Wohnzimmer mit Lehmboden - Neue Schuettung ? Welche ?

27.10.2005



Hallo, ich habe in meinem 80 Jahre alten Haus die Wohnzimmerdielen entfernt um sie gegen neue Eichendielen (Nut und Feder) zu ereuern. Wie das bei alten Haeusern nun mal so ist, stellte ich schnell fest, dass die Querhoelzer stark poroes waren. Eigenartig, sie sind trocken, haben jedoch auf der Unterseite ueberall Risse und sieht aus wie braune Holzkohle). Also habe ich alles was Holz war rausgeschmissen. Die Schlacke (ehem. Schuettung) habe ich dann auch rausgeschaulfelt. Jetzt habe ich lediglich einen Lehmboden der fest und relativ trocken ist. Keine Probleme mit erhoehter Feuchtigkeit. Ich dachte nun daran, neue Querbalken (Kreuzhoelzer 8 x 10cm) im Abstand von 60cm einbauen. (Um die Kreuzhoelzer nicht direkt auf den Lehmboden zu legen, habe ich 4 Pflastersteine pro Kreuzbalken als Auflagepunkte in den Lehmboden gestampft und habe nun einen Abstand von ca .1-3cm Kreuzbalken Lehmboden). Was soll ich nun als Schuettung verwenden? (Ich habe die alte Schlacke noch). Ist meine o.g. Vorgehnsweise ueberhaupt als Ganzes sinnvoll? Von Estrich etc. habe ich nach dem Lesen mehrerer Eintraege in diesem Forum grossen Abstand genommen.

Fuer ein paar schnelle Tipps waere ich sehr dankbar.
MfG Wolfgang



Lehmboden



Hallo Wolfgang,
wir haben eine ähnliche Situation in unserem Fachwerkhaus vorgefunden und den Bodenaufbau folgendermaßen gelöst:
1. Lehm/Sandboden
2. PVC-Folie (wichtig als Feuchtigkeitssperre!)
3. Styrodurplatten 50 mm als 1.Isolation
4. Verlegeplatten 22mm verklebt
5. Kanthölzer als Lager für Holzboden
6. Perlite als Füllmaterial zwischen den Kanthölzern
7. Dünne Weichfaserplatten
8. Holzdielen Nut und Feder

Bis jetzt 3 Jahre nach Aufbau keinerlei Probleme und vor allem gute Wärmeisolation!

Viel Erfolg beim Fußbodenbau

R.Lehner



lehmboden - schüttung - dielen



Hallo Wolfgang,

wenn ich das richtig verstehe, dann willst du die Dielen in die Kanthölzer nageln. Oder wolltest du gewissermaßen "schwimmend" verlegen? Davon hängt doch ab, welchen Unterbau du nimmst.
Herr Lehner hat Recht - vorausgesetzt du hat genügend Aufbauhöhe zur Verfügung. Ist der Lehmboden der Abschluss gegen das Erdreich, so solltest du schon meiner Meinung nach eine Sperrschicht einbauen. Darauf deutet auch das stockig gewordene Holz hin.
Also - PVC Folie oder gutes Estrichpapier oder so - darauf dann Dämmung. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Fermacell-System gemacht. Würde bei dir bedeuten, eine Ausgleichschicht aus Perlite o.ä. und dadrauf der Fermacell Trockenestrich. Auf diesen TE kannst du dann getrost alles andere aufbauen.
Solltest du auf Kanthölzer verlegen, ist zu beachten, dass die Zwischenräume gefüllt werden, da du ansonsten Resonazkörper schaffts. Ich habe diesbezüglich gute Erfahrungen mit einer Mischung 50/50 Beton mit Hobelspänen gemacht.

Gruß

Martin



Kanthölzer erhöht lagern



Hallo und Danke für die Vorschläge,
ich habe von einer Sperrschicht mittlerweile Abstand genommen, da wie mir von einem Fachwerk-Fachmann geraten wurde, die Feuchtigkeit irgendwo hin muss. Wenn nicht nach oben, dann eben zur Seite, sprich in die Wände. Ich werde nun die Kanthölzer erhöht lagern und nicht wie unsere Vorgänger (vor ca. 60-80 Jahren) direkt in den Lehm legen. Dazu habe ich Pflastersteine im Abstand von ca. 120cm gelegt. Was meint Ihr, kann ich die Kanthölzer direkt darauf lagern oder sollte ich etwas Dämpfung unterlegen, damit ich eine Trittschall-Dämmung bekomme? Welches Material ist geeignet?

Ach ja, als Schüttung nehme ich Blähton (Maxit), ohne Sperrschicht ohne Alles. Direkt zwischen Lehmboden und 20mm Eichendielen. Mein Holzhändler riet mir auch zur schwimmenden Verlegung. Ich denke, wenn etwas fast 80 Jahre funktioniert hat, kann es so flasch nicht gewesen sein. Zur Info, im Haus ist keine Feuchtigkeit bzw. Schimmel. Scheint alles i.O.

Gruss und Danke nochmals
Wolfgang