Lehmestrich



Hallo zusammen,
wir haben ein altes Cottage in Irland, da mein English nicht perfekt ist versuche ich mich auf Deutsch schlau zu machen und komme dabei ich immer wieder auf dieses Forum. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Das Cottage wurde 1880 gebaut und besteht aus 1 Meter dicken Steinmauern, Betonboden, einer Holzbalkendecke ins 1. Geschoss und Schieferdach, alles ungedämmt. In den 60er Jahren wurde saniert, auf die Mauern eine dicke Zementschicht draufgeklatscht (auch auf den Natursteinkamin) Decken mit Rigips verkleidet, Böden im Erdgeschoss PVC. Bevor ich zu sehr ins Detail gehe, meine Frage ist folgende:
Wir möchten in den Eingangsbereich und den Zugang zum Badezimmer (Badezimmeranbau wurde in den 60ern gemacht und ist wie eine Art eigenes Häuschen) einen Estrich verlegen. Unsere möglichste Höhe ist ca. 2cm, gerade im Badezimmeranbau haben wir mit Bodenfeuchtigkeit zu tun. Er sollte also möglichst diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend sein, aber beim Eingangsbereich was aushalten. Das einzige was ich gefunden habe ist Lehmestrich, was denkt ihr darüber? Da wir sehr abseits leben, sollte ich alles möglichst mit einfachsten Mitteln selber machen können...
Danke schonmal im Voraus für eure Antworten,
Lisa



Ein Lehm



...ist nix als gestampfter Lehm und vielleicht in der Scheune ganz nett. Nicht im Wohnhaus. Und er ist das völlige Gegenteil von "was aushalten".

Was habt Ihr denn unter den 2cm Aufbauhöhe? Auch Beton?

Grüße

Thomas



Nur 2 cm Aufbauhöhe



Ohne die Details zukennen , kann man schon mal sagen das es für diese Einbauhöhe keine Estriche gibt die irgendwas können. Das einzige was mir so spontan einfallen würde wäre Nivellierausgleichsmasse die bis in diese Stärke reingekippt werden kann und ne Dicke Folie drunter . Sorry but it looks like that you have to dig deeper into the ground if you wanna have a satisfaying result



Hallo Thomas,



ja, Beton. Danke für die Info, dann ist Lehm tatsächlich nichts für uns, ich habe es vermutet.
Mir würde eine warme, erdige Oberfläche gut gefallen.

Hallo Roland,

thänk you for se Tipp with se Nievellierungsmasse, i will inform me about that :-)
Wir möchten keine Generalsanierung machen, dann hättest du bestimmt recht und wir müssten den Boden komplett aufgraben.

Ehrlich gesagt sind wir zwei der Ewiggestrigen, die gerne selber Hand anlegen und würden das Haus gerne Schritt für Schritt selber sanieren, dort wo es uns möglich ist...

Danke nochmal,

Lisa





Wenn es lediglich um die Renovation der Oberflächen geht und der Untergrund stabil ist, kann man mit mineralischen Spachtelmassen arbeiten, woraus eine geringe Aufbauhöhe resultiert. Da kann auch mit Lehm-Kaseinmischungen gearbeitet werden. Diese sind nach dem Schleifen sorgfältig mit Öl und Wachs zu behandeln.

Einfacher wäre eine Ausführung in Kalktechnik, die Farbe wird über Sande und (Erd-) Pigmente beeinflusst.

.



Das ist doch Spielkram,



speziell in einem Eingangsbereich. Und noch mehr für Bauherren, die sowas noch nie gemacht haben und wohl auch keine Chance haben, Jemanden zu finden, der das kann.Noch nicht einmal an die Materialien dafür kommen.

Grundsätzlich habt Ihr keine Aufbauhöhe, die ausreicht. Ein Provisorium bis zu dem Zeitpunkt, wo Ihr den Beton raushacken wollt, um einen gedämmten und abgesperrten Unterbau zu erstellen, könnte sein, daß Ihr Feinsteinzeugfliesen verlegt. Die sind absperrend gegen aufsteigende Feuchte und hinreichend robust.

