Lehmstreichputz verfärbt sich dunkel?

01.02.2017 Marvin


Hallo zusammen,

vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Ich habe einen Raum renoviert und diesen mit Lehmstreichputz von Rapido gestrichen. Darunter war entweder Wand oder Gipskartonplatte, habe ich mit Putzgrund überstrichen. Auf einer dieser Wände hat sich der Streichputz nun nach einem Tag gelb gefärbt (gleicher Untergrund wie die anderen).

Ist das normal? Wird er wieder heller, wenn er länger trocknet? Auch ist er im Moment noch sehr durchscheinend. Ich hoffe, dass er seine Deckkraft noch entwickelt. Tipps, Tricks?

Danke für die Hilfe,

Marvin



wurde Grundiert?



Auf welchem Untergrund verfärbt sich der Putz?
wie lange ist der schon Draufgestrichen?



Grundiert mit Putzgrund



Hallo,

alle Wände wurden mit Putzgrund grundiert. Es sind Wände in einem Altbau, wo vorher mehrere Lagen Tapete drauf waren. Diese habe ich entfernt, Wände teilweise gewaschen wenn Kalkfarbe drunter war, und dann Putzgrund draufgestrichen. Die Wände bestehen teilweise aus verputztem Mauerwerk (unbekannt welcher Verputz genau, möglicherweise Kalkputz), teilweise aus Gipskartonplatten (Schräge). Die Wand hat sich einheitlich gelb gefärbt (deutlich dunkler als beim Auftragen). Es ist aber von allen Wänden die einzige Außenwand, vielleicht ist sie zu kalt? Der Putz ist jetzt 3 Tage drauf.

Marvin



wurde 2 mal Gestrichen?



auf Gipskartonplatten gab es bei Streichputz wohl öfter schon Probleme.



Hier



schlägt wahrscheinlich was aus dem Untergrund durch. Die Farbe die nass auftragen wird nimmt das auf.

Lehmfarbe verhält sich in der Trocknung wie Kalkfarbe, fleckig, der Untergrund schimmert durch.

Das sollte aber nach der Trocknung weg sein.
Grüße Gerd



Hmmmm



Die Frage wäre noch zu ergründen, um was für einen Putzgrund es sich handelte, der Verwendung fand.

Die Systematik mit Conlutoprodukten, ist da leider bis heute fast nicht.
Zudem lassen wir uns dann immer noch einmal bei kritischen Untergründen durch einen versierten Malerkollegen beraten.

Hierbei kommt aber fast immer die Wand- und Deckengrundierung zum Einsatz (auf allen ehemals beschichteten Wänden mit Farbe oder Tapeten und
zellleimhaltigen Haftuntergründen!), diese aber gut und gründlich abgewaschen sein sollten.
Neue GK-Platten sollten generell einen Einlassgrund bekommen und Fermacellbeplankungen brauchen dies aber nicht, wenn ein Lehmstreichputz von Conluto Verwendung findet.



Lieber Udo,



bitte höre doch mal auf ein Produkt in den Himmel zu heben und die anderen ....

Die meisten am Markt erhältlichen Lehmfarben sind ähnlich, funktionieren ähnlich ...

Grüße Gerd



@ Gerd



...ich hebe nicht in den Himmel, sondern gebe halt nur die eigenen Erfahrungen weiter und preis.
Und ich bin nun mal halt ein Conluto-Fachverarbeiter.

Mehr möchte ich damit nicht zum Ausdruck bringen.



Orange



...ist er geblieben, der Lehmstreichputz, auch nach über einer Woche trocknen und zweimal streichen, und zwar einheitlich, nicht gefleckt. Sah eigentlich ganz nett aus, anthroposophisch meditativ... wir wollten aber weiss haben. Also habe ich die Wand nochmal mit Silikatfarbe gestrichen. Jetzt ist sie so, wie wir sie haben wollten, und auch noch abriebfester. Was ich nicht gemacht habe, ist Wasserglas in den Streichputz gemischt, angeblich muss das laut Rapido ja nicht unbedingt sein. Allerdings hat der Putz auch Sand gerieselt... vielleicht war es ein Montagsprodukt. Jetzt ist jedenfalls alles so, wie wir es gewünscht hatten, obgleich mit wesentlich mehr Zeit und Nervenaufwand. Nächstes Mal sind wir weiser...

Marvin



Rieseln



...das haben dieses Produkte auch vom Mittwoch oder Freitag!
Lächeln



Falls jemand...



eine Erklärung hat, wäre es für andere mit dem gleichen Problem bestimmt hilfreich, wenn ihr sie aufschreiben würdet. So viele Lehmbauexperten, und keiner hat eine Erklärung, außer "anderes (mein) Produkt nehmen"? Die Antwort bekommt man ja auch im Baumarkt.Entweder sind die Testberichte für die gängigen Lehmstreichputze alle gelogen (da steht auch nichts von Sand rieseln, ausser "geringfügig schlechterer Nassabrieb als Dispersionsfarbe" ist ein Euphemismus dafür), oder es war etwas mit meinem Untergrund, was ggf auch andere interessiert. Ich tippe auf Reste alter unbekannter (Kalk?) Farbe oder Tapetenkleister/Farbe von Tapete die durch Feuchtigkeit über die Jahre in der Wand war (50 Jahre alte Wand).



