Lehmputz ca. 10mm dick auf Haftgisputz auftragen

19.11.2015 jb



Hallo,

ich habe eine Wand mit Rotband Haftgipsputz verschlossen. Dabei habe ich mir noch keinerlei Mühe beim Glätten gegeben, sondern lediglich eine geschlossene Schicht hergestellt.
Zu meiner endgültigen Putzschicht fehlen nun noch knapp 10mm. An manchen Stellen ein wenig mehr, an manchen Stellen weniger.
Gerne würde ich nun einen Lehmputz verwenden und bin irritiert, weil meine Recherchen vielfältige Ergebnisse und Aussagen zu Tage gefördert haben.

- im Produktdatenblatt eines Lehmputzproduktes aus dem Baumarkt steht:
"Nicht auf gipsgebundenen Untergründen einsetzen"

- Laut Aussage eines Lehmputzhändlers ist eine Grundierung der Gipsputzfläche mit Lehmhaftgrund notwendig

- Telefonisch habe ich die Auskunft von einem Lehmputzhersteller erhalten, dass auf dem vorliegenden rauen und saugfähigen Untergrund ein Lehmputz gut halten würde

- ein Mitarbeiter eines Baustoffhandels sagte mir, dass es funktionieren könne, er aber aus Gewährleistungsgründen sagen müsse, dass es nicht gemacht werden sollte...
Klappen könnte es durch zusätzliches aufrauen der Gipsputzoberfläche mit Nagelbrett und Cuttermesser, anschließendem Auftragen einer Haftschlämme und dann in die Feuchte Haftschlämme den Lehmputz aufbringen


Habt Ihr Erfahrungen mit dieser Kombination aus Gipsputzwand und Lehmputz, und/oder könnt sagen, welche Vorgehensweise nun zu empfehlen wäre?
--

Jens



Innenputz



Warum statt Lehmunterputz Gipsputz?
Wenn Sie schon mit Gipsputz angefangen haben können Sie damit auch weitermachen.
Zweite Lage auftragen,diesmal aber ordentlich.





Mir wurde zu Gipsputz geraten (Gründe waren: leichter zu Verarbeiten und weniger Anfälligkeit gegen Risse) und ich habe erst jetzt über die unter Umständen positiveren Aspekte des Lehmputzes nachgedacht.



Lehm- auf Gipsputz



Wenn ich richtig vermute, dass du im Verputzen nicht über große Erfahrung verfügst ist ein Lehmputz sicher besser geeignet.
Da der nur eine mechanische Verbindung mit dem Untergrund eingeht muß dieser nur rauh/griffig genug sein, um genügend Haftung zu bekommen.
Grundierungen etc würde ich weglassen.
Der Lehmputz sollte schnell abtrocknen können, damit der Gips nicht geschädigt wird.

Woraus besteht der Untergrund, auf dem der Gipsputz aufgetragen wurde?
Ist es eine Außen- oder Innenwand?

Andreas Teich





Die Wand besteht aus 20cm Styropordämmplatten und 17,5cm Poroton Hochlochziegel.
Es handelt sich um die Innenseite im Giebel meines ausgebauten und beheizten Dachbodens.



Porotonwand verputzen



da hätte am besten direkt auf den Stein ein reiner Kalkputz oder nur Lehmputz, evt mit Vorspritz, aufgebracht werden können.
Zumindest wird die Wand trocken sein, sodaß es mMn mit Lehmputz auf gut aufgerauhtem Gipsputz funktionieren sollte.
ggf fetteren, klebfähigen Lehm verwenden oder solchen als Unterputz nehmen.
Probefläche anlegen und nach Trocknung die Haftung überprüfen. Bei schlechterer Qualität der Mauerung oder bei anderen Wandbestandteilen könnte noch eine Armierung eingelegt werden.

Andreas Teich





Prima. Danke für die Hilfe.
Lohnt sich grundsätzlich diese Sache für das Raumklima etc?

Die Fläche, die dann mit ca 10mm Lehm bedeckt sein wird ist ca. 20m² groß.



Lohnt sich Lehmputz



das hängt davon ab, woraus die übrigen Raumflächen bestehen und wie groß der Raum ist.