Grüße

Thomas



Spielkram



klingt süß, aber ja ich muss zugeben Mario trifft es da schon eher.

Eine Generalsanierung ist nicht drin, weil es sich um ein leider zu selten genutztes Ferienhaus am sprichwörtlichen A..... der Welt handelt, wo es schon mal zwei Stunden bis zum nächsten Baumarkt sind.
Baumaschinen und Baumaterial im großen Stil können wir aufgrund der sehr schmalen Straßen nicht transportieren.
Dafür haben wir eine richtige Steinfestung die eine prinzipiell gute Substanz hat.
Dach ist dicht, Kamin trocken, Wände lt. Ingenieur etwas feucht.
Ob das am Zementputz liegt den man in den 60ern verbaut hat? Oder daran, dass es keine Regenrinnen hat, keine Drainagen und keine Dämmung :-)))

Natürlich wäre es schön die Substanz nicht angreifen zu müssen und etwas auf den Beton "schmieren", "legen" oder "schütten" zu können dass feuchtigkeitsregulierend, dampfdiffusionsoffen und robust ist.

Lehm schreckt mich jetzt eher ab, da ich gelesen habe man sollte den Boden dann einmal im Jahr nachwachsen.

Aber den Kalkestrich schaue ich mir an, und die Überlegung mit Steinzeug hat auch etwas, aber dann auch keine Fliesen sondern Natursteinplatten?
Ich sehe die Fachmänner schon mit dem Kopf schütteln :-)))

Danke nochmal,
Lisa



Was sich der Bauesotheriker...



...auch immer unter einem "harmonischen Feuchteverhalten" vorzustellen vermag...

Lehm ist ganz einfach nicht strapazierfähig, Wachs oder nicht Wachs spielt da schon keine Rolle mehr.

Kalk-Kasein? Die organischen Anteile werden auf kurz oder lang Pilzfutter. Aufgrund der geringen Nutzung und dahingehend zu vermutenden schlechten Heizung/ Lüftung ist Kondensat aus dem Boden zu erwarten, möglicherweise verstärkt durch aufsteigende Feuchte. Ist gleichfalls sehr weich.

Und gespachtelte Kalkestriche? Sowas durfte ich schon wegkehren, trotz Erstellung durch eine "Fach" - Firma. Ließ sich mit der Gummisohle gut ritzen. Die Neuerfindung durch ungeübte Handwerker- oder Laienhände sollte man besser nicht wagen.

Diese 3 "Möglichkeiten" sind für Euch rein experimenteller Natur.

Das Problem bei Bauforen ist, daß hier Viele ergoogeltes "Wissen" als harte Fakten anbieten. Man bleibt gern anonym und hat was zum Zeitvertreib. Fatal ist es allerdings, wenn dann 'mal jemand danach zu bauen versucht.

Die Feinsteinzeugfliesen (Feinsteinzeug ist eine hochgebrannte Keramik) habe ich empfohlen, weil sie strapazierfähig sind und auch mit diffuseren Feuchtelagen umgehen können. Natursteinplatten sind meist teurer, sind ebenso geeignet, oft aber etwas stärker. Schieferplatten fielen mir da als erstes ein. Die gibt's auch gespalten, die natürliche Oberfläche werdet Ihr vermutlich mögen. Vielleicht findet Ihr ja auch etwas regional Übliches.

Zur Diffusionitis, einem heute verbreiteten Leiden: Das Haus "schwitzt" nicht, weil der Fußboden gegen aufsteigende Feuchte abgesperrt wird.

Apropos "Schwitzen": Ist das Haus dauerhaft frostfrei?

Grüße

Thomas



Ein wasserundurchlässiger Fußbodenbelag ...



...im Flur, zum Beispiel eben aus Stein, wird jedenfalls die Wände nicht feuchter machen. Mangels flächig aufsteigender Feuchte wird sich eher die Luftfeuchte im nicht relevanten Bereich reduzieren.

