Lehmputz drüber spachtel

07.10.2020 benn



HAllo ich habe ein Wohnung gekauft , die Wohnung ist mit Lehmputz Verputz worden
die strucktur auf den Lehmputz gefällt mir nicht
ich würde gern ein glatt ( Q3 ) oberfläsche haben
wie , womit kann ich diese realisieren lassen
vielen dank



Sollte nicht so schwierig sein


Sollte nicht so schwierig sein

Wenn es schon ein Feinputz ist, kann man eventuell nachglätten, oder noch 2mm feinputz drüber und glätten. Gibt's auch farbig.
Auch gibt es lehmspachtel in verschiedenen Farben, dafür muss der Untergrund aber schon sehr eben sein.
Auf dem Bild ist der braune geglättet und wird grad noch mit safloröl behandelt.
Der gelbe ist gerieben.



hallo Micha,



welchen Effekt hat die Behandlung mit Safloröl, klingt interessant. Wird der Lehmputz dann von der Färbung her wie ein frischer, feuchter?



in richtung nass effekt


in richtung nass effekt

ja, die idee war es dunkler und wie befeuchtet wirken zu lassen.
ist bei dem braunen im bild oben auch schon fast fertig.
das problem ist, dass mit öl gleichmäßig erscheinen zu lassen.

vorteil (und vielleicht auch nachteil) beim safloröl ist, dass es pur sehr langsam polymerisiert also härtet.
auf dem braun pigmentierten und geglätteten Lehm funktioniert das ganz gut.
man sieht quasi in das Material hinein, erkennt Sand etc, aber auch unterschiedliche verdichtung und kleine risse etc.
ich find es toll, doch haben wir ein verarbeitungsproblem an den grauen flächen(in anderem raum) gehabt. das wird tricky zu beheben.

ich hatte auch experimente mit normalem Hartöl gemacht (leinos 240) was auch schön war, muss aber noch schneller und gleichmäßiger aufgetragen werden, da es schnell härtet.
kennt man ja vom holz.

im bild ein teilbereich der noch ein wenig mehr öl bekommt.
tiefliegende risse kommen aber auch deutlich hervor. ich lad noch eins in meine galerie.



leinöl



weißt Du, ob das auch mit Leinöl funktioniert? Bei Gelegenheit werde ich eine Probefläche anlegen, aber vorab hast Du ja vielleicht eine Info.



natürlich



geht das auch mit leinöl.
aber:
nimm kein leinöl aus der küche, das härtet viel zu langsam und ist nicht gereinigt.

kannst alle härtende öle nehmen.
gibt ja auch spezielle steinöle (mischungen) aber das leinos 240 ist schön dünn und ein guter alrounder.

holzöl(tungöl) geht sicher auch.

die mischungen haben aber alle sikkative drin zum schnelleren härten.

das safloröl von kreidezeit ist pur. hat vor und nachteile.

das a und o ist wie beim Holz : immer Überstand abnehmen! sonst klebt und/oder glänzt es.
man kann auch wachsen oder am schluss noch ein Hartwachsöl drauf machen etc.
da ist ausprobieren angesagt.



Danke



die dunkle Jahreszeit wird mit Experimenten gefüllt, ich hätte eh Lackleinöl von Leinölpro genommen.



Über Geschmack läßt sich bekannlich streiten!


Lehmfeinputz im Bad (2)

Wer sich mit Lehmputz anfreunden will, sollte ganz schnell Q 3 oder mehr aus seinem Kopf streichen.
Wenn jetzt bei ihnen ein farbiger Lehmputz auf den Wänden ist, sollte man erst einmal erfragen, was ihnen an dieser Oberfläche nicht gefällt. Leicht mediterrane Flächen sind bei Lehm, übrigens auch bei Kalkputzen oder ähnlichen, normal. Qualitätsprüfung: auf einen m² egal an welchem Wandbereich, dürfen lt. DIN wenige Millimeter Welligkeit vorhanden sein.

Eine nachfolgende Glättebeschichtung ist auf eine farbig gestrichene Wand nicht ratsam. Es sollte zudem auch geklärt werden, was für eine Farbbeschichtung vorhanden ist.

Wenn sie in Q-Qualitäten ihre Wohnung wünschen, sind sie in einem Altbau eh falsch am wohnen. Es bedeutet deshalb aber nicht, dass es sich um liederlich ausgebildete Oberflächen handeln muss, eher um lebendig sich an die alte Bausubstanz anschmiegende Flächen. Bauteile begründen die OIberflächenführung.

Auch bei einer Glättebeschichtung verspüren sie beim seichten darüberwischen mit dem Handteller, eine softig leichte Welligkeit! Es handelt sich halt eben um Handwerksarbeit!! Zu sterile Oberflächen machen eh krank!!
Also definieren sie ganz einfach einmal ihre Befindlichkeit zu den vorherrschenden Flächen.

Man kann sicherlich mit Lehmfeinputzen eine erneute Beschichtung vornehmen und ein verbessertes Ergebnis erzielen. Kommt auf die vorangegangene Produktanwendung an.

Bin gern bereit, mit ihnen darüber auch mal zu schwatzen, um die Kuh vom Eis zu holen und keine Gradwanderung zu veranstalten und eine extreme Wissenschaft daraus zu machen.



Öl auf Lehmputz



Moin für mich stellt Öl auf Lehmputz einen Baumangel da,ich bin mir sicher das es diese Krakeligen Risse nicht gab,bevor das Öl aufgebracht wurde...
es bewirkt eine Spannungsumkehr in der Oberfläche weil diese nach erhärten sich zusammenzieht und somit die Zuvor schön gestaltete Oberflache quasi zerreißt.

Ich habe auch Kundschaft die das mal in einem Selbstversuch gemacht hat,,,das werde ich dann nächstes Jahr entfernen und durch einen "normalen"Lehmputzaufbau ersetzen...

also nicht zur Nachahmung empfohlen:)

wer auf solche Antik oberflächen steht sollte Tadellakt nutzen da ist eine solche Oberfläche erwünscht..

aber wie Udo schon sagte über Geschmack kann man sich vortrefflich streiten..

ein Foto von dem Lehmputz desjenigen der den Thread gestartet hat wäre mal interressant.

gutes gelingen wünscht Flakes



Lehmputz beim Trocknen zuschauen



Hallo in die Runde!

@ benn: natürlich kann man auch mit Lehmputz Q3 erreichen. Je nach Untergrund muss man vielleicht mehrere Schichten aufbauen... Unterputz, Feinputz, Spachtel. Mit Feinputz Q3 zu erreichen bedarf schon etwas Erfahrung, würde ich sagen, mit einem Lehm-Spachtel sollte es allerdings machbar sein.

@ MiKe und Pope: manchmal finde ich es sehr schade, wenn Lehmwände getrocknet sind. Feuchter Lehmputz ist schon irgendwie magic - und es gibt immer mal wieder Ausnahme-Wände, die besonders magic sind - bzw. ich bin ein großer Fan von halb getrocknet... wolkig ... hat manchmal etwas psychedelisches... könnte ich stundenlang davorstehen :-)

@ Udo: bin ganz deiner Meinung, und für's nächste Kundengespräch merke ich mir deinen Spruch: "Also definieren sie ganz einfach einmal ihre Befindlichkeit zu den vorherrschenden Flächen" :-)

Viele Grüße

Lehmbauer Marc



ich dachte immer es hieße:



über geschmack lässt sich bekanntlich NICHT streiten ;)

danke für eure professionellen ansichten und erfahrungen.
ob baumangel oder nicht ergibt sich wohl auch aus dem willen, etwas bewusst herbeizuführen.
doch deine erklärung, Flakes, ist sehr einleuchtend.

der versuch erwuchs tatsächlich aus der "magie" des feuchten lehmes.
kunst und Müll können aber sicher manchmal ebenso eng beieinander liegen wie genie und wahnsinn.

der rest des hauses ist fast komplett in "fein gerieben" ausgeführt, so dass die dunkelbraunen, glatt-geölten flächen in unseren augen ein sehr schönes detail ausmachen.
dazu kommt, dass darunter eh zwei kamine abgesperrt wurden und dort diffusionsfähigkeit nicht wirklich wichtig war.

besten dank für eure bemerkungen.

ich befürchte der TE wird nicht mehr auftauchen...

gruß
micha