Lehmputz salze / schimmel

26.01.2020 füßchen


Lehmputz  salze / schimmel

Hoffe mir kann jemand weiterhelfen... haben vor 3 Jahren ( 2017/2018) komplett saniert..altes Haus Feldstein mit Ziegelstein gemisch ..Die Wände wurden komplett vom alten Putz befreit..Neue Fenster und Türen eingebaut . Die Decke nach unten zum Keller abgedichet.. haben uns dann für Lehmputz entschieden. Im Winter drauf fing es an, dass ab Mitte Dezember so Ausblühungen ( siehe Foto) auf dem Lehm waren. Uns wurde gesagt das es Salze sind die der Lehm an die Oberfläche holt. Haben es dann immer abgekratzt und ab Februar / märz war dann wieder Ruhe . Das hat sich seitdem bisher jedes Jahr im Winter wiederholt. Im Sommer ist nichts zu sehen. Es geht um 3 Zimmer wo das Problem ist ( ca. 60 Quadratmeter). Im mittleren Zimmer haben wir einen Kaminofen, den wir tagsüber anheizen. Die Türen zu den beiden anderen Räumen lasse ich dann immer auf, damit die beiden anderen Zimmer gleich mit überschlagen werden und ich nicht soviel heizen muss. Ansonsten haben wir normale Heizkörper die ich so auf 1-2 stelle. Mache mir jetzt nur Gedanken weil jetzt so schwarze Punkte dazugekommen sind , und das auch an einer Stelle wo bisher nie groß was war. ( siehe Foto) was kann es sein? Und hat das mit dem abkratzen mal ein Ende. Was können wir machen?..es ist nur im Bereich der Aussenwände...die Dicke der Mauern würde ich mal so auf 30 bis 40 cm schätzen



vielleicht doch Schimmel



Es könnte sich um Schimmel auf Grund zu geringer Oberflächentemperaturen handeln.
Am besten folgende Messungen durchführen:
Die Raumtemperatur, die rel. Luftfeuchte des Raumes und die Oberflächentemperatur der betroffenen Stellen messen.
Eventuelle Erklärung: Wie selbst beschrieben gelangt die warme (und ggf. feuchte) Luft aus dem Kaminzimmer in die kühleren Nebenräume und kondensiert dort an der Oberfläche.
Andere mögliche Ursache: Feuchteeintrag von Außen/Boden.
Oder eine Kombination von beiden Ursachen.



lehmputz schimmel



das Haus steht auf einem Granitsockel..und ist unterkellert ( gewölbe) .der Granitsockel ragt etwa eine halben Meter aus der Erde raus... bei der Sanierung haben wir auch die ganze erde rausgenommen.und den Fußboden komplett neu aufgebaut..mit dichtschlämme , Dämmung etc. Der keller ansich ist relativ trocken... wo sollte die Feuchtigkeit von unten herkommen??? Komisch ist auch, dass es immer nur zur kalten Jahreszeit auftritt. Im Sommer hab ich die Türen ( Terassentür, Wohnungseingangstür) viel offen ..da ist nichts.

Es tritt auch nur in den beiden aussenliegenden Zimmern auf . In dem Raum in der Mitte ist es nur ganz leicht oberhalb der Sockelleiste. Das rechte Zimmer ist allerdings nicht unterkellt..Granitsockel ist aber umlaufend ums ganze Haus. Es geht um die Zimmer im Erdgeschoß. Wir wohnen unten und haben Lehmputz überall gemacht. In der Oberen Etage ist ganz normaler Putz..da ist das Problem nicht.



Neue Informationen



Die eben genannten Informationen waren der Gemeinde nicht bekannt. Daher ist die Gegenfrage obsolet. Bliebe noch der Verweis auf die Feuchtigkeit aus der Luft. Was sagen die Messergebnisse?



lehmputz schimmel



müßte ich mir Morgen von einem Bekannten mal so ein Messgerät holen..damit kann man, wie er sagte die Oberflächentemperatur der Wand / Taupunkt und so ablesen



Klassiker: Schimmel und Kältebrücken



So wie sich das Schadbild bei Ihnen zeigt, inklusive Ihrer Beschreibung, ist es typisch für Kältebrücken. Durch Ihre sehr sparsames Beheizen, werden die Wände nicht durchgewärmt. Die warme Raumluft aus dem Kaminzimmer kondensiert. Dazu kommen noch diverse Abdichtungen durch neue Fenster etc.

Wichtig ist, alte Häuser müssen richtig geheizt und gelüftet werden. Also Heizung an, Raum bei den aktuellen Witterungsbedingungen auf etwa 20 Grad und rund 45% rel. Luftfeuchte im Winter bringen. Dann sollte sich nach ein paar Wochen das Problem geklärt haben.

Erfolgte nach der Sanierung kein Trockenheizen, würde ich die Raumluft sogar noch etwas erhöhen und langsam auf die Werte von 22 Grad und 40% rel. luftfeuchte bringen. Achten Sie aber auf Holzgegenstände und mögliche Trocknungsrisse.



Feuchtigkeit/Schimmel an Außenwänden verhindern



Granit/Ziegelmauerwerk hat einen sehr schlechten U-Wert, sodass es schwierig zu heizen ist und lange dauert bis es erwärmt wird.

Wenn Außendämmung nicht möglich ist hätten die Wände innen nur begradigt und dann Innendämmung vollflächig angesetzt werden müssen, um die jetzigen Probleme zu vermeiden.
Wenn die Heizungen ohne größere Absenkungen durchgängig betrieben werden hast du zwar höhere Heizkosten jedoch ebenfalls nicht keine Ausblühungen/Schimmel.

Ich würde als Dauerlösung Innendämmung empfehlen,
Mineralschaumplatten/Multipor, Holzfaserdämmplatten, Zellulosedämmung etc
Darauf zB Kalkputz mit Silikatfarbe



schimmel



Hab mich vieleicht doch etwas ungünstig ausgedrückt.Also das Gebäude ansich ist aus Ziegelstein, nur an den Ecken ist gelegentlich ein Feldstein eingemauert. Bin ja auch selbstkritisch. Das mit der Innendämmung ist natürlich sehr Zeit und Kostenintensiv und schade um den Lehmputz. Habe ja den Antworten entnommen das es auch an meinem Heizverhalten liegen könnte. Vieleicht könnte ich da als erstes was tun . Wenn ich zur Artbeit fahre regele ich die Heizkörper runter auf 0,5 bis 1. Nach der Arbeit heize ich den Kaminofen an und stelle die anderen heizkörper wieder auf 1 bis 2 , da es durch den Ofen ja immer warm genug in den anderen Zimmern ist. ??? Habe auch von diesem Regel air System zur automatischen Belüftung ( zwangsbelüftung) gehört..würde mir das sonst auch bestellen.



Wärmebrücken



Gerade Gebäudeecken stellen eine geometrische Wärmebrücken dar-
wenn diese dann noch mit teilweise Granit erbaut wurden verstärkt sich das
und führt zu erhöhtem Schimmelrisiko.

Wandoberflächentemperaturen messen , besonders in Ecken und an Fensterlaibungen und dann mit Taupunktrechnern ermitteln ob bzw wann Kondensat möglich ist.

Dauerhaft warme Obeflächentemperaturen verhindern Schimmel,
verursachen aber hohe Heizkosten- was wirtschaftlich ist hängt
dann auch vom Heizsystem ab.

Die Oberflächentemperaturen der Außenwände
sind bei Innendämmung wohl trotzdem angenehmer.



Wissen ist Macht!



Mein Vorschlag:

- kaufen Sie sich ein elektronisches Gerät, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit anzeigt. Am besten im Doppelpack (ca. 10 €)
- kaufen Sie ein pistolenähnliches Infrarotthermometer (ca. 10 €)
- laden Sie aus dem Internet eine sog. Taupunkttabelle herunter

(Preisschätzung nach erstem Aufruf einer großen Internetplattform; mit Billiggeräten erhalten Sie natürlich keine präzisen Messungen, können aber Tendenzen recht gut erfassen)

Stellen Sie dann eines der Gerätchen im Raum und eines in Wandnähe auf. Messen Sie mit dem pistolenähnlichen Infrarot-Thermometer außerdem die Temperaturen der Wandoberflächen und gleichen Sie das Gemessene mit der Taupunkttabelle ab. Wird der Taupunkt unterschritten bzw. nahezu unterschritten, kommt es zum Anfall von Kondensat. Das passiert natürlich dort zuerst, wo die Wand am kältesten ist. Sind ihre Ausblühungen also kondensatverursacht, würden die Messergebnisse dazu passen.

