Lehmdecke Sanieren

28.03.2016



Hallo,

ich habe ein Haus mit Baujahr um 1900. Die Decke im EG besteht aus Holzbalken und dazwischen sind mit Stroh/Lehm umwickelte Staaken. Die Decke war komplett mit Lehm verputzt. Den Putz an den Balken habe ich entfernt.Ich möchte die Balken gerne sichtbar lassen und die Bereiche zwischen den Balken etwas tiefer setzen, damit mehr von den Balken zu sehen ist. Wie kann ich den Lehm am besten abtragen ohne die Decke zu zerstören? Die Decke soll definitiv drin bleiben, aber halt in einer Ebene wie die Balken oder am besten etwas tiefer liegend.

Gruß Carsten



Holzbalkendecke



Never change a running system!
Das war keine gute Idee.





Da war nix mehr mit running system....an den Balken war der Lehm locker, bröselig und rissig. Ich musste auch sehen wie intakt die Balken sind. Ich möchte halt nur etwas Lehm wegnehmen, damit nicht der Lehm weiter raussteht als die Balken.



Diese Idee



hatte ich vor 20 Jahren und würde es nicht mehr empfehlen.
Die Gründe: Die Deckenbalken waren optisch keine Freude, da gut angenagt im Splintbereich. Wenn dies bei Dir anders ist, Glückwunsch.
Die Deckenbalken liegen höher als der Zwischenraum, weil sie ja verputzt werden sollten. Wenn Du diesen Bereich abtragen willst, um die Balkenflanken sichtbar zu machen, müsstest Du die Strohwickel angreifen und den Deckenaufbau zerstören. Diese Fläche bekommst Du im Guten auch nicht mehr ansprechend verputzt. Dazu musste ich leidvoll erfahren, das auch eine solch alte Decke arbeitet und der sich bildende minimale Spalt entlang der Balken nicht sicher zu verschliessen ist. Daraus rieselt gern der sehr feine Sand und Lehmabrieb... keine Freude über der Tastatur oder dem Kinderbett.
Also wenn die Balken schon frei liegen und ansprechend aussehen, ist dies auch der Endpunkt, denn jeder weitere Aufwand bringt Verschlechterungen.
Gruss Achsnick





Danke für diesen Erfahrungsbericht. Die Balken sehen bei mir super aus, daher hätte ich sie gerne sichtbar gelassen. Dann muss ich mir mal was überlegen, wie ich weiter vorgehe.



Putzträger



auf die Balken und wieder verputzen, so wies mal gedacht war und über hundert Jahre gehalten hat.



Hallo in die Nachbarschaft



Wir sanieren inzwischen im 3. Jahr unser altes "ArmeLeuteHäuschen" in deiner Nachbarschaft....Auch wir haben Lehmdecken und hatten zwischendurch überlegt, die Balken freizulegen uns dann aber überwiegend dazu entschieden, wieder überputzen zu lassen. Lediglich in einem Raum haben wir die Balken sichtbar gelassen und die Felder mit einer neuen Putschicht überzogen - die liegt aber definitiv tiefer, als der Balken. Kissenputzartig quasi. Die Ränder sind wirklich eine leichte Rieselstelle - bei uns allerdings kaum spürbar, da der darüber liegende Dachraum nicht genutzt und begangen wird. Daher akzeptabel.
Wir haben halt in den anderen Räumen immer mindestens einen Balken angetroffen, den wir lieber nicht sichtbar haben wollten.
Den Lehm bis zu den Staken wegnehmen ist keine wirklich gute Idee - und bringt kaum Raumgewinn. Dafür ist der Wiederaufbau eine Sauarbeit und bringt maximal 1 - 2 cm an Höhengewinn.

LG
anna





Danke für die Antwort. Von der Putzoberfläche bis zu den Staaken sind es ca. 15cm. Ich möchte davon nur maximal 4cm abtragen und dann neu verputzen, also nicht die Staaken komplett freilegen.





15 cm ????
Das wäre etwas ungewöhnlich. Bei uns waren es 2 - 5 cm
Und wie soll denn der Lehm abgtragen werden ? Abschlagen ist keine sooo gute Idee. Wenn dann die Schicht unter der Decke in einem Stück abfällt ist man "platt" im wahrsten Sinne des Wortes.
Abfräsen ? Ziemlich staubige Angelegenheit .
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass unter der Decke 15 cm reiner Lehm ohne irgendetwas drin hängen. Wenn damals mit Stroh gearbeitet wurde, sind das meist lange verdrehte Büschel, die superguten Halt geben - aber sich erfolgreich einer Bearbeitung entziehen.
Foto wäre vielleicht hilfreich





Reiner Lehm ist es natürlich nicht, der ist schon ordentlich mit Stroh durchsetzt. Der Aufbau der Decke ist mir klar, ich suche halte nur nach einem Tip wie ich die obersten Zentimeter am schonendsten abtragen kann.



Was soll denn dieser Minimalaufwand....



....der oberflächlichen Abarbeitung der Lehmstakenfläche?
Ob nun vielleicht 5 oder 9 cm?
Das ist doch völlig irrsinnig, wenn die Fläche an sich intakt ist.
Ich würde die Anschlüsse Aufarbeiten und nachher die gesamte Fläche schön neu mit Lehmfeinputz überarbeiten und herrichten.