Lehmboden isolieren

07.11.2003



Hallo zusammen, ich habe einen mir einen alten Bauernhof am niederrhein gekauft.
mein problem: da am niederrhein das Grundwasser sehr hoch steht wurden die häuser ohne Keller gebaut.
mein haus hat einen gestampften Lehmboden im Erdgeschoss und keine weitere Isolierung von unten.
Mein Architekt meint nun ,im Winter würde der boden zu kalt und wir müssen mit kunststoffplane und Schüttung isolieren?
wer hat Erfahrung mit lehmböden????



Lehmboden



Guten Tag Frau Fischer, Sie können ganzjährig in unserer Gegend mit einer Erdwärme von + 10 Grad bis + 12 Grad Celsius rechnen. Damit strahlt die Erde auch im Winter ihre Wärme ab. Und wärmer wird auch Ihr Lehmfußboden nicht. Sie können sich denken, daß dann bei entsprechenden Warmfrontwetterlagen im Frühjahr der Boden durch ausfallendes Kondensat nicht nur kalt sondern auch pitschenass sein wird. Früher hat man Klompen getragen und dicke Wollsocken darin, der kräftige Zug durch alle Ritzen hat das Wasser wieder abgetrocknet. Wenn Sie anders herumlaufen wollen, müssen Sie dem Rat Ihres Architekten folgen.
Viel Spaß beim Umbau !





Wohnen auf "alte Art" mag seinen Reiz haben, und ein Lehmboden im Kartoffelkeller hat auch im 21. Jahrhundert noch seinen Platz. Aber im Wohnbereich sollte es schon etwas gemütlicher sein. Sie werden nicht umhin kommen, einen modernen Bodenaufbau ins Haus zu fabrizieren, damit die Füße warm werden und der Schwamm nur in der Badewane liegt, nicht aber im Wohnzimmerschrank. Also: Lehmboden ausheben (und aufheben!), sauberkeitsschicht, Folie, Bodenplatte und das ganze Programm. Geht wohl nicht anders.
Gruß gf



lehmboden



Der kapillarbrechende Schicht unter der Bodenplatte nicht vergessen. Üblicherweise wird dies mit Kies gemacht, darauf eine PE-Folie (damit der Beton der Sohle sich nicht im Kies verläuft). Es gibt noch andere Methoden wie Schaumglasschotter einbringen, dann direkt darauf 8 bis 10 cm Estrich, dann der Fussboden. Der Schaumglasschotter dämmt und ist kapillarbrechend gleichzeitig. Man spart eine 15 cm starke Sohle und den üblichen Q-Matten. Man spart auch die Dämmung der unter dem Estrich kommt.
m.f.g





Hallo,
ich bin Architekt im IGB und warne davor auf unerfaghrene Pseudoarchitekten bei alten Bauwerken zu hören.
Am Niederrhein gibt es jede Menge davon - leider!

Also: auf keinen Fall Plastik einbauen, dann beginnt das Drama. Es gibt keinen besseren Baustoff als Lehm!
Ich gebe gern als IGB`ler eine kostzenlose Beratung.
Wohne selbst in einem über 700 Jahre alten Hof und habe viel Erfahrung mit DEnkmalen und alten Bauernhäusern in der ganzen Republik.
Wenn ihr es also noch nicht falsch gemacht habt: ruft an
Gisbert Dahmen-Wassenberg, Hilshof Winternam 02831-5637



Wie bitte Herr Kollege ?



Ich glaube Sie sind uns eine Erklärung schuldig.