Verkaufen....



....heißt es auch mittlerweile in dieser Branche.
Und als Handwerker muss man halt ein wenig durchchecken, welche Produkte von welchen Anbietern das erfüllen und auch halten, was man sich selbst als Qualitätsstufe auf die Fahne schreibt.
Und da trennt sich dann halt die Spreu vom Weizen.
Somit verbleibt dann ein jeder (man hofft es jedenfalls!), bei einem entsprechenden Anbieter bzw. Hersteller.
Als Handwerker wächst man mit dem Produkt(en).
Warum sollte man sich dann mit Mängelerscheinungen anderer Anbieter bzw. Produkten so tiefgründig auseinandersetzten, wenn man die Gegebenheit nur durch einen Chat kennt.
Dafür gibt es dann halt Gutachter, die verdienen dadurch ihr Honorar und analysieren den Mangel oder Schaden.
Alles andere ist oberflächlich und halt auch sehr schwierig zu ergründen, wenn man Produkte halt nicht kennt oder nur tangential von denen gehört und erzählt bekommen hat.



Testberichte und andere wahrheiten..



Selbst als "erfahrener"Handwerker kann man Kaum noch auf die Produktfülle und Vielfalt,aller Buntlehmputz Hersteller adäquat Reagieren..
Bei dem Produkt Rapido handelt es sich ja schon um ein Produkt eines Namhaften herstellers bei dem ich auch schon an einem Seminar teilgenommen hab,und ich Kann tatsächlich aus Jahrelanger Erfahrung sagen, die verkaufen keinen Mist,
,
Anrufen und jemand Rauskommen lassen um die Situation zu Klären.
wenn da Material chargentechnisch was schief gelaufen ist werden die das schon Regulieren..
wenn da Handwerkerseits Was schiefgelaufen ist wird sich das auch dann Klären..

nun noch ein Hinweis zu den Inhaltsstoffen dieser Produkte..
niemand weiss im endeffekt so ganz genau was die Leut da so reinmischen,manches finde ich Sogar überaus beunruhigend so als "ökobaumensch"...
zb musste ich grad lesen das Öko test erschienen 07/2014 ausgabe 8 ,Lehmstreichputze getestet hat...
Und selbt der Testsieger wies erhöhte mengen Blei auf wessen Produkt das war kann man ja dort nachlesen..
und noch einiges mehr...
Also ich schätze mal bei der verarbeitung dieser Produkte sollte man Handschuh und Maske stets Griffbereit haben...

Und wie diese inhaltsstoffe mit Wandbeschichtungen aus den 50ern reagieren kann ja vielleicht dann ein Chemiker beantworten...

Früher war Ökobau irgendwie noch was anderes...

Greets Flakes..



Falls jemand...,



Marvin lies doch bitte mal was ich oben geschrieben habe.



Danke an Gerd



für die hilfreichste Antwort. Ja, ich habe sie gelesen. War bei mir aber wohl nicht alles, denn der Effekt ist mit dem Trocknen leider nicht verschwunden (hatte ich natürlich gehofft).

Meine Wand sieht nun gut aus, also werde ich auch nicht mehr per Gutachter etc. herausfinden, was genau schiefgegangen ist. Auf einer anderen Wand hat der Putz genau so ausgesehen wie er sollte. Mir gefällt der Rapido Putz in der Struktur und Verarbeitung, werde ihn also wohl wieder verwenden.

Nächstes Mal werde ich aber einplanen, dass es eventuell noch Nacharbeit erfordert und länger dauert. Weiss nun einmal leider nicht woraus die Wände genau bestehen und was da über die Jahre alles verstrichen worden ist. Auf einer anderen Wand kam zum Beispiel unter anscheinlichem Putz Latextapete zum Vorschein (das kann ich bei der orangenen Wand zum Glück ausschließen), das war aber leicht zu bemerken wenn man sich die Wand etwas genauer angesehen hat. Irgendwann ist wohl auch mal bunte Kalkfarbe verstrichen worden, diverse Tapeten mit diversen Klebstoffen, Tapetenlack, unbekannte Farben diverser Art, Styropordekoplatten. Ist halt ein Altbau.

Mein Fazit von der Geschichte ist, dass Putzgrund nicht ausreicht, um sicherzustellen, dass der Streichputz nachher so aussieht wie er sollte, und dass der Streichputz kein Ersatz für Wandfarbe ist.

Marvin