Lehmputz, einige Fragen eines Anfängers

12.06.2014



So es ist endlich soweit, wir haben die Schlüssel und können loslegen mit der Sanierung. Nachdem wir die Tapeten ab haben gibt es einige Stellen, wo sich der alte Lehmputz gelöst hat und neuer drauf muss, inkl unter der Decke.

Ich habe hierzu einige Frage:
1. Beim Tapeten abmachen sind mir einige Stellen aufgefallen, wo der Vorbesitzer auf dem Lehmputz eine seeehr dünne Schicht Styropor gemacht hat ( ca 2mm) und darauf einen sehr hellen dünnen Putz (keine Ahnung was für einer). Styropor ist doch nicht diffusionsoffen, sehe ich das richtig, daß dieses ganze Styropor runter muss?

2. Gibt es irgendwo einen guten Link wo gezeigt wird, wie man den Lehmputz korrekt anrührt und aufträgt?

3 Was muss ich beim Kauf des Grundputzes achten?

4. Ich hab gelesen, daß es auch Lehmplatten gibt, die man montieren kann. Ist das von der Handhabung zu vergleichen mit Gipskartonplatten? Kann man das als Alternative zum Grundputz nutzen?

5. Jemand empfohl mir den alten losen Lehmputz an der Decke zu lassen und es einfach mit Gipskarton zu verkleiden. Ich hab da Bedenken, daß sich darunter Schimmel oder so bilden kann. Was meint ihr?

6. Wie berechne ich die ungefähre Menge an Lehmputz, die ich benötige?

7. sollte ich besser einen Putz zum Anrühren nehmen oder besser einen, der schon fertig ist?

8. welche Werkzeuge benötige ich neben einer Keller?



Lehmputz



Geht es um Innen- oder Außenwände?
Putzen ist ein Handwerk, das man lernen muß. Neben theoretischen Kenntnissen benötigt man Übung und die gibt es nicht per App oder Forum.
Lehmputz eigent sich gut zum Üben denn er ist reversibel und ungefährlicher wie Kalk- und/oder zementgebundene Putze.
Haben Sie sich vorher Gedanken über ein Gesamtkonzept zur Sanierung gemacht?
Es gibt eine Menge Arbeiten die man vor dem Verputzen erledigen sollte.
Falls die Deckenhöhe ausreicht und der Deckenputz hinüber ist kann eine Trockenbau- Unterhangdecke eine effektive Lösung sein. Zwischen zwei beheizten Geschossen und bei normaler Feuchtebelastung besteht keine Gefahr der Schimmelbildung.



Learning by Doing



Hallo,

erst mal schön, dass du dich fürs matschen mit Lehm entschieden hast. Und keine Angst, das kriegt man auch als Anfänger hin. Und wenn es mal nichts geworden ist kann man das einfach wieder von der Wand holen, neu anrühren und wieder verwenden.

Ich würde einmal bei einem Lehmbauer vor Ort anfragen ob er dir nicht Nachhilfe erteilen kann. Bevor du mit dem Lehm anfängst sollten aber alle Arbeiten die die Wände wieder kaputt machen (Leitungen verlegen, Türzargen ersetzen etc.) abgeschlossen sein. Und es sollte auch geklärt sein dass die Wände OK sind.

1. Es sollte möglichst alles an Nicht-Lehm (Tapeten, Farben, das Styropor etc.) von der Wand runter. Ebenso aller Lehm, der nicht mehr fest ist. Du kannst mit frischem Lehm keinen losen Altlehm "verkleben", das kommt dir sonst alles wieder von der Wand.

2. Bestimmt, aber ich hätte jetzt keinen zur Hand. Technik zum Auftragen entweder anwerfen oder aufziehen. Besonders bei sehr unebenem Untergrund ist ersteres vorzuziehen, erfordert aber auch einiges an Übung.
Die richtige Konsistenz musst du ausprobieren, das hängt immer auch von deiner Technik und dem Untergrund ab. Am besten erst mal einen Eimer anrühren und testen und dann eine größere Menge mit der gleichen Schlotzigkeit. Wenn du dich vertan hast ist es aber auch nicht schlimm, bei Lehmputz kannst du im Prinzip unendlich oft Wasser bzw. Lehm hinzugeben. Nicht das Armierungsgewebe vergessen!

3. Ich würde Big Packs erdfeucht empfehlen, und die Marke, die du lokal bekommst. Bei je 1,2 Tonnen kommen da sonst recht hohe Frachtkosten zusammen. Ich hatte Conluto, das fand ich gut zu verarbeiten.