Es wird gern alles, was länger als 3 Sätze ist und nicht in den eigenen Eintopf passt, als Polemik bezeichnet.

Ein robuster Boden ist aber ein robuster Boden, so einfach ist das.

Sonniges Wochenende wünscht

Thomas



Polemik



Hallo,
es ist schon interessant, das es hier nicht mehr um den eigentlichen Sachverhalt sondern um die Befindlichkeiten in der Selbstdarstellung geht. Damit wird das Problem nicht kleiner, aber das scheint vom Alex bis in den letzten bayrischen Winkel sich einer ansteckenden Krankheit (Pandemie) zu entwickeln.
Aber nun zur eigentlichen Sache. Es ist sicher begrüßenswert, wenn Sie vieles selbst machen wollen. Aber auch so gut die vielen Ratschläge hier auch sein sollten, sie können einen Fachmann vor Ort nur schwer ersetzten und können eine Tendenz aufzeigen, da die örtlichen Bedingungen sicherlich von den hiesigen, schon rein klimatisch, abweichen. Nun rühre ich mal im Kaffeesatz! Ich möchte einem Vorredner (-schreiber) beipflichten, wenn es aufsteigende Feuchtigkeit würde Sie es sicherlich ganz anders beschreiben und ich glaube, Sie schrieben auch was von Bruchstein und da soll mir jemand erklären wie da das Wasser aufsteigen soll. Für mich liegt die Variante mit Kondenswasserfeuchte näher. Und das betrifft nicht nur den Sommer, weil die Bildung an mehrere Bedingungen gebunden ist, Luftfeuchte, Temperaturunterschied und Luftdruck. So kann sich Kondenswasser von Frühjahr bis in den Herbst bilden. Langfristig gesehen nur lösbar durch die Temperierung der betroffenen Wände.
Zum Eigentlichen. Zwei Zentimeter ist wirklich nicht viel. Es stellt sich die Frage, forstgefährdet oder nicht? Und was wollen sie zukünftig mit dem Raum anfangen. 2 cm sind eine ganz normale Schwelle, wo ist das Problem? Wenn es partu stört, müssen Sie sehen, einen Aufbau zu finden, den Sie vielleicht auch wieder entfernen können. Auf Ausgleichsmasse würde ich auch nicht setzen, weil es ist keine Nutzschicht. Als Möglichkeit fällt mir da Fliesen in Dickbett ein.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Bauesotheriker!



*lach* den Begriff gibt´s wirklich?! Naja, wenn man sich so ein Haus kauft muss man wohl etwas esoterisch veranlagt sein.

Die Temperaturen im Südwesten Irland sind relativ konstant zwischen knapp über 0 und 20 Grad, zu Frost kommt es eher selten.
Das mit dem Feinsteinzeug scheint eine gute Alternative zu sein, bei der alles gegeben ist was möglich ist.
Wir haben im Schuppen einen Haufen Schieferplatten gefunden, ich fand ihn tatsächlich wunderschön aber sie sind nur 0,5-0,8 cm dick, also etwas fragil.
Könnte man die mit entsprechendem Untergrund verwenden? (Tut mir leid, wenn die Frage blöd ist).

Es scheint ja bautechnischer Standard zu sein die Bodenplatte vor dem Aufbau abzudichten, ich bin aber auch schon auf Artikel gestoßen die bei alten Häusern das Gegenteil raten.

Wahrscheinlich haben die Mauern ursprünglich "durchgeatmet" was an Feuchtigkeit vom Boden kam?
Durch den Putz auf den Wänden (wir wissen nicht was für einer, aber da es vermtl. in den 60ern gemacht wurde, wahrscheinlich Zement) können die jetzt nicht mehr abgeben.
Bin ich soweit auf der richtigen Fährte?

D.h. wenn ich den Boden abgeben lasse, kann es bedeuten, dass ich mehr Feuchtigkeit in den Wohnraum lasse, als abdampfen kann? Naja, der Kamin ist und bleibt offen und ist riesig.

