Lehmboden - Feldboden in Scheune erstellen

08.06.2010



Hallo,
ich möchte in einer alten Fachwerkscheune mit Kalksteinsockel einen Feldboden einbringen. Gebiet fränk. Jura... Die Scheune (bj. ca. 1780) hat stirnseitig eine Einfahrt, die noch in Urzustand zu sein scheint. Die beiden Seiten neben der Einfahrt (ca. 2 gleich breite Teile zu der Einfahrt) sind zu erneuern. Da früher Tiere drin gehalten wurden ist kein richtiger Boden vorhannden, sonder nur Einstreu. Ein kleines Stück wurde hier leider betoniert ;-( (ca. 3x3m).
Die momentane Höhe liegt ca. 30cm unterhalb der Höhe des Bodens in der Einfahrt.
Muss ich auf festen Boden ausgraben?
Wie wird der Feldboden (Lehmstampf-Boden)gemischt?
Ist besonderer Lehm notwendig oder kann ich Unterboden aus der Region verwenden?
Stören größere Kalksteinbrocken im Boden?
Unterliegt der Boden einer Pflege?
Muss ich zum Anschluss an den Kalksteinsockel etwas beachten?

Wie mische ich die große Menge??

Vielen Dank für hilfreiche Tipps.

Schöne Grüße
berni



Lehmestrich/Tenne



Hallo Berni,
welchen Zweck hat der Lehmestrich bzw. was soll einmal darauf passieren?

Viele Grüße



Lehmboden



Die Scheune wird zum Abstellen von Anhängern in der Einfahrt, aussen für Strohlagerung etwas Holz und zum Abstellen von leichteren Maschinen genutzt.

Der Boden sollte schon fest und befahrbar (Schubkarre, Rollwagen, leerer Gummiwagen) sein.



Lehmboden



Hallo Berni,
dann empfehle ich Ihnen den Boden mit Beton aufzubauen.
Ein Lehmestrich ist für solche Nutzungen nicht geeignet und überflüssig.
Wenn Sie keinen Beton wollen, dann sprechen Sie mit einem Straßenbauer, der Ihnen einen Mineralbeton (gut abgestuftes Mineralgemisch ohne Zement mit erhöhtem Schlämmkornanteil) oder eine sand/lehmgeschlämmte Schotterdecke einbauen kann. Preislich wird das mit einer Betondecke vergleichbar sein und entspricht in etwa einer Lehmestrichoberfläche.
Der Nachteil solcher Bauweisen im Gegensatz zu Beton ist die mangelnde Abriebfestigkeit der Oberflächen, es staubt.
Einen klassischen Lehmestrich/Tednnenboden einzubauen ist sehr zeit- und arbeitsaufwändig.
Sie müssen ca. 20-30 cm gut abgestuften mageren erdfeuchten Baulehm lagenweise einbauen und verdichten (Wassergehalt w 0,17 - 0,22, Dichte 1,9 - 2,1 bzw. Proctordichte 97- 103%).
Nach dem Trocknen wird als obere Schicht ca. 5 cm mittelfetter Lehm mit Handschlegeln verdichtet. Nach dem Trocknen werden die Schwindrisse angefeuchtet, mit Sand nachgestreut und nochmals nachgeschlagen.
Zur Verbesserung der Abriebfestigkeit wurden früher Zusätze wie Hammerschlag oder Eisenfeilspäne verwandt, die Oberfläche mit Rindblut, Ochsengalle usw. getränkt.
Zur Vermeidung von zu starkem Austrocknen wurde manchmal Salz zugesetzt.

Viele Grüße