Im Badezimmer würde bei solchen Lehmputzflächen kaum ein Spiegel beschlagen-
in einem großen Dachraum mit diffusionsoffenen, sorptionsfähigen Materialien wird der Unterschied wohl mehr optisch oder psychologisch sein.
Bei sonst dichten Flächenbekleidungen würde ich es machen- sonst nur wenn man die Lehmoberfläche liebt.
Auch ein Kalkputz wäre möglich

Andreas Teich





Der Dachraum ist offen und ca. 40m² groß. Die Dachschrägen sind mit Kiefer-Profilholz verkleidet.



Gipsputzwände verputzen



Ohne jetzt zu wissen ob der Gipsputz rauh genug ist, nehme ich fast an, dass Kalkputz am einfachsten in der Anwendung ist-
stellt keine großen Anforderungen an den Untergrund
schnellere Trocknung
längere Verarbeitbarkeit als Gipsputz
schimmelverhindernd und sorptoionsfähig
fast beliebig zu streichen- am einfachsten kurz nach dem Verputzen mit Kalkfarbe oder Mineralfarbe oder gleich einen weißen Putz verwenden, der nicht gestrichen werden muß.

Technisch würde auch Gips und Lehm möglich sein.
Letztlich die Frage was für euch wichtig ist.

Andreas Teich





Was ist für uns wichtig?
- ein angenehmes Raumklima im Sommer und Winter
- möglichst keine oder minimale Schadstoffe im Material

Als es vor einigen Wochen nachts Minusgrade hatte, sind an den Ecken meiner Dachflächenfenster Kondensattröpfchen entstanden.
Ich vermute, dies hängt mit dem im Verhältnis zur Holzwand schlechteren Dämmwert der Fenster zusammen. Zum damaligen Zeitpunkt war die Giebelwand noch völlig unverputzt.



Innenputz



Die ersten beiden Punkte erfüllt auch Gipsputz oder wie hier in dem Fall ein Spachtel.
Das mit dem Kondensat ist normal, die Fenster sind Zwangskondensationspunkte geworden.Dort fällt zuerst Kondensat aus weil sich hier die (sichtbaren) kältesten Stellen im Zimmer befinden. Für Sie der Hinweis zu spätestens jetzt zu lüften.



Kondensat und Schadstoffe



Wenn genügend sorptionsfähige Flächen vorhanden sind wird Kondensat sehr reduziert, da Luftfeuchtigkeit von solchen Flächen aufgenommen wird.

Allerdings wird dabei die Luftfeuchtigkeit nur zwischengespeichert aber nicht insgesamt reduziert- das ist nur durch Lüften oder Luftentfeuchter möglich, bzw durch Kondensation an kalten Flächen und Umwandlung in flüssiges Wasser.
Dies ist ungünstig, wenn es unkontrolliert abläuft und dadurch zB Schäden am Fenster oder darunterlegenden Fußböden verursachen kann.

Zumindest ein Hygrometerr zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit aufstellen.
Am zuverlässigsten wäre ein feuchtegesteuerter Ventilator, der automatisch die Luftfeuchtigkeit auf einen bestimmten Wert hin reguliert.

Die allermeisten Schadstoffe werden nicht durch die Baustoffe sondern durch den Innenausbau oder die Nutzer selbst verursacht, zB
Schadstoffhaltige Möbel (Spanplatten, Polster, Schaumstoffe) Farben, Lacke, Rauchen, Sprays,Pfegemittel, Deodorants etc

Andreas Teich



Luftfeuchtigkeit und Kondensat



Ich bin gespannt, wie sich nun die Lage im Hinblick auf Kondensat an den Fenstern verändert, da ja zumindest eine Grundschicht an Putz mittlerweile vorhanden ist.

Das hat zwar mit dem eigentlichen Thema nur noch indirekt zu tun, weil es aber angesprochen wurde, möchte ich auch gerne noch auf das Thema Feuchtigkeit und Lüften eingehen:

Wir haben eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Diese führt den Wohnräumen frische Luft zu und in Küche, Bad und Flur befinden sich in der Decke Öffnungen über die die Abluft abgeführt wird.

Weil sich dadurch bedingt die Luftfeuchtigkeit im Haus in den kalten Wintermonaten auf unter 30% abgesenkt hatte, haben wir eine zusätzliche aktive Befeuchtung installiert.

Hierbei wird die Luftfeuchtigkeit der Abluft gemessen und bei Unterschreitung eines eingestellten Wertes (z.B. 40% Luftfeuchtigkeit) wird der Frischluft heißer Wasserdampf zugefügt, bis der gewünschte Wert erreicht ist.

Wie es sich nun konkret verhält, kann ich man dann sehen, wenn es draussen kälter ist. Momentan sind die Temperaturen ja eher frühlingshaft.



