Lehmfußboden neu auf Holzkonstruktion



Lehmfußboden neu auf Holzkonstruktion

Wir haben ein neues Holzriegelhaus mit Lehmputz, Massivholzdielen und vielen anderen naturnahen Baustoffen errichtet. Auf einer massiven Holzkonstruktion befindet sich die Terrasse mit 14m2 Wintergarten. Nun überlegen wir, welcher Fußboden (ausser Holzdielen) dafür geeignet wäre.

Bodenaufbau von unten dzt.: Holzbalken 20cm, OSB 25mm, Dachfolie 1,5mm
Darauf steht 4,5x3,5m groß der Holzrahmen für den WG in Lärche Natur 16x10cm. Für den Bodenaufbau stehen max. 10cm Höhe zur Verfügung.

Als Boden stellen wir zur Diskussion:
A)alte Dachbodenziegel
auf welcher Schüttung?
verfugt oder unverfugt? Welches Fugenmaterial?

B) Lehmboden
Wie verhält er sich auf diesem Aufbau?
Wie ist er zu Verarbeiten bei Schichtdicke 10-13cm (Gefälle)?
Funktioniert er auf der leicht schwingenden Holzkonstruktion und der Folie?

Für jeden Hinweis sind wir dankbar!



Bodenaufbau



Für mich sind beide Varianten indiskutabel.
Ich vermute für Ihre Frau auch, was die Sauberhaltung des angrenzenden Raumes betrifft.
Verstehe ich das richtig das der Bodenaufbau den Keller darunter betrifft?
Was ist als weiterer Aufbau auf dem Keller vorgesehen?
Was sind das für Verfärbungen über den Fensterstürzen im Erdgeschoss?



@Verfärbungen



die Verfärbungen sehen aus wie "Holzchromatographie".

Die Bretter stehen auf der horizontalen Laibungskontruktion nach dem Regen im Wasser, transportieren das Wasser in Faserrichtung nach oben und nehmen eigene (Gerbstoffe) oder aufgebrachte (Lasur) Farbstoffe mit, genau bis dahin, wo das Wasser dann abtrocknet. Dort wird's dunkler, darunter wird's heller.
Auf dem Rest der Fassade re hat das Regenwasser die Farbstoffe auch transportiert, allerdings nach unten.

Für mich ein Hinweis, dass die Bretter mit den Füßen im Wasser stehen weil der nötige Abstand fehlt oder/und weil der Laibung auf der Oberseite das nötige Gefälle fehlt.

Einfach mal nach dem nächsten Regen nachsehen, obs so ist.



Bodenaufbau



Selbstverständlich müssten sowohl ein Ziegelboden als auch Lehmboden versiegelt werden um nicht zu Sanden/ schmutzen.
Weshalb ist er dann undiskutabel. Holz haben wir sonst im ganzen Haus und etwas Masse wäre im WG sicher kein Fehler.

Darunter ist ein unbeheizter und noch ungedämmter Hobbyraum. Ich möchte ihn dämmen und so vor Frost schützen. Ich denke, der Dampfdruck zwischen Hobbyraum und WG wird gering sein da beides unbeheizt. Zwischen Hobbyraum und offener Terrasse natürlich größer. Wird von unten eine Dampfsperre nötig, oder riskiere ich damit nur das "Einsperren" von Nässe, falls die Dampfsperre nicht 100% dicht ist?



Fußbodenaufbau



Der endgültige Aufbau des Daches über dem Hobbykeller ist für die weitere Gestaltung des Wintergartens wichtig, so etwas klärt man bevor man anfängt zu bauen.
Die Grundschwelle des Wintergartens steht jetzt direkt auf der Eindeckung, Wasser kann in die Kapillarfuge an der Unterseite gelangen. Das Holz steht im Spritzwasserbereich und im Schnee. Das Regenwasser auch in den Wintergarten gelangt ist nicht auszuschließen, je nach Gefälle kann das Wasser unter der Schwelle in den Fußbodenaufbau gelangen. Der wärmere Wintergarten braucht eine hohlraumfreie Dämmung über dem Fußboden oder eine unterseitige Dämmung im Hobbyraum.
Wie der Aufbau einmal genau aussehen wird kann man nur bei Kenntnis der konstruktiven Voraussetzungen festlegen, hier ist eine Werkplanung anzuraten.
Zu Ihren Ideen:
Ein Wintergarten ist nach meinem Verständnis ein Raum in dem Pflanzen überwintern sollen. Das bedeutet hohe Luftfeuchtigkeit und Gießwasser. Denkbar ungünstige Voraussetzungen für einen Lehmestrich und Schüttungen mit alten Bibern als Auflage.
Fugenverstriche werden immer brechen und Lehmestrich ist nicht einbaubar. Er funktioniert auf einer Tenne oder einer Reitbahn aber nicht auf einer Holzbalkendecke.
Ich sehe grundsätzlich zwei Varianten:
Eine zusätzliche Abdichtung, Dämmung als Höhenausgleich, Wedi oder Aquapaneel, Entkopplungsmatte, Cottoplatten.
Billigvariante:
Brechsandschüttung als Höhen- und Gefälleausgleich, Terrassenplatten 40 x 40 knirsch verlegt.
Eine Dämmung an die Deckenunterseite des gesamten Hobbyraumes/Anbaues ist bei beiden Varianten erforderlich.

Wie lange das Holz der Grundschwellen das aushalten wird vermag ich nicht abzuschätzen.





"Selbstverständlich müssten sowohl ein Ziegelboden als auch Lehmboden versiegelt werden um nicht zu Sanden/ schmutzen."

Folie von unten, Versiegelung von oben,
wo bleiben dann noch die Vorteile, die Lehm im Innenraum im allgemeinen zugeschrieben werden?

Wenn die Unterkonstruktion prinzipbedingt leicht schwingt, würde ich einen Fußboden wählen, der 'mitgeht'.
Die Erfahrung lehrt, dass aufgeklebte mineralische Materialien das nicht tun, sondern sich gerne mit der Zeit vom Untergund lösen.

Insbesondere wenn noch wechselnde klimatische Verhältnisse vorliegen: feucht/trocken kalt/warm, wie es in einem ungedämmten Wintergarten nun einmal vorkommt, z.B. wenn man im Winter die Tür zum Wohnraum öffnet und die kalten Scheiben beschlagen.

Die Frage nach der Dampfsperrfolie erscheint mir ebenso schwierig:
sie soll ja auf die warme Seite!

Wo ist bei dieser Konstruktion im Jahresverlauf die warme Seite, wenn der Keller noch gedämmt werden soll?

Im Sommer oben und im Winter unten.

Außerdem liegt ja schon eine Dachfolie(+OSB), da dürfte schon jetzt nichts mehr durchgehen, Abtrocknung nach oben ist also nicht mehr möglich.
Ich würde die Dämmung von unten nicht mehr einpacken, sondern ein Material wählen, dass hohlraumfrei eingebracht werden kann und evtl. entstandene Feuchtigkeit wieder abtransportieren kann.
Der Feuchtigkeitsanfall im Winter in einem ungeheizten Keller dürfte ja nicht so groß sein (Außer der Hausherr muss ins Asyl).

Für den Bodenbelag kann man auch Terrassenplatten auf Stelzlagern nehmen. Das ist einigermaßen luftig, verträgt die Schwingung und Nässe und bringt Masse (vorausgesetzt die Decke trägt das) und höhenvertsellbar gibt's die auch.

Gibt's eigentlich irgendwo einen Boden-Ablauf/Gefälle?

Gruß

GE