Lehmgefache sollen mit Kalkputz verputzt werden.

29.09.2004



Hallo Zusammen,

Für die Restauration der Fassade meines Fachwerkhauses habe ich in Bezug auf die Verputzarbeiten noch einige Fragen.
Aber zunächst beschreibe ich erst einmal die Gegebenheiten.

Nach dem Entfernen des Altputzes habe ich alle mit Ziegelsteinen ausgemauerte Gefachen entfernt und mit Leichlehmsteien (Claytec) neu ausgemauert. Als Mörtel habe ich einen Lehmmörtel im Verhältnis 3 zu 1 hergestellt.
Somit bestehen die Gefache nun entweder aus alten Lehmgefachen oder aus Lehmsteinen.
Die Lehmsteine habe ich in einem Abstand von ca. 2 cm zu den Eichenbalken zurückgesetzt, sodass die Putzstärke bei diesen Gefachen auf ungefähr 2-3 cm kommt.
Die alten Lehmgefache sind Bündig mit den Eichenbalken, sodass die Putzstärke hier entsprechend dünn wird.
Diese Gefache will ich jetzt mit einem Reinkalkputz (2mm) der Firma „Kalkerke Hufgard“ neu verputzen.

Was ist bei den Verputzarbeiten zu Beachten ?
Ich habe mich bereits durch diverse Dokumentationen gewühlt, und mir dadurch folgende Vorgehensweise geplant.

Die Lehmgefache durch Abkehren von losen Teilen befreien.
Die Lehmgefache mit Wasser befeuchten.
Die Lehmgefache mit einer Kalkmilch vorstreichen, sodass ein Kalk-Lehm Gemisch entsteht. (mit Tapeziererbürste z.B.)
Die Lehmgefache nun mit einem Vorwurf des Kalkputzes versehen.
Die Lehmgefache dann mit dem Oberputz versehen (mit Kelle) und anschließend entsprechend abfillsen.

Unklar ist mir noch die „Zeit“ zwischen den einzelnen Verputzschritten. Wie lange muss eine entsprechende Schicht trocknen.
Oft wird dabei von dem Begriff „Nass in Nass“ gesprochen.

Falls also jemand von euch mit diese Arbeiten schon Erfahrung gesammelt hat wäre ich über Informationen oder eventuellen Fehlern in meine Planung sehr dankbar.
Ich freu mich auf euere Antworten.

Grüße
Timo Franz



Im groben richtig....



...doch bei den Bestandsgefachen sehe ich einige Risiken, da ja der Kalkputz nur eine mechanische Haftung erfährt und die Putzstärke es auch schlecht hergibt.
Die Vorgehensweise ist erst einmal richtig beschrieben und die Zwischenzeiten unter der einzelnen Putzschichten sollten immer im noch feuchten Zustand erfolgen.
Dabei ist aber zu beachten, daß die Oberputzschicht nicht zu sehr verrieben oder abgefilzt wird, da sich dadurch eine sogenannte "Überfettung" der Oberschicht sonst ausbildet, welche als sehr spröde sich damit entwickelt.
Wenn's halbweg's wettergeschützte Seiten sind, kann man auch Lehmoberputz ausführen und diesen dann mittels Wasserglas und Kalk-Kasein-Anstrichen ausfertigen.

Für einen Handwerkerlaien sehe ich eine Kalkputzdurchführung immer mit kritischen Augen, da diese Putze immer geworfen werden sollten und eben nicht gespachtelt oder aufgeglättet!!

Grüße aus der Oberlausitz und nachfolgend noch ein Bild von einer Lehmaußenputzfassade mit Kassein-Anstrich.



Naß in naß ist besser



Hallo Timo Franz, wie schon geantwortet: Kalk soll immer feucht in feucht weiterverarbeitet werden, weil dadurch eine Versinterung mit dem Untergrund möglich ist. Gegf. mit einer Plane vor Wind und Sonne schützen. Die mittelalterlichen Fresken in Kirchen sind nur deshalb so gut erhalten, weil immer nur diejenige Fläche geputzt wurde, die der Maler dann auch noch am gleichen Tag noch bemalen konnte. Die kalkanteilige Schicht verbindet sich dann optimaler mit dem Unterputz.