Lüftung



Willkommen in der schönen neuen Wohnwelt!
Da lob`ich mir meine Fenster, die kann man aufmachen.





Ja, ich mußte auch schmunzeln, als ich angefangen habe davon zu schreiben.
Dennoch bin ich froh, dass sich hier 2 Welten treffen und dennoch ein guter und konstruktiver Austausch statt findet. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle.

Ich hätte den Bau auch lieber anders gestaltet, aber mit Bauträgerzwang war da wenig zu machen.





Wobei man auch dazusagen muss, dass trotz Lüftungsanlage Fensterlüftung erlaubt und erwünscht ist.



Lüftungsanlage



Das ist dann eine recht seltsame Anlagenkonzeption, die nicht unbedingt zu günstigsten Energiekosten beiträgt.
Ob heißer Wasserdampf hygienisch ist und nicht (nach Abkühlung) die Verkeimung fördert??

Wie wird die Anlage gesteuert? nach CO2-Gehalt, nach Feuchtegehalt der Luft, feste Luftwechselrate?
Dient sie gleichzeitig zur Beheizung?
Welche Luftwechselrate ist eingestellt?
Könnt ihr selber die eingestellten Werte verändern?
Wenn euch eine geringe Luftfeuchtigkeit nichts ausmacht könnt ihr die Befeuchtung abstellen oder zB durch entsprechende Auswahl von Zimmerpflanzen anheben.
Die Einstellung der Anlage vom Errichter oder Hersteller überprüfen lassen.

Lehm- und Kalkputz sind aufnahmefähiger für Luftfeuchtigkeit als Gipsputze.
Grobes Abreiben der Putzoberfläche statt Glätten vergrößert die feuchtigkeitsaufnehmende Oberfläche und damit die Sorptionsfähigkeit.

Streichen nur mit Kalkfarbe, Lehmfarbe oder Silikatfarbe oder gar nicht streichen.

Andreas Teich





Es handelt sich um ein Gerät namens Pluggit AeroFresh. Falls erlaubt und gewünscht kann ich hierzu einen Link zur Herstellerseite posten.
Da heißer Wasserdampf zugefügt wird, ist das Schimmelrisiko wohl nicht vorhanden.

Grundsätzlich haben wir mit dieser Kombination sehr niedrige Heizkosten und etwas erhöhte Stromkosten. Insgesamt aber bin ich wirtschaftlich damit zufrieden.

-Wie wird die Anlage gesteuert? nach CO2-Gehalt, nach Feuchtegehalt der Luft, feste Luftwechselrate?

Die Anlage wird nach fester Luftwechselrate gesteuert

-Dient sie gleichzeitig zur Beheizung?

Über die Wärmerückgewinnung und ggf. zugeschalteter Heißdampfbefeuchtung wird in geringerem Maße auch "geheizt"

-Welche Luftwechselrate ist eingestellt?

momentan 150m³/h bei knapp 150m² Wohnfläche

-Könnt ihr selber die eingestellten Werte verändern?

Ja



Lüftung



Bei so einer Anlage ist die Frage nach der Sorptionsfähigkeit der Wände überflüssig.





An dieser Stelle mal eine kurze Zusammenfassung:

[A] Lehmputz
+ sehr gute Sorptionsfähigkeit (Lehm speichert die Feuchte im Sand und auch im Tonkristall)
+ leicht zu verarbeiten, da durch Anfeuchten die Struktur neu bearbeitet werden kann
+ reduziert Luftschadstoffe

- Vorsicht beim Trocknen. Muss kontrolliert ablaufen. Zu schnelles Trocknen führt zum Abplatzen, zu langsames Trocknen kann Schimmel zur Folge haben. Auch zu hohe Schichtdicken können Schimmel fördern
- Gefahr von Rissen größer

[B] Kalkputz
+ gute Sorptionsfähigkeit (Kalk speichert Feuchtigkeit im Sand und zwar nicht wesentlich mehr als Gips oder Beton)
+ leicht zu verarbeiten, da er nicht so schnell abbindet
+ Schimmelresistent
+ trocknet gut

- Schichtdicken könnten zum Problem werden. Nicht dünner als 3mm auftragen, nicht dicker als ca. 1,5mm

[C] Haftgipsputz
+ Sorptionsfähig
+ gute Untergrundhaftung
+ geringe Rissbildung
+ trocknet gut

- sorgt für trockene Luft
- Herstellung u.U. fragwürdig


Lösungsmöglichkeiten für Wandputz

Lehmputz auf Haftgipsputz
a) ohne weitere Behandlung des Gipsputzes, evtl. aufrauhen
b) mit gestrichenem Haftgrund
c) Haftschlämme mit Quast, Lehmputz dann nass in nass aufbringen

Kalkputz auf Haftgipsputz
ohne weitere Behandlung des Gipsputzes

Haftgipsputz auf Haftgipsputz
sollte problemlos möglich sein, unabhängig von Schichtdicke etc.