5. Deckenputz erneuern geht mit einiger Übung auch, ist jetzt aber keine Übung die Spaß macht. Ich hab auch das wo der Putz hin war bzw. nie welcher dran war, die Decke abgehängt. Unterhalb von unbeheizten Räumen und bei Küche/Bad muss man das ordentlich planen damit kein Schimmel entsteht, überall sonst sollte das unproblematisch sein.

6. Die Hersteller geben an wie weit der Putz reicht. die Angabe bezieht sich aber auf eine ideal glatte Wand. Wenn du Unebenheiten ausgleichen musst oder eine Wand begradigst wird der Verbrauch deutlich höher ausfallen.

7. Mir ist nicht bewusst dass es fertig angerührten Lehmunterputz zu kaufen gäbe. Das wäre auch eher unsinnig. Du hast die Wahl zwischen Erdfeucht und trocken. Erdfeucht ist billiger, dafür ein wenig schlechter anzurühren und vor allem deutlich unkomfortabler wenn er schon was länger steht, da er austrocknet.

8. Putzkelle, Glättkelle (Kunststoff rutscht besser als Metall), Spachtel (für Ecken und andere fummelige Stellen) Schwammbrett für den Oberputz, Drucksprüher zum Vornässen der Wand, Wurzelbürste zum Abbürsten.

Viel Erfolg.
Tina



Vieles bietet die Glaskugel Google....



....doch Handwerkliches heißt ja auch, handwerkliches Tun.
Und wer kann dies am besten vermitteln?
handwerker bzw. fachleute.
Doch auch da ist eine Vielzahl an Unterschiedlichkeit zu bemerken.
Gipskarton wurde da ja bereits angesprochen.
Wer dies empfielt, ist empfehlenswert fürs Abstellgleis.
Sorry!
Mit etwas Geschick und guter Fachkompetenz ist da eine gute Herangehensweise möglich.
Sollten sie wiederum Interesse haben, stehe ich ihnen gern mit aussagekräftiger Info zur Verfügung.





Hallo,

ich komme aus WF und kann ihnen

a. Lehmputz,
b. Fenster
c. Dämmstoffe

verkaufen

und sie auch auf der Baustelle besuchen. Falls gewünscht kann ich auch Kontakt zu einem Maurermeister , Interessenschwerpunkt Lehmputz und Elektrofachbetrieb (der Fachwerk zu würdigen weiß) herstellen. Neben der vollständigen Ausführung wären auch eine Art Anleitung zur Selbsthilfe oder Teilleistungen möglich. Weiteres im Gespräch.

1. Styropor sollte runter.

2. Im www recherchieren oder Fachbücher wälzen. Jedoch kann ein Eigenstudium kaum Erfahrung ersetzen.

3. Kommt auf ihre Vorstellungen an und... ob sie überhaupt einen Grundputz brauchen.

4. Lohnt nicht, i.d.R. fauler ud teurer Kompromiss. Kommt aber letzlich auf den Einzelfall an.

5. Schimmel wird sich zwischen BEHEIZTEN Geschossen wohl eher nicht bilden.
Aber
-sie bekommen unkontrollierbare Hohlräume,
-sie verlieren unnötig Raumhöhe,
-der Gipskarton mit Unterkonstruktion ist auch nicht umsonst,
-irgendwann muß der GK wieder entsorgt werden und das wird gewiss teurer sein als entsprechender Lehm.
-GK hat m.e.immer was "schnelles" und "provisorisches". Man ist eher geneigt die GK wieder runterzureissen, wenn sich Risse bilden und die Maler anfangen diese mit Acryl zuzuschmieren.
-GK Oberfläche passt nicht zum Lehmputz.
6. Volumen rechnet sich nach Breite x Höhe x mittlere Dicke. Einheit ist m oder hinterher umrechnen.
Das jeweils beim Unterputz, Oberputz und Feinputz.

7. Lehm gibt es nur als Sackware lose oder im bigbag.
Im Eimer gibt es lediglich Lehmstreichfarbe.

8. Sie meinen sicher eine Kelle?
Mindestens brauchen sie:
Irgendetwas um den Untergrund aufzurauen z.B. Nagelbrett oder Rabott(=Putzhobel).
Metallglätter, Reibebrett, Schwammbrett (fein und grob)
Richtscheit, Abzieher, Wasserwaage, Quast, langen Pinsel viele Eimer und Kübel, Motorquirl (Die Bohrmaschine verdampft hier ziemlich schnell), feste Gummihandschuhe, Hautcreme, genügend Arbeitskleidung, Handgelenkbandage (Putzen wenn als ungewohnte Belastung, kann schnell Gelenkprobleme bereiten)
Jute- oder Glasfasergewebe.

Gruß
Selle