Kalk-/Gips-Putz (Innen!) auf vorhandenen Lehmputz - wie geht das?

28.10.2008


Hallo, wir wollen die Innenwände unseres Hauses Verputzen - voraussichtlich mit einem Kalk- oder Kalkgips-Putz. Am Großteil der Wandflächen ist bereits ein Lehmputz vorhanden und darüber eine sehr dünne weitere Putzschicht (Gips oder Zementputz oder so) - Was ist zu beachten und wie sollten wir am besten vorgehen? Welche Fehler könnten wir vermeiden? Welche Materialien wären zu empfehlen??

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Stephan



Bin jetzt kein Gegner...



...von Kalk/Gipsputz, aber wenn schon Lehmputz da ist, solltet ihr im System bleiben.

Gruß Patrick.



die dünnen Gipsputzschichten sollten entfernt werden.



Dann würde ich vollflächig mit Lehmputzen weiterarbeiten nach dem Motto:
1. Untergrund gut anfeuchten
2.Mit Lehmschlämme vorgrundieren
3.Den Lehmputz naß in die noch Feuchte Grundierung auftragen.
Wo Rissegefahr besteht, Jutegeweb einarbeiten.
Viel Erfolg!





Vielen Dank für diese ersten Antworten. Erstmal klingt das ganz schlüssig und uns auch sehr sympathisch... beim Lehm zu bleiben. Aber es ergeben sich schon noch weitere Fragen, wenn wir als den Vorschlägen folgen und Lehmputz als äußerste Schicht, innen aufbringen - nämlich:

1. Gibt es irgendwelche Tricks, wie die oberste, dünne Putzschicht (die ja nicht aus Lehm ist) einigermaßen flott entfernt werden könnte??
2. Oder wäre es auch machbar, den Lehmputz aufzubringen, ohne die oberste, dünne Putzschicht zu entfernen... an vielen Stellen ist die ja ohnehin schon abgebrochen, bzw. deutlich beschädigt...??
3. Welche Materialien brauchen wir, um Lehmputz anzumischen?? Mischungsverhältnis??
4. Wenn verputzt ist, wollen wir natürlich auch noch Farbe an die verputzten Wände bringen? Mit was lässt sich Lehmputz einfärben, streichen??

(Entschuldigt bitte die vielen Fragen, aber wir haben sowas alles noch nie gemacht... Danke!)



Untergrundvorbereitung



Die Grundregel heißt: alles was lose ist muß runter. Wenn manche kleinere Gipsputzstücke gut haften,dann diese Stellen bitte vor Lehmputzauftrag mit baumarktüblichem Tiefengrund gut vorgrundieren. Lehmputze müssen nicht gemischt werden, die gibts als Lehmfertigputze, die nur noch mit Wasser angerührt werden. Je nachdem wie dick die Putzschicht ist gibt es Unterputze,Oberputze oder LehmFeinputze.Bei Putzdicken bis 3cm empfiehlt sich unser selbstbaufreundlicher LehmWärmedämmputz.
Das Einfärben vn Lehmpuztz ist unsinnig,da die Farbpigmente viel zu teuer sind. Mit Lehmfarben oder Lehmstreichputzen läßt sich die trockene Lehmputzoberfläche einfach und schön gestalten. Schauen Sie einfach mal rein unter www.texbis.de



Altputzentfernungen


Lehmfeinputz von Conluto

Da alle mineralischen Putzbeschichtungen eh nur mechanisch auf Lehmuntergründen halten, sollte eine Entfernung mittels Spachteln bzw. Kellen verhältnismäßig zügig gehen und funktionieren.
Geringfügig verbleibende Rester sind dann aber kein großes Problem.
Auf die nun rohen Lehmputzflächen mittels großem Sprüher eine gute Grundfeuchte (nicht Nässe!!) herstellen und mit einem Lehmfeinputz eine ersten Lage tragen und sofort eine vollflächige Gewebeeinlage einbetten (Stoß überlappend!).
Nach beginnender Antrocknung sofort die zweite Lage aufziehen und im abtrocknenden Zustand mittels Schwammbrett Oberflächen fertig herstellen.

Da Sie nun noch blutige Anfänger hinsichtlich Verputzen mit Lehm sind, würde ich Ihnen hier nur zur Fertigware raten.
Den Feinputz gibt es in Papiersäcken (25 kg) und muß nur noch mit Wasser pastös angerührt werden (mittlerer Mixer).

http://www.collomix.de/baumischtechnik_handruehrwerke4.htm

Wenn Sie die Flächen fertig haben, gibt es Lehmfarben als Endgestaltung in Pulverform, also nicht unbedingt pastös, denn da sind sicherlich genügend Konservierungsstoffe enthalten.

Unterstützende Grüße,

Udo Mühle