Da ich die Entscheidung nicht mehr so lange aufschieben möchte, habe ich die Möglichkeiten schonmal auf 2 reduziert.
Kalkputz streiche ich als Option.

Entweder arbeite ich mit dem Haftgipsputz weiter, dieser läßt sich lt. Herstellerangaben 2-lagig verarbeiten.

Oder ich nehme Lehmputz, dabei stellt sich allerdings weiterhin die Frage, ob eine Haftbrücke / ein Haftgrund nötig ist. Hier wurde mir geraten, auf die Grundierung zu verzichten, an anderer Stelle (http://www.lehmdiscount.de/Service/putze-und-beschichtungen.html) wird bei Gipsputz als Untergrund zu einer Grundierung geraten.

Über Tipps, Meinungen und Hinweise zur Thematik bin ich weiterhin dankbar.



Verputz-alles ist möglich



Wie schon geschrieben:
Alle drei Varianten sind möglich-
haben aber unterschidliche Bedingungen.

Wer Putzen kann kommt mit Gipsputz gut zurecht, der am wenigsten Haftungsprobleme macht aber die geringsten baubiologischen Vorteile hat.

Kalkhaftputz/Kalkfeinputz etc ist mMn leichter als Gipsputz aufzutragen-
bei Rißgefahr kann ggf ein Glasfasergewebe als Armierung eingelegt werden.
Wenn ein weißer Kalkputz verwendet wird muß nicht mehr gestrichen werden, was die Sorptionsfähigkeit erhöht.


Lehmputz setzt einen sehr griffigen Untergrund voraus und bei Gipsuntergrund nur geringe Schichtdicken möglich
- die Grundierung soll wohl primär die Feuchtebeständigkeit erhöhen- würde ich bei dünnem Lehmputz für verzichtbar halten.
Lehm kann auch mit Glasfasergewebe verwendet werden, wobei Risse jederzeit angefeuchtet und mit Reibebrett zugerieben werden können, daher eigentlich unproblematisch.
Vorteil von Lehmputz:
jederzeit reversibel und für Anfänger am leichtesten anwendbar und sehr sorptionsfähig mit spezieller Oberflächenqualität.

Auswählen muß man nun selbst-
zumindest gibts einige Auswahlkriterien

Andreas Teich





Ich habe dem Beitrag mal ein exemplarisches Bild beigefügt.

Hier ist erkennbar, dass z.B. unter der Fensterbank noch die vollen ~25mm Putzdicke fehlen.

Weiterhin sieht man die Struktur des Gipsputzes und die eingebauten Putzschienen.

Im Schnitt fehlen noch rund 10mm.

Kalkputz scheidet nicht aus, weil ich Ihn schlecht finde, sondern weil er im Mittelfeld liegt. Entweder ich mache es mir "leicht" und gehe mit einer zweiten Schicht Haftgipsputz drüber, oder ich greife zum Lehmputz, der mich schon interessieren und reizen würde.

Was ich allerdings nach wie vor nicht abschätzen kann, sind die "Worst-Case" Szenarios.

a)Kommt beim Lehmputz im schlimmsten Fall die halbe Wand runter, oder beschränkt sich das Risiko lediglich auf einzelne Stellen und evtl. ein paar Risse?

b)In welcher Form kann der Gipsputz, bzw. die Porotonwand nachhaltig geschädigt werden?

c) Steigt die Schimmelgefahr, wenn ich an einer schmalen Fuge statt 10mm Lehmputz 25 mm auftrage? (Unter Fensterbrett)



Innenputz



Bei der Struktur würde ich Lehmputz nur mit Aufkratzen des Untergrundes oder rauh abgeriebenen Haftputz verwenden-
der Lehmputz muß sich ganzflächig mit dem Untergrund mechanisch verbinden-gelegentlich eine rauhe Stelle oder ein Grat helfen nicht.

Also zB in cm -Abstand aufkratzen oder rauh abgeriebene Zusatzputzschicht oder Spritzputz aufbringen.
Zusatzputz zB MC55W von Baumit oder vgl Produkt.

Es wäre besser gewesen, ganz auf den Gipsputz zu verzichten.

Ihr holt euch besser einen Putzer wenn ihr eine glatte, ebene Oberfläche haben wollt.
Wenns rustikal werden soll geht's auch selber zu machen
oder den Putz wirklich über die Putzleisten abziehen, wonach es hier nicht aussieht.

Eine Steinfensterbank wird besser auf eine druckstabile Dämmplatte gesetzt (Schaumglas, Kork, XPS), sonst habt ihr eine enorme Wärmebrücke- primär direkt am Fensterrahmen.

Eine in der Hinsicht bessere Holz- Fensterbank kann auch mit davorgelegtem Kompriband und anschließender Abdichtung bis kurz unter den Flügel hochgesetzt werden, sodass darunter mehr Platz für Dämmung, ggf Wärmedämmmörtel, verbleibt und so eine Reduzierung der Wärmebrücke bewirkt wird.
Wenn die Fensterrahmen außen nicht seitlich überdämmt wurden wäre eine Laibungsdämmplatte innen günstig gegen Wärmebrücke, Tauwasser und Schimmel.

Andreas Teich





"Es wäre besser gewesen, ganz auf den Gipsputz zu verzichten."

Ja. Leider ist es nun zu spät. Hätte ich vorher mit der Recherche begonnen, hätte ich in jedem Fall gleich Lehmputz verwendet.

"oder den Putz wirklich über die Putzleisten abziehen, wonach es hier nicht aussieht."

Das sieht nur so aus.:-)

"Eine Steinfensterbank wird besser auf eine druckstabile Dämmplatte gesetzt (Schaumglas, Kork, XPS), sonst habt ihr eine enorme Wärmebrücke- primär direkt am Fensterrahmen."

Da hatte ich bisher auch noch nicht drüber nachgedacht. Wir haben das Haus mit ausbaubarem Dachgeschoß vom Bauträger gekauft.
In den von Ihm übergebenen Wohnbereichen wurde mit Gipsputz (vermutlich) und den derartig platzierten Natursteinfensterbänken gearbeitet. Im Dachboden wurde die Fensterbank auch vom Bauträger eingebaut. Sollte das geändert werden?

"Eine in der Hinsicht bessere Holz- Fensterbank kann auch mit davorgelegtem Kompriband und anschließender Abdichtung bis kurz unter den Flügel hochgesetzt werden, sodass darunter mehr Platz für Dämmung, ggf Wärmedämmmörtel, verbleibt und so eine Reduzierung der Wärmebrücke bewirkt wird."

Danke für die Hinweise. Das hört sich nach ziemlich großem Aufwand an, den ich aber durchaus in Kauf nehmen könnte. Allerdings frage ich mich, ob es dann an den anderen Fenstern so bleiben kann, wie es nunmal ist?

"Wenn die Fensterrahmen außen nicht seitlich überdämmt wurden wäre eine Laibungsdämmplatte innen günstig gegen Wärmebrücke, Tauwasser und Schimmel."

Außen befindet sich eine Anputzleiste an die die Dämmung angearbeitet wurde. Sollte eigentlich überlappen.



Innenputz



Ja, das auf dem Foto ist schon heftig.
Ehe Sie sich weiter in akademischen Wahrscheinlichkeitsszenarien ergehen schlage ich Ihnen vor bis nächstes Frühjahr zu warten. Das sollte Ihnen genügend Zeit geben über die Vor- und Nachteile von Lehm, Kalk und Gips zu sinnieren.
Wenn das Wetter wieder offen ist bauen Sie als erstes das Fenster und die Fensterbank wieder aus.
Danach die Laibungen ordentlich auf Maß beiputzen, die Brüstung auf Höhe bringen, das Fenster wieder fachgerecht einbauen und ein diesmal gerades Fensterbrett ohne Wärmebrücke einsetzen.
Fenster und Fensterbank sorgfältig abkleben.

Wie geht es dann weiter:
Die Nasen vom "Unterputz" mit einem Spaten, einem Weichmacher oder einem Rabotierbrett abstoßen und damit gleichzeitig aufrauhen. Dann den Putz Ihrer Wahl (alles bis auf zementhaltige Putze) auftragen, diesmal richtig. Zeit zum Üben haben Sie bis dahin.