Abhilfe (auf die Schnelle!): Temperatur erhöhen (heizen) und/oder Luftfeuchtigkeit senken (häufig 2 Minuten Durchzug-Lüften bei kaltem trockenen Wetter)

Übrigens ist es nach meinem Kenntnisstand eine erhebliche Energieverschwendung, massive (Außen-)Wände täglich abkühlen und aufheizen zu lassen. Dazu kommt eine Feuchte-/Kondensatproblematik. Ein "Durchheizen" dürfte da preiswerter sein - bzw. bei Ihnen vielleicht das "Halten" einer Temperatur von 18 oder 19 Grad auch am Tage?



Hier hilft richtig heizen



Erstmal alle Heizkörper voll auftrehen und dann nach einigen Tagen langsam zurückdrehen . Nur einen Teilstrich! Es müssen alle Wände warm bleiben.
Wie vor beschrieben ja nicht auf und zu. Nur kurz lüften 1 bis 2 Minuten und das in der Frühe und am Abend aber auch im Abstand von einer halben Stunde wiederholen.



Mich wundert lediglich



Mich wundert lediglich, dass die Fensterleibungen nicht auch schimmeln.



Kein Neubau



Es tut mir leid dies zu sagen, aber ihr Heizverhalten ist höchst schädlich für ihr Haus und auch bald für Ihre Gesundheit. Würden Sie werden die so betreiben, schädigen Sie noch weiter die Substanz. Das Haus kann/ konnte nie austrocknen. Der Effekt der Durchfeuchtung der Wände ist dabei sogar an selbstverstärken der im Laufe der Zeit zu einer zunehmenden Sporen- und Schimmelbelastung in Ihrer Raumluft sorgen wird. die paar Euro, die sie aktuell denken einzusparen, müssen Sie dann für eine umfängliche Sanierung um ein Vielfaches ausgeben.

Ihr Haus ist kein Neubau. Ihr Heizverhalten würde maximal für einen Neubau der Niedrigenergieklasse passen. Dadurch, dass ihr Haus völlig auskühlt, brauchen sie wesentlich mehr Energie, als wenn, wie meine Vorrednern schon schrieben, einmal komplett das Haus durchgewärmt ist und auf einem normalen Niveau einreguliert wird.

Also: Heizung bei allen Heizkörpern auf drei, sobald es durchgewärmt ist, regulieren die Thermostate eh ab. Dadurch, dass ihr Haus viel Bausubstanz hat, wirKt es natürlich auch wie ein großer Wärmepuffer. Schalten Sie die Nachtabsenkung ab oder maximal auf eine Differenz von 4 bis 6K. Heizen Sie also Ihren Kamin an, geht natürlich auch ihre Heizung in einem Niedrigenergiemodus oder schaltet ab. Sobald das Haus nun durchgewärmt ist, sollten Sie Früh und Abend einmal ordentlich für Durchzug sorgen. Also nicht auf Kippstellung sondern Fenster und Türen richtig auf und frische Luft rein. Kontrollieren Sie des Weiteren regelmäßig ihre Luftfeuchtigkeit.



was ist das?


was ist das?

erstmal danke für die umfassenden Informationen zu dem Thema. Bin jetzt wirklich schon schlauer was das allgemeine Heizverhalten angeht.

vieleicht hat noch jemand eine Idee was das hier sein könnte..????



Einfacher Test



Kratzen Sie etwas von der weißen Substanz mit einem Messer ab. Geben Sie denn diese Substanz in ein Glas mit Wasser. Löst sich diese weiße Substanz auf, ist es ein Salz, gegebenenfalls Salpeter. Löst sich die Substanz nicht auf, ist es Schimmel.



..oder daran schlecken...



und / oder daran riechen.
Schmeckts nach Salz ist es Salz, schmeckts nach Scwammerl ist es Schimmel.
Spass beiseite, es steht doch fest, dass es am lalschen Heizen und Lüften liegt.
Und oben hat ein " Planer" geschrieben es sollte eine Innendämmung aufgebracht werden. Was soll denn damit erreicht werden? Ich denke eher daran, dass dann die Wand noch mehr abkühlt und ob das sinnvoll ist habe ich Zweifel.
Also wie vor beschrieben: Wissen ist Macht und dann die Ergebnisse mitteilen.
Dazu empfehle ich ein Gerät z, B, TH 503 von Matzner Messtechnik anzuschaffen und im Raum an der Innenseite ca, 1,5 mtr. hoch aufzustellen/hängen. Ein paar Tage messen und dann mitteilen.