Frage zum Lehmputz

18.07.2010



Hallo zusammen !

Ich habe hier im Forum schon einige Stunden fleißig gelesen und zahlreiche Tips für mein Vorhaben gefunden.
Nun habe ich eine Frage die ich über die Suche noch nicht klären konnte.
Ich renoviere ein Haus aus 1950 und habe unter anderem auch die komplette Elektrik erneuert.
Jetzt habe ich zahlreiche Kabelschlitze und einen Schacht in einer Außenwand für die Heizungsrohre im Wohnzimmer die zugeputzt werden müssen.
Den Schacht habe ich mit Mineralwolle ausgestopft und Streckmetall an der Wand befestigt.
Im Wohnzimmer wurde Goldband Gipsputz verwendet als es in den 70ern angebaut wurde, nun möchte ich aber den Gips mit Lehmoberputz von Claytec überziehen und dann mit Lehmfarbe Streichen da es auch einige Wellen udn Beulen im Putz auszugleichen gibt (Teils 1 cm tiefe Wellen).
Mein Verputzer der die Räume macht in denen der Putz komplett abgeschlagen wurde (Sand-Kalkputz der sehr locker war) meinte das ich die Kabelschlitze und den Schacht erst mit Rotband zuputzen sollte bevor der Lehmputz darauf kommt, da es passieren kann das sich bei hoher Raumluftfeuchte und somit Feuchtigkeitsaufnahme des Lehms die dicker verputzten Stellen abzeichnen.
Die tieferen Stellen und die Kabelschlitze wollte ich mit Claytec Lehmunterputz verputzen.
Zudem stellt sich mir die Frage wenn ich direkt mit Lehmputz arbeiten würde ob es auf dem Streckmetall überhaupt genug Stabilität hat falls sich dort mal jemand anlehnt ?
Putzdicke wäre dort etwa 1-1,5cm.
Einen ehemaligen Durchgang vom WZ habe ich bereits mit etwa 1cm Lehmunterputz an die Gipswand angeglichen und Gewebe mit eingeputzt.
Das Haus ist übrigens von Außen gedämmt worden und hat neue Fenster.
Ich habe mal einen kleinen Test auf dem Gipsputz gemacht:
Gips angerauht,mit Tiefgrund bepinselt,mit verdünntem Fliesenkleber bestrichen und an einer weiteren Stelle nichts weiter gemacht.
Lehmputz aufgetragen und etwas Gewebe mit eingeputzt und nach dem Trocknen getestet was am besten auf dem Gips hält.
Alle Stellen hafteten gleich, ich konnte keinen Unterschied feststellen.
Würde für mich bedeuten einfach den Lehmputz auf den Gipsputz aufziehen oder spricht da was dagegen ?
Wie sieht es bei dem alten Sand-Kalkputz aus ?
Ich müsste noch in ein paar Räumen die gleichen Arbeiten ausführen, habe aber als Untergrund diesen sandenden Putz.
Tiefengrund, Zementvorspritz oder was kann ich dort tun ?

Vielen Dank im Voraus.

Marcus



mal



ne Frage:
Gipsputz (für den Du nichts kannst, Tiefengrund, Fließenkleber .... warum willst Du überhaupt Lehmputz haben ?? Weils modern ist ... oder warum ? (Habe selber keinen Lehmputz mehr in meinem Fachwerkhaus.)





Wie gesagt es waren nur Tests um zu probieren ob der Lehmputz irgendwo besser/schlechter haftet.
Warum ich Lehmputz bevorzuge ?
Das Haus wurde aufgrund einer KfW-Förderung gedämmt, da sowieso das Dach,die Fassade und die Fenster erneuert werden mussten.
Das Haus ansich kann also nicht mehr atmen und es muss ausreichend gelüftet werden.
Ein Lehmputz kann wenigstens etwas zu einem ausgewogenen Raumklima beitragen da er ein sehr gute Feuchtepuffer ist.
Ein Lehmputz lässt sich sehr gut Verarbeiten und lässt sich auch später gut ausbessern.
Zudem hat meine Frau oft einen unerklärlichen Husten in unserer Wohnung der im Haus nicht auftritt.
Vielleicht trägt der Lehmputz ja auch etwas dazu bei das der Husten ausbleibt.

Danke

Marcus





Kann mir niemand ein paar Tips zu meinen Fragen geben ?



Frage zum Lehmputz



Hallo Marcus,

ich würde auch versuchen, die Schacht vorher zu verputzen
oder andersweitig zu schließen, um einen ähnliche Schicht-
dicke für den Lehmputz zu erhalten, damit er gleichmäßig
trocknen kann. Meine eigenen Erfahrungen mit Lehm beschränken sich allerdings auf Claytec Strukturputz,
den wir primär der Optik wegen gewählt haben. Die Oberflächen habe ich durchweg mit der vom Fachhändler
empfohlenen Grundierung behandelt (war glaub ich von HAGA).
Könnt Ihr denn ausreichend regelmäßig lüften? Der Lehm
gibt die Feuchtigkeit ja auch nicht in ein paar Minuten
wieder ab. Wir haben die Fenster und Fassade erstmal für
2-3 Jahre aufgeschoben und uns dafür eine KWL geleistet,
aber das ist natürlich eine Frage des Zustands und der
Mittel.





Hallo !

Danke für die Antwort.
Ja, Lüften können wir schon ausreichend, tagsüber ist zwar niemand zu Hause, aber morgens und abends sowie am WE geht das schon.
Ich denke ich werde das auch so machen wie mein Verputzer meinte und die Schlitze sowie den Schacht mit Rotband zuputzen und dann einen Lehmoberputz drauf.
Um eine Grundierung werde ich mich dann auch mal kümmern, sicher ist sicher....

Gruß

Marcus



Noch ein paar Fragen....



Ich muss das Thema nochmal aufgreifen.
Ich habe in anderen Räumen noch Kabelschlitze zu Verputzen in denen später ein Lehmoberputz aufgetragen werden soll.
Der alte Untergrund ist teils sehr sandig wo er aufgeschlagen wurde, ich vermute mal ein Sand/Kalk-Putz der mit einer Oberschicht geglättet wurde.
Ein nachträglicher Durchgang wurde mit Gips beigeputzt.
Mit was putze ich am besten die Schlitze zu ?
Ich habe es teilweise mal mit Krusemark Kalkputz versucht weil ich da noch ein paar Sack von übrig habe, da enstehen aber oft Risse an den Rändern zum Altputz.
Die Risse sind ja eigentlich egal, da ja noch ein Oberputz drauf kommt oder ?
Alternativ könnte ich Rotband nehmen, der bildet kaum Risse aus, passt aber nicht so gut zum Altputz.

Nun noch eine Frage:
Ich habe neue Fenster mit darüber sitzenden Rollokästen welche von Innen Verputz werden müssen (Styrodurkasten oder Ähnliches).
Da ich ja sonst erhebliche Unterschiede in der Schichtdicke bekomme, sollten die auch vor dem Lehmputz beigeputz werden.
Auch hier stellt sich mir die Frage ob mit Rotband oder Kalkputz von Krusemark ?

Vielen Dank

Marcus



bei



Untergründen wie Styrodur den dafür vorgesehenen Klebe- und Armierungsmörtel mit Gewebe (z.B A300) auftragen, Profilierung mittels Fliesenzahnkelle für bessere Haftung nachfolgender Dickputze.