Lehmputz befliesen

01.04.2019 KM88



Hallo zusammen,

ich benötige eure Hilfe.
Ich bin bei meiner Sanierung mittlerweile im Bad angekommen, habe jetzt das Problem das bisher alle gefragten Fliesenleger der Meinung sind man kann Lehmputz nicht befliesen.
Folgender Wandaufbau von außen nach innen:
Stehfalzblech,Holzvertaflung,Holzfasserdämmung,Bimsstein 100mm, Steico Internal, 40mm Wandheizung, Lehmunterputz mit Stroh ca 30mm, 3mm Lehmoberputz.
Ich hatte vor 1,1/2 Jahren gemeint gelesen zu haben das eine Befliesung auch auf Lehmputz funktioniert deshalb habe ich den Lehmputz im ganzem Haus angebracht.
Bitte sagt mir jetzt nicht das es nicht geht??
Vorab Besten Dank
Gruß
Sven



Guten morgen



Wir haben auch vor auf Lehmputz zu fliesen, uns wurde zum Teil auch davon abgeraten... Wir orientieren uns jetzt aber an einen Buch was wir uns gekauft haben, da wir es sehr gut finden... Da es zu 97% unsere Fragen beantwortet...
Ich weiss nicht ob man hier Links posten darf mach es aber einfach mal
https://www.fachwerkhaussanierung.de/wandfliesen-auf-lehmputz
Mein Mann ist Fliesenleger und hat sich nach langen überlegen/informieren auch für Fliesen auf Lehmputz entschieden



Fliesen auf Lehm



Ist fachlich betrachtet für den Fliesenleger ein Problem, weil der zementgebundene Fliesenkleber auf dem Lehm nicht ausreichend anhaftet. Das heißt aber nicht, dass Du alles wieder abschlagen musst, wo gefliest werden soll. Du hast vielmehr zwei Möglichkeiten:
1. Lehmputz (Grundputz ! Den Feinputz am besten entfernen) mit Silikat-Grundierung satt einstreichen und mindestens zwei Tage stehen lassen, dann einen Dichtanstrich wie vom Hersteller vorgegeben auftragen. In den Ecken die vorgesehenen Dichtbänder einarbeiten und nach vollständiger Trocknung ganz normal mit Fliesen bekleben, hier wird meistens Flexkleber verlangt. Oder
2. In Bereichen, wo kein Wasser an den Fliesen runterläuft (wie in der Dusche) kannst Du die Fliesen auch direkt auf den Lehmputz, ggf noch vorher mit Grundierung behandeln, statt mit Fliesenkleber nun mit Lehm - Kleber verlegen. Verfugen mit Flexfuge.

Hinweis von Udo Mühle kam noch telefonisch: Sicherer ist es natürlich, den zu fliesenden Bereich in den Duschen statt mit Lehm mit einem hydraulischen Kalk- oder Kalk-Zement-Putz zu versehen. Dann kann es nicht passieren, dass durch unglückliche Umstände, wie er es schon erlebt hat, die beschriebene Beschichtung sich von der Wand löst.

Bei Fragen auch gerne mal bei mir angerufen.
Frohes Schaffen und gutes Gelingen wünscht Andreas Wugk



@ A. Wugk



Vorsicht bei herkömmlicher Herangehensweise!
Das die Fliesenleger darauf sehr abweisend bzw. sensibel reagieren, ist in der Sache selbst begründet, da die Hersteller der Kleber und Dichtmassen vor diesen Untergründen warnen und dann trotzdem wahnwitzige Lösungsvorschläge unterbreiten, die dann noch schlimmer sich auswirken können, was Bauschadensentwicklungen betrifft.
Ich kann mittlerweile auf fast 15 jährige Funktionalität von Fliesenbelegungen auf Lehmputzflächen verweisen und diese auch ohne Mängelerscheinungen bis heute funktionieren.
Trotz dessen, müssen einige Dinge beachtet werden.

Flüssigfolienbeschichtungen zur Abdichtung funktionieren auf Lehmputzflächen leider nicht, auch wenn man sie mit einer guten Saugminderung, oder Aufbrennsperre genannt, ausbildet.
Diese kann man ohne großen Aufwand problemlos wieder abziehen, ähnlich einer Folienbespannung!!
Nunmehr käme darauf eine hoch starre und schwere Beschichtung, also der Fliesenbelag und somit ist der Schadernsvorgang bereits besiegelt!!
Das habe ich leider mittlerrweile bereits mind. 4 mal selbst in BV besichtigen können.
Also Hände weg von derartigen Beschichtungen in wasserbelasteten bereichen, alsd Duschen!!
Was sagt uns das nun weiter?
Kein direkter Lehmuntergrund in Duschbereichen!!
Da wird herkömmlich mit Kalk-Zement-Putz gearbeitet und somit dann auch eine funktionierende Feuchtigkeitssperre ausgebildet.

Die anderen Wandbereiche, wie Wannenanschluß, Waschbecken und auch Sockelbereiche, sind proplemlos mit Fliesen berlegbar.
Aber auch da sollten die Dinge etwas feinfühlig betrachtet werden und vor Ausführung der gesamten aufeinander abzustimmenden Arbeiten geplant werden.
Ebenfalls eine gute Saugminderung (keine Groß-Chemieprodukte!!) Farbenwasserglas z.B gut verdünnt 2-3 mal auf die zu befliesenden Bereiche auftragen und so streichen, dass sich keine Haut ausbildet.
Nunmehr mit einem sehr guten hochwertigen Flexkleber die entsprechenden Flächen auf den Lehm-Unterputz befliesen und dann verfugen.
Nach Fertigstellung dieser Arbeiten, dann erst den Oberputz oder Lehmfeinputz gegen die Fliesenflächen aufbringen und man somit eine gute und ästhetische Anschlußlösung bekommt.
Der Fliesenbereich steht dann wenige Millimeter vor und ist somit für die spätere Pflege leicht erhaben von den Wandanschlußflächen. Diese bleiben dann dauerhaft schön und verdrecken nicht!!

Ist ein Lehmoberputz mittlerweile fertiggestellt, sehe ich die Sache eher problematisch.
Ein Lehmunterputz ist wesentlich fester und stabiler, gegenüber den Oberputzen oder gar dem Lehmfeinputz.

Zusätzlich habe ich gelesen, dass du im Duschbereich eine Hiolzweichfaserdämmung aufgebracht hast?
Dazu hebe ich aus bauphysikalischen Gründen total die Hände und beziffere diese Ausführung als hoch kritisch!!
Wer hat dir diese Lösung vorgeschlagen?

Zu weiteren Fragen stehe ich auch gern persönlich im Gespräch bereit.

FG Udo



Ich habe



da bei mir( Duschbereich) Aquapanellplatten hohlraumfrei aufgeschraubt abgedichtet und gefliest.
Ist jetzt schon 5 Jahre dran und keine Probleme damit.
Beste Grüße Danilo



Fliesenuntergrund



Auf wasserbeständigen, zementgebundenen Platten wie Aquapanel (Knauf- Standardgröße 900 x1250 mm))oder auf Powerpanel (Fermacell- Standardgröße 1000 x 1250 mm)) sind Verfliesungen natürlich problemlos möglich.

Bauphysikalisch ists bei diffusionsdichten Belägen allerdings problematisch, wenn Feuchtigkeit durch Schlagregen, Oberflächenwasser o.Ä. in die Mauer eindringen und nur noch nach außen diffundieren kann.