Sanierung Lehmhaus

22.02.2012



Ich habe kürzlich ein Lehmhäuschen erworben. Es wird auf ca. Bj. 1900 geschätzt. Aufgrund des Zustandes muss es komplette saniert bzw. schlimmstenfalls abgerissen werden. Sanierung wäre natürlich günstiger, wobei auch auch nur die Außenmauern erhalten blieben.

Folgende Problematik, als Fundament dient ein Bruchsteinsockel, darauf eine Reihe Ziegelsteine. Die Außenmauern bestehen sonst aus ungebrannten Lehmziegeln, die Giebel sind mit Fachwerk gebaut. Außenwände 50 cm dick, wobei Putz und Fugen rd. 10 cm. ausmachen dürften. Würdet ihr die Wände erhalten? Heuzutage wird wohl nichts tragendes mit ungebrannten Lehmziegeln gebaut.

Die Wände sind nicht naß, aber unten doch im hinteren Bereich leicht feucht (vermutlich durch die Fliesen außen). Hier bestehn lediglich 4-5 cm Abstand zwischen Gehweg und den ungebrannten Ziegeln. Nicht das mir die Teile absaufen und die Hütte instabil wird. Bevor ich richtig Geld investiere würde ich gerne eure Meinung hören.



Lehmhaus



Hallo Boro,
das der Sockelbereich feucht wird ist kein Wunder, wenn man sich die beiden Fallrohre auf dem Foto ansieht.
Die beiden Rohre ordentlich einbinden, eventuell den Sockelbereich unterhalb des Gehweges nacharbeiten, das sollte es schon gewesen sein.
Im Sockelbereich wurden frührer entweder Natursteine oder gebrannte (keine Adobe!) Ziegel eingesetzt. Es kann aber passieren das im Laufe der Zeit die Wege/Straßen höher gesetzt wurden. Das sollten sie überprüfen.

Viele Grüße





Leider wird die Dachentwässerung immer noch auf die Straße vorgenommen, ein Kanal liegt noch nicht, es sind Kleinkläranlagen vorhanden. Innen ist das Haus ca. nen halben Meter an der linken Seite gaanz leicht feucht. Zumindest fassen sich die Steine so an. Sind auch nicht mehr so hellgrau wie weiter oben, sondern grau. Bei der Sanierung soll das gesamte Dachgeschoß runter incl. Trempel, somit bliebe die Mauer knapp über den Fenstern stehen.

Der Natursteinsockel incl. gebrannter Ziegelreihe geht leider nur bis ca 75 cm ab der hinteren Fensterkante, hinten könnte es somit wirklich schon in den Gehweg reichen. Ich werde das mal prüfen. Angesichts der Risiken tendiere ich schon fast zum Neubau...



Lehmwand



Das Risiko liegt nicht in dem bisschen Feuchte sondern generell in der geplanten Aufstockung, sowohl in finanzieller wie in technischer Hinsicht.
Da sollten sie noch mal drüber nachdenken.
Außerdem kann der Feuchteeintrag auch durch Kondensat herrühren und das Regenwasser vom Haus fernzuhalten ist technisch ohne weiteres lösbar.

Viele Grüße





Das Haus wird eigentlich nicht höher bzw. nur geringfügig. Hohe Lasten kommen auch nicht hinzu. Der Dachstuhl incl. Holzbalkendecke ist so nicht rettbar. DG ist nicht ausgebaut. Nun soll dies komplett erneuert werden, wobei die Trempel mit Porenbeton ect. wieder analog so hergestellt werden sollen. Vorne 2 Sattelgauben, hinten eine Schleppgaube. Innenausbau DG dann mit Trockenbau auf die erneuerte Holzbalkendecke. Ggf. vorher einen Ringanker über die Lehmaußenwand. Architekt und Statiker sind mit der Planung beauftragt. Die Sanierung wird über die Dorferneuerung gefördert, ein Neubau natürlich nicht. Ich hoffe nur das der ungebrannte Lehm das Haus auch weiterhin stabil hält. Gibt es da noch irgendwelche Erfahrungen?



Lehmhaus



Wegen der Stampflehmwände brauchen sie sich keine Gedanken machen. Auch genehmigungstechnisch dürfte es keine Probleme geben wenn es sich nur um eine Instandsetzung und keine Aufstockung handelt.
Das Tragwerk macht auf mich mit dem Foto nicht den Eindruck so einer massiven Schädigung. Anscheinend ist das Dach schon einmal saniert worden, es gibt eine neue Eindeckung, ein Dachflächenfenster, der First und die Flächen sind nicht verformt...

Viele Grüße





Das Dach ist wohl 1993 mal erneuert worden, aber lediglich die Eindeckung. Die Wände selbst sind verwunderlich gerade, außer bei dem Dachfenster kommt der Trempel leicht zur Straße. Hier wurde mal ein Zimmerchen mit Sauerkrautplatten geschaffen, und beim Dachstuhl eine Versteifung entfernt.

Im hinteren Bereich incl. Giebel wurden helle Lehmziegel verwendet, das mittlere Fenster war mal eine Tür, hier wurden Ziegel aufgemauert, vorne am Fenster und der vordere Giebel sind erdfarbene Lehmziegel. Es scheint schon einiges im Laufe der Zeit gemacht worden zu sein.

Ist es möglich einen Ringanker auf die Lehmziegel gießen zu können, oder sollte dieser lieber wieder aus Holz sein?

Die Innenwände (14er Fachwerk, Balken tlw. morsch) sollen auch durch Porenbetonwände ersetzt werden, eine tragende Mittelwand ist angedacht. Anbei ein Bild der hinteren Ecke drinnen, im Moment trocken, ist schon ein bröseliges Material. Die Außenseite ist definitiv unter der Gehwegkante im Boden.