Was ist besser?

17.02.2015 Franki



Ich muß meine Wand Dämmen. Fachwerk mit Lehmausfachung darauf ein Lehmputz. Alles schon sehr alt ca. 1900. Man hat mir Leichtlehmsteine (die sehen ehr aus wie Platten) empfohlen. Eine Lattung darauf die Lehmsteine anschrauben und die Hohlräume mit Hanffaser auffüllen. Oder Holzfaserplatten und darauf Lehmputz. Ich bin nicht sicher was besser ist. Zumal ich an der einen Wand nur ca 6cm Platz habe. Was würdet ihr tun? Danke Frank



Fachwerk Innendämmung



Bei nur 6 cm Aufbau würde ich nichthydrophobierte 60 mm Holzfaserplatten mit Lehm an die bestehende Wand ansetzen und dann Lehmputz aufbringen.
Darauf achten, daß keine Hohlräume zwischen Fachwerkwand und Platte verbleiben

Andreas Teich



Fachwerk Innendämmung



Hallo Frank.

Ich gehe davon aus das der alte Putz noch drauf ist. Hier solltest du erst einmal feststellen ob dieser noch fest an der alten wand verankert ist. Wenn nicht sollte er runter und dann neu aufbringen. Ich habe den ganzen alten Lehm wieder verwendet und nur den letzten putz neu besorgt. Holzfaser bringen sich schnell und leicht an. Auch das Verputzen geht einfach. Wobei ich von der dann entstehenden Oberfläche in Bezug auf Festigkeit noch nicht Überzeugt bin. Kann ich aber noch keine Langzeit - Erfahrung geben da ich Ihm auch erst drauf gebracht habe. Als Isolierung habe ich Strohlehm von innen wobei dieses aber bei dir wegen des geringen Aufbaus ausscheidet. Viele Verkäufer bewerben ihr Produkt als die besten verwende dein gesunden Verstand und schau einfach was die Fachleute früher gemacht haben.
Gruß Herbert



Einen Leichtlehmstein,,



der wie eine Platte aussieht, kann ich mir leider nicht vorstellen. Eine solche Bauweise mit Hinterstopfen würde ich jedenfalls ablehnen.

Holzweichfaserplatten müssen immer vollflächig in Lehm angesetzt und zusätzlich mit Tellerdübeln befestigt werden. Es gibt sie in verschiedenen Stärken. Sie werden vorzugsweise mit Lehm verputzt. Eine andere Lösung wäre z.B. eine gestampfte Vormauer aus Wärmedämmlehm (http://www.haacke-cellco.de/).

Der alte Putz sollte entwerder tragfähig sein und von alten Farbschichten befreit werden (Sanierfräse), oder entfernt werden. Damit hättest Du auch etwas mehr mögliche Dämmstärke.

Grüße

Thomas



Bei nur 6 cm Aufbaustärke...



scheiden m. E. Lehmdämmplatten aus.

Ich würde da schon eher zu einem Lehmdämmputz neigen, z. B.
http://www.lehmbau-ts.de/justorange.cms/35_Lehmd%E4mmputz.html
der dann einen Lehmdeckputz erhält.

Viele Grüße

Dirk Meisinger



Leichtlehm bei nur 6cm möglich



Hallo Frank,
bei einem gesamten Aufbau von nur 6 cm scheiden viele Plattenmaterialien schon aus.
Von Innen heraus müssen Sie einen Mindestputzauftrag von ~2 cm Lehm rechnen, bleiben ~4 cm für die Dämmung.
Ich würde hier auch einen Leichtlehm empfehlen. Dieser kann als Putz aufgebracht werden oder hinter einer Gleitschalung oder einer Schalung aus Reet Putzträger eingebracht werden.
Der Vorteil einer gestampften Dämmung ist die Verwendung von senkrechten Hölzern an denen später auch noch etwas angebracht werden kann.
Ich empfehle alle 30 cm Holzständer, Reet-Putzträger stückchenweise hochrollen und antackern. Den Hohlraum lagenweise mit einem Hanf-Leichtlehm LLS 400 oder mineralisch mit einem anderen Leichtlehm auffüllen. Der LLS 400 kann direkt verputzt werden da er trocken eingebracht wird und nur leicht angefeuchtet wird. In jedem Fall solltest du eine Gewebelage und einen seperaten Oberputz einplanen.
Auf Holzweichfaserplatten kann eine festere Schicht durch die Verwendung von Lehm-Kleber als Unterputz erreicht werden.

In jedem Fall solltest du lose sitzenden Putz entfernen, das ermöglicht, wie schon geschrieben, mehr Dämmstärke.

Gruß, David



Innendämmung



Bei 6cm Aufbaustärke bleibt im Grunde nur eine 4cm Holzfaserdämmplatte, hohlraumfrei in Lehm auf das Fachwerk aufgeklebt und zusätzlich gedübelt + einem zweilagigen, bewehrten Lehmputz. Wobei Sie erste einmal schauen müssen, wieviel an Ausgleichs-Lehmputz Sie aufbringen müssen, um eine einigermaßen ebene, lot- und fluchtgerechte Wandoberfläche herzustellen, als Vorbedinguung für die Verlegung der Dämmplatten.

Alle auf Lehm basierten "Dämmstoffe" haben nur einen m. o. w. bescheidenen Dämmwert, da Lehm ein Baustoff mit hoher Wärmeleitfähigkeit ist, ähnlich dem Beton. Ein sog. "Lehmdämmputz" mit Bläglasgranulat hat eine Wärmeleitwert von 0,25 W/mK und darf sich nach der DIN 4108 eigentlich nicht als Dämmmaterial verkaufen. Die Grenze der Wärmeleitfähigkeit, um noch als Dämmmaterial zu gelten, liegt bei 0,1 W/mK.

Sie sollten deshalb einen fachwerkverträglichen Baustoff mit einem möglichst niedrigen Wärmeleitwert verwenden. Und das ist bevorzugt die Holzfaserdämmplatte



Danke



für die vielen hilreichen Kommentare. Nach Absprache mit Fachleuten vor Ort und natürlich Euren Ideen, habe ich mich für die Holzfaserdämmplatte entschieden. Es ist m.E.nach das sinnvollste Dämmsystem für meine Anwendung. Des weiteren werde ich auch eine Wandheizung installieren. Ich denke das ich diesen Raum damit best möglich und Zukunftsorientiert ausstatte. Werde evtl mal Bilder und Kommentare zu den einzelnen Bauabschnitten posten. Also danke nochmal an alle.