Wenn ich ein komplett neu saniertes Gebäude mache ist es klar, dass ich alles abdichte...aber hier ist außer besagter Zementputz und Gipskartonplatten Richtung Dach und Nebenräumen quasi nichts vorhanden.
Ist es dann nicht sinnvoller ich lasse das ganze Ding atmen?
Kann es irgendeinen Schaden geben, wenn ich eine evtl. 100 Jahre alte Betonplatte abdichte?

Euch ein schönes, erholsames Wochenende!

Grüße, Lisa



Hallo MIchael,



wir stehen quasi direkt auf dem Beton, deshalb würden wir gerne etwas drauf tun.
2 cm haben wir dabei Richtung Haustüre, allg. im Wohnbereich wird es immer mehr bis auf ca. 5cm.
Ja, ich gebe zu, das Haus ist für heutige Verhältnisse ein "Verhau", aber was soll ich sagen. Wir haben uns verliebt! :-)
Es wäre bestimmt wichtig die Wände "aufzumachen". Eines nach dem anderen, so ganz trauen wir uns noch nicht an den Putz heran...

Eine dünne Schicht Feinsteinzeug im evtl. Fließbett, oder den Schieferplatten wenn sie nicht zu dünn sind,
wird´s wahrscheinlich werden.

Ein schönes Wochenende,
Lisa



Also...



...Es scheint ja bautechnischer Standard zu sein die Bodenplatte vor dem Aufbau abzudichten, ich bin aber auch schon auf Artikel gestoßen die bei alten Häusern das Gegenteil raten.

Genau da findest Du Bauesotheriker :-) Ich habe noch keinen Nachweis dieser Auffassung gefunden, und auch keinen Hinweis darauf in meiner Baupraxis.

...Wahrscheinlich haben die Mauern ursprünglich "durchgeatmet" was an Feuchtigkeit vom Boden kam?
Durch den Putz auf den Wänden (wir wissen nicht was für einer, aber da es vermtl. in den 60ern gemacht wurde, wahrscheinlich Zement) können die jetzt nicht mehr abgeben.
Bin ich soweit auf der richtigen Fährte?

Mauern atmen nicht. Mauern transportieren keine wesentliche Feuchte nach draußen. Einen Zementputz muß man nicht entfernen, wenn er in Ordnung ist. Ein Lehmputz würde auch kein Wasser nach draußen leiten, er wäre allerdings in der Lage, die Raumfeuchte durch Aufnahme und Abgabe von Wasser besser auszugleichen.

...D.h. wenn ich den Boden abgeben lasse, kann es bedeuten, dass ich mehr Feuchtigkeit in den Wohnraum lasse, als abdampfen kann? Naja, der Kamin ist und bleibt offen und ist riesig.

Ja.

...Kann es irgendeinen Schaden geben, wenn ich eine evtl. 100 Jahre alte Betonplatte abdichte?

Nein.

Gute Gelingen wünscht

Thomas



Nachfrage:



Habt Ihr nur den Kamin als Heizung? Oder was gibt es da noch?



Hallo Thomas,



danke, das sind mal klare Antworten :-)
Ok, dann weiß ich jetzt mehr...der Kamin und ein Zentralheizsystem, dass sowohl vom Kamin als auch elektr. beheizt werden kann.

Die Schieferplatten sind zu dünn, oder?
Also das mit den Wänden beruhigt mich :-)



Ihr habt da Dachschiefer,



und der wird auch schon etwas mitgenommen sein, wenn er schon ein Leben auf dem Dach hinter sich hatte. Ich würde es nicht riskieren...

Mit der Zentralheizung ist ja auch eine gewisse durchgehende Temperierung gegeben. Das Kondensatthema ist somit nicht vordergründig. Und wenn Ihr jetzt keinen Schimmel habt, dann wird wohl auch keiner kommen.

Grüße

Thomas



Ok,



danke!!!