Lehmfachwerk marode

18.05.2017 Thomas



Hallo

Meine Familie hat blauäugig 2015 ein schönes Fachwerkhaus (Bj 1880) gekauft was jetzt bei der Badsanierung seine Tücken aufweist.
Wir haben nun festgestellt das von Innen vorgemauert wurde was dazu gesorgt hat das die untere Schwelle weggefault und die stiele auch angegeangen sind. nun stellte sich ahlt heraus das die eigentliche Hauswand aus 3 Schichten bestand. Die äußere Wand ist eine Vorsatzschale mit Kanthölzern die voll ausgemauert wurden die mittlere Schicht das Problem die Balken faulen weg bzw sind schon weg und die innere Schicht die nach meinigem jetzigen schlechten Bauchgefühl nur als Blende galt das man das Problem nicht sieht. Ich bin nun echt am verzweifeln weil der Kaufpreis relativ hoch war und ich nun nicht weiß wie ich weiter verfahren soll . Bauingeneur ist bestellt und wird bald auf uns zukommen um die möglichen Kosten abzuschätzen . Ich weiß es muss weiter gehen aber im Moment mag ich den Kopf in den Sand stecken



Hauskauf



Soll ich jetzt was darüber schreiben wie man ein Haus kauft?
Jedenfalls nicht ein Paar Jeans aus der Grabbelbox.
Der Verkäufer hat eine Gewährleistungspflicht. Ich empfehle Ihnen prüfen zu lassen ob Sie den Verkäufer hier in die Pflicht nehmen können.
Haben Sie vor dem Kauf einen Sachverständigen beauftragt das Haus zu prüfen?
Dann steht der in der Gewährleistung wenn er Ihnen falsche oder lückenhafte Informationen gegeben hat.
Ob das was bringt? Keine Ahnung, möglich wäre es.





Bei arglistig verschwiegenen Mängeln oder offenbarungspflichtigen Mängeln könnte man vom Kaufvertrag zurücktreten oder Schadenersatz verlangen.

Der Befall mit Hausschwamm, auch wenn er bekämpft wurde, ist so ein Mangel der dem Käufer ungefragt mitgeteilt werden muss, dass ist gefestigte Rechtsprechung.



Hauskauf



Ja wir haben schon einen Anwalt beauftragt der die Gewähleistungspflicht abklopft und eigentlich gute Hoffnung macht und nein selber haben wir keinen Sachverständigen beauftragt. Was soll ich sagen Blauäugig und dann noch das Objekt unserer Begierde und alles schick .Feuchtemessung hatte nichts ergeben . aber war halt Oberflächenfeuchtigkeitsmessung wo man 2 spitzen in die Wand im Sockelbereich drückt und die waren trocken.





Danke Mario und auf dieser Schiene geht es weiter .
Wir wollen dieses Objekt behalten/erhalten alles steht und fällt jetzt daran was der Bauingeneur sagt und was für Kosten entstehen
MfG Thomas





Lieber Georg
Bei allem Respekt Sie haben Recht aber das Haus ist nun unser und ich bzw meine Familie muss nun was tun um Abhilfe zu schaffen und würde mich natürlich freuen wenn hier gute Ratschläge auftauchen die uns in dieser Situation weiter helfen denn es ist ja trotz der Probleme das Haus was wir wollen .
MfG Thomas
PS: Ich bin gelernter Tischler/Schreiner ob es hilft oder nicht.



Fachwerksanierung



Das was jetzt kommt ist das übliche procedere:
Sachverständigen Planer holen
Bauzustandsermittlung
Sanierungskonzept
Kostenrahmen ermitteln
Finanzierung sichern
Abläufe festlegen
Aufgabenstellungen/Ausshreibungen für die einzelnen Gewerke fertigen
Firmenauswahl
Verträge
Baukoordinierung
Abnahme.

Was Sie sicher erwarten sind irgendwelche Detaillösungen für einzelne Bauteile. Das bringt bei dem Erkenntnisstand nichts, für Sie kann blinder Aktionismus der sich an Einzelheiten festbeißt zu noch mehr Problemen führen.
Gehen Sie es diesmal richtig an.



Hausbegutachtung



Wenn alles innen- und außenseitig verkleidet ist wird auch ein fähiger Sachverständiger Mühe haben, den vollen Sanierungsaufwand festzustellen.
Oder er müßte sämtliche zweifelhaften Bauteile öffnen,
was einmal mit höheren Kosten verbunden ist und danach einen höheren Instandsetzungsaufwand erfordert.

Was generell hilft:
Alles dokumentieren, also alle Infos bei den Kaufverhandlungen, was natürlich belegbar sein muß,
Rechnungen über frühere Sanierungen und ggf Angaben von beteiligten Handwerkern
Verkaufsanzeigen, ggf Maklerangaben, Zeugenaussagen, Nachbarn befragen nach beobachteten Sanierungsabeiten etc

Jetzige Schäden feststellen, deren Ursache und wann sie entstanden sein können.
Eigene Arbeiten genau dokumentieren, nicht dass diese als schadensverursachend dargestellt werden können.

Bei komplett verkleideten Facherkhäusern wäre ich generell erst einmal mißtrauisch und würde diese, wenn ich bautechnischer Laie bin, in jedem Fall von einem Sachverständigen untersuchen lassen.

Andreas Teich





Danke für die vielen Tips

Mit schrecken muss ich feststellen das Sie alle Recht haben . Nun möchte ich hoffen das irgentetwas noch vernünftig an diesem Gebäude ist und das wir mit verhältnismäßig wenigem Aufwand genau das schaffen was wir uns erträumten .
MfG Thomas





spricht eigentlich etwas dagegen die defekten Teile anstatt mit fachwerk/lehm gegen Poroton zu eretzen?