Kaufinteresse an altem Lehmhaus

17.06.2009



Hallo, ich habe mir ein altes Lehmhaus auf Fachwerk angesehen. Es sieht stabil aus, derzeit keine Schädlinge erkennbar, lediglich in einem Raum riecht es leicht muffig. Es steht allerdings schon seit ca. 20 Jahren leer.

Der Boden des Gewölbe-Teilkellers ist leider ca. 15 cm mit Lehmmasse bedeckt. Laut Eigentümer ist es passiert, weil eine Regenrinne schadhaft war und der lehmhaltige Boden hineingelaufen ist. Die Dielen des nicht unterkellerten Teils wurden entfernt, da sie direkt auf Erde verlegt waren und hier Ungezieferbefall war. Der Putz an den Wänden ist teilweise minimal schadhaft. Die Sparren hängen in einem Raum etwas durch. Schornstein scheint in OK!

Was wäre nun dringend näher zu untersuchen bzw. zu beachten? Welche Überraschungen sind wahrscheinlich? Kann z.B. durch Inbetriebnahme und Heizen Swammbefall, etc. entstehen.

Tipps sind dringend willkommen, da ich im Falle des Kaufs bis Herbst zumindest einfachsten Standard für 2 Räume gewährleisten müßte. Sonst fressen mich die Zwischenfahrten auf.

Danke schon mal für Eure Antworten
Michael



Da hilft



nur eine Vorortbesichtigung mit einem Fachmann und eine erste Planung der erforderlichen Massnahmen.
MfG
dasMaurer



Vorsicht.



Hallo Michael,

wenn die Fahrten zum Objekt schon schmerzen solltest Du das vielleicht noch mal überdenken.

Bei einem seit 20 Jahren leerstehendem Gebäude ist nicht nur damit zu rechnen, "einmal alles" zu erneuern, sondern eben auch mit Schäden und Befällen, die nicht gleich erkannt werden (können). Stell doch mal ein paar Bilder ein.

- Bei Regen wird Lehmboden von außen nach innen eingeschwämmt?
- Die Dielen des nichtunterkellerten Bereiches wurden wegen Ungezieferbefalls entsorgt?
- Welches Ungeziefer war den das und liegen die Balken noch drin oder wurden die auch entsorgt?

Da klingeln die Alarmglocken. Besorge Dir jemand, der sich das Haus einmal genau anschaut! Wo steht denn das gute Stück?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Kaufinteresse an altem Lehmhaus



Danke für die ersten Antworten. Fenster, Elektrik, Sanitär-und Wasserversorgung würde in jedem Fall komplett neu gemacht. Fassadenerneuerung und zusätzlich Dämmung sind vorgesehen.

Fotos habe ich noch nicht gemacht, lediglich eine Begehung, bei der ich insbesondere das Dachgebälk, alle Wände und Decken in Augenschein genommen habe. Es ist alles trocken, das Dach ist eindeutig dicht. Es rieselt nichts aus irgendwelchen Balken, das Holz klingt gesund beim Klopftest.

Die Sache mit dem Keller scheint realistisch. Außen ist eine entsprechende Erdvertiefung am Haus und die Regenrinne darüber ist instandgesetzt. Es gibt in diesem Bereich keine Wandausbesserung, keine Fassadenrisse, kein Versatz o.ä. Auch im Keller sind die Wände OK!

Die Entfernung - ca. 400km - kostet ja auch viel Zeit. Ich möchte in jedem Fall vieles selber sanieren. Deshalb habe ich sie erwähnt. Aber notfalls kann ich vorübergehend ein
Wohnwagen oder Container auf das Grundstück stellen.

Im Ort ist angeblich ein guter Zimmermann. Sollte man den ansprechen oder lieber im Branchenbuch suchen? Das Objekt steht in Sachsen-Anhalt.



Der Zimmermann



ist auf jeden Fall der richtige Ansprechpartner für Fachwerk, Dachstuhl und alles, was mit Holz zu tun hat. Ob er mit den berufsfremden Gewerken vertraut ist und das alles kombinieren kann, ist fraglich. Da sollte dann ein erfahrener Planer agieren.
MfG
dasMaurer



Moin,



coole Aussage " es sieht stabil aus......".

ich kann mich den Vorrednern nur anschliessen.





Lass dich nicht abschrecken. Du sollstest aber einen Fachmann zu rate ziehen. Einen der Ahnung und keine Angst vor alten Häusern hat.



Hausbesichtigung



Hallo Michael,
da eine Antwort auf so eine komplexe Frage auch sehr komplex sein wird ist, schicke ich Dir per Email einen etwas umfangreicheren Text zum Thema.
Der Text ist nur für Deinen privaten Gebrauch bestimmt.

Viele Grüße