probleme :(

Wir haben uns ein Zweifamilienhaus gekauft und haben voller Motivation angefangen, den einen "Teil" des Hauses komplett zu Sanieren.

Tätigkeiten die wir schon gemacht haben:
Boden rausgemacht, Tapeten abgemacht, Türrahmen entfernt.

Als wir die Tapeten abgemacht haben, kamen uns viele Putzreste runter.
Als wir festgestellt hatten, das viele Wände, vielleicht sogar Alle? Aus Lehm bestehen, kamen unsere ersten gedanken, das hier scheinbar gefpuscht worden sein muss?


Wie gehen wir jetzt am besten vor, wenn wir Verputzte Wände haben möchten, wenn möglich, sollte der Lehm beibehalten werden.

Es sind teilweiße auf denn Wänden noch alter Putz "normaler Putz" kein Lehmputz... dieser lässt sich auch sehr Mühsam entfernen..

Wie ist jetzt die Richtige Vorrangehensweiße?
Können wir die Wand mit Lehm Feinputz bearbeiten, und uns die Tapeten sparen? Denn wir hätten gerne ein "selbstgemaltes Muster"





Hallo,

na dann hoffe ich, sie haben mit dem Rausriss der Türen nicht historische Bausubstanz vernichtet, das hört sich nach einem älteren Objekt an.

Auf Lehm putzen sie im Inneren am besten mit Lehm weiter, d.h. loses nicht tragfähiges Altmaterial entfernen und neu aufbauen. Verarbeitunngshinweise finden sie z.B. bei www.conluto.de, claytec.de, eiwa-lehmbau.de etc. und natürlich hier im forum. Hagalith haftet auf Lehm zwar auch ganz gut, verdirbt aber ziemlich die besonderen Eigenschaften des Lehmputzes, wie z.b. Geruchsabsorption, Feuchtepufferung.
Zementäre Putze haften nicht dauerhaft und lösen sich irgendwann wieder ab.
Prüfen sie wieviele Lehmputzschichten an den "problematisch" festen "nicht-Lehmflächen" vorhanden sind. Oft findet sich im Untergrud eine Schicht die kaum noch haftet und einfach mit samt dem was später dazugekommen ist, mit dem Kuhfuß oder ähnlichem abschaben läßt.
Ansonsten wenn es fest ist, nicht hohl klingt, aufrauen und mit Lehm überputzen. Als letzte Schicht kann man mit Lehmfeinputz perfekte Oberflächen erstellen und auch farblich gestalten. GGfs. Gewebe einlegen. Hier Jute verwenden oder wenn Glasfaser ,dann große Maschenweite nehmen (z.b. 8*8mm oder größer), nicht 4*4 wie bei WDV-Systemen üblich.
Lehm haftet auf dem Untergrund im wesentlichen mechanisch, durch Verkrallen der "Plättchen" untereinander. Alten Untergrund also gut reaktivieren durch reinigen, aufrauen, vornässen und mit Lehmvorspritz einen tragfähigenn Untergrund schaffen.

Mehr Infos zum Objekt wären hilfreich, z.b. Foto, Baujahr.

Gruß
Selle



Lehmputz



Hey, Selle,
wenn die Detailbeschreibungen und Fachvorträge weiter so ausgiebig unters "Volk" gebracht werden haben die Lehmputzer bald keine Arbeit mehr! :-)
Ich wünsche trotzdem gutes Gelingen beim Sanieren.