Küchengestaltung mit Lehmputz und Dielen

01.06.2005



Hallo,

derzeit bringen wir unser Häuschen (Jahrgang 1936)auf Vordermann. Aus baubiologischen Gründen würden wir gern Lehmputz zur Wandgestaltung der Küche nehmen, haben aber Zweifel bzgl. Pflegeleichtigkeit bzw. Abwaschbarkeit des Putzes. Soweit ich die Einträge im Forum aber auch weitere im Internet richtig verstanden habe, wird Lehmputz selbst nach Jahren in Verbindung mit Wasser wieder gängig und kann in der Struktur verändert werden. Gibt es Möglichkeit diesen nach dem Auftragen irreversibel zu härten bzw. ihn in der Form zu halten??
Wie sieht Eure Erfahrung mit Echtholzdielen (kein Laminat, kein Furnier, kein Parkett)im Küchenbereich aus, insbesondere im Hinblick auf Feuchtigkeit (z.B. beim Einräumen der Spülmaschine durch nicht restentleerte Kaffeetassen o.ä.). Welchen Dielenhersteller, welche Holzart und welche Oberfläche (Öl, Hartwachsöl, Wachs oder doch DD- Lack) hat sich bei Euch bewährt??
Viele Fragen, hoffe somit auch auf viele Antworten. Vielen Dank im voraus
Thomas



Naturbaustoffe



und unveränderlich passt nicht zusammen. Wer einen Lehmputz will sollte davon ausgehen, dass er nicht abwaschbar ist und wer sich für einen Holzboden entscheidet sollte akzeptieren, dass man nach 10 Jahren erkennen kann, das in diesem Haushalt 3 Kinder groß geworden sind. Das Ziel kann nicht sein "nicht zu altern", das Ziel ist in "Würde zu altern". Das gilt für Menschen, Tiere, Pfanzen und Bauwerke. Falten und graue Haare gehören dazu.
Soweit so gut:
- Lehmputz muß nicht abwaschbar sein. In Bereichen wo mit Spritzwasser zu rechnen ist werden z. B. Fliesen oder Holz verbaut. In den übrigen Bereichen reicht der Lehmputz mit einer Kalkkaseinfarbe.
- Holzböden werden mit Fussbodenhartölen (Auro, Livos, Biofa ...) behandelt, sind pflegeleicht und wunderschön.
- Werden die Fussböden besonders belastet entscheidet man sich für eine entsprechende Holzsorte. Das Wasser aus der Spülmaschine wird nicht bis zum abtrocknen auf der Diele stehen bleiben, sondern man wischt nach, so können keine Schäden entstehen. Das funktioniert sogar neben der Badewanne.



Dielen in der Küche sind o.k,



wir hatten alte Kieferndielen in einer Wohnung in der Küche. Das war Problemlos, ich fand es super. Allerdings wäre geölte Fläche dann besser als Lack. denn die Stelle rund um die Spüle kriegt eben doch mal wasser ab. Da kann man bei geöltem Holz punktuell anschleifen und neu drüber ölen.
gruss, Ursula



Beistand



Ihre Entscheidungen gehen in die richtige Richtung, sich im Küchenbereich für den Baustoff Lehm und eine Holzdielung zu entscheiden.
Wischfestigkeit und auch Haltbarkeit der lehmflächen sind heute kein Thema mehr und auch der Pflegeaufwand ist fantastisch.
Holzdielung ist perfekt, doch den Anspruch dieser müssen Sie selbst wählen (Eiche, Ahorn, Kiefer, Lärche oder sogar Robinie/Akazie-sehr hart und strapazierfähig!). Die Oberflächen Ölen und wachsen und damit gegen Kaffeeflecken resistent.
Sollte fachlicher Beistand gewünscht werden, auch was die Materialbereitstellung und die Verarbeitungsunterstützung beträfe, sind wir gern bereit, Ihnen da zu helfen. Sprechen Sie uns einfach an, es gibt immer Mittel und Wege der Ergänzung.

Grüße aus der kreativen Region Dreiländereck Oberlausitz.



Mit Leinöl



oder Leinölfirnis oder noch vielen anderen Zuschlag - Stoffen kann man Lehmputze wasserabweisend machen.

Beim Lehmbrote machen kann man ja auch direkt Leinöl in die Masse geben und dann diese verputzen, wenn man es glatt und wassserabweisend haben will. Man kann auch in den Putz dieses reinmengen oder danach ein Leinöl - Teropentin - Gemisch auftragen.

Gruß
Beatrice