Lehmfarbe mit Weißelspritze an die Wand bringen

13.05.2014 Jana



Hallo liebe Experten,

ich bin seit ca. 6 Wochen stolze Besitzerin eines alten Schätzchens (Sandsteinhaus von 1693) und werde euch in nächster Zeit vermutlich noch öfter mit Fragen löchern ;-)

Aber nun zu der ersten:
Zwei Räume wurden bzw. werden zurzeit mit Lehmputz versehen. Diesen möchte ich nun mit Lehmfarbe streichen. Hierzu habe ich im Forum auch schon einige nützliche Tips gefunden. Der Plan ist nun die Lehmfarbe von rapido zu nutzen, bei der im technischen Merkblatt angegeben ist, dass diese auch gesprüht werden kann. Kann man hierzu eine Weißelspritze wie für Kalkfarbe nutzen? Oder ist das Sprühen generell nicht zu empfehlen?

Vielen Dank schonmal



Wandfarbe spritzen



Weißelspritzen kommen aus dem Agrarbereich, mit ihnen werden dünnflüssige Mittel versprüht. Für dickflüssige Mittel wie Wandfarben sind sie m. E. nicht geeignet

Auch Dispersionsfarben oder Wandfarben lassen sich mit den geeigneten Spritzaparaturen aufbringen. Das sollte man können, sonst ist das Ergebnis eher bescheiden und mit einigen Kollateralschäden verbunden. Der Abklebeaufwand zum Schutz voin BAuteilen ist wegen des Farbnebels wesentlich höher als beim herkömmlichen Anstrich.

Ich würde an Ihrer Stelle traditionell mit Rolle und Pinselarbeiten, wenn Sie nicht gerade bereits sehr geübt sind. Davon abgesehen müssen Sie sich die Geräte Leihen oder kaufen, was auch schnell mehrere € 100,- ausmacht, wenn Sie nicht innerhalb von 1-2 Tagen fertig sind.

Wenn Sie den Lehmputz im EG auf das Sandsteinmauerwerk aufbringen: Haben Sie sich vorher vergewissert, das Sie kein Feuchterproblem dort haben, z.B. im Sockelbereich ? Aufsteigende Feuchte, Kondensat an Wärmebrücken, Spritzwasser in der Sockelzone? Wenn das der Fall sein sollte, kommt Ihnen der Lehmputz im nächsten Winter eventuell wieder von der Wand entgegen.



Rapido-Lehmfarbe......



....oder eben Lehmdiscount (welch niedere Klassifizierung für hochwertige Materialien!)
Leider ergeben sich immer mehr unzufriedene Kunden, die mit Rapido-Materialien zu tun hatten.
Ob Farbe oder Putze, bei vielen sind nach wenigen Wochen Reklamationserhebungen.
Auch Fachbetriebe wenden sich ab!

Zum Verarbeiten von Lehmfarben generell:
Wer sich mit Lehm auskennt und weiß, wie Lehm funktioniert, kommt erst garnicht auf den Versuch der Ergründung, ob es zu spritzen geht.
Lehem und Lehm verbindet sich durch Verklebung und somit kommt man am streichen bzw. einbürsten nicht vorbei.
Alles andere ist Halbwissen und die guten und solventen Fachbetriebe streichen alle.
Klar kann man mit dem spritzen höhere m²-Flächen erreichen, aber die Oberflächenfestigkeiten lassen dementsprechend zu wünschen übrig.

Probieren sie doch mal die Lehmfarben von Conluto.
Conlino.
Seit über 10 Jahren Mängelfreiheit!


Freundliche Grüße,
Udo





Vielen Dank für die Antworten

Hintergrund der Frage war, dass ich bereits eine Weißelspritze habe (also keine Leihgebühren) und damit auch schon (Pferde)-Ställe geweißelt habe - eben mit Kalkfarbe und nicht mit Lehmfarbe. Das das ganze eine ziemliche Sauerei ist, weiß ich also ... ;-)
Zur Rückfrage von Herrn Pickartz:
Lehmputz zurzeit nur im 1. OG, Unterputz aus Lehm ist größtenteils schon seit mind. 30 Jahren auf der Wand und wird von einem Profi mit Oberputz versehen. Sollte hier also keine Probleme geben.





@ Herr Mühle:
Was spricht denn gegen die Lehmfarben von rapido? In welchen Bereich treten hier die erwähnten Qualitätsmängel auf?

Vielen Dank



Also



Leimfarbe (nicht viel Unterschied zu Lehmfarbe wie wir hier schon mehrfach diskutiert haben) wurde hier früher sehr wohl gespritzt, keine Ahnung ob die damals gängigen Malerspritzen andere Düsen hatten. Mein Vater hat das in den frühen 70ern mal ausprobiert und war nicht sehr begeistert. Die Konsistenz muss sehr genau stimmen und Übung braucht das Ganze auch noch, wobei Erfahrung beim Weißeln von Ställen sicher nicht die schlechteste Voraussetzung ist.

Hinweis auf das Spritzen sind zum Beispiel die völlig mit Sprühnebel versauten Lichtschalter (unter der Abdeckung) und Unterputzdosen in Bauten aus den 50ern und frühen 60ern. Die damals übliche Methode dürfte damals gewesen sein mit der Malerspitze durch den Neubau zu ziehen und dann noch einmal mit der Musterwalze drüberzugehen (bzw. eigentlich zweimal, einmal mit Glimmerpigment und einmal mit einer deckenden Kontrastfarbe).



Immer streichen und bürsten.



Lehmfarben, zumindest die guten unter der Vielfalt,
sollten stets gestrichen werden.
man kann den letzten Anstrich auch u.U. bei sehr guter Erfahrung auch walzen.
Streifenoptik ist da aber auch hinnehmbar.

http://www.conluto.de/Lehmfarbe.56.0.html

Im Datenblatt geben sie zwar auch spritzen mit an, aber die Endergebnisse ließen bei vieler Kundschaft zu wünschen übrig.