Dachboden richtig dämmen

28.02.2011



Guten morgen,

ich habe letztes Wochenende in unserem Fachwerkhaus den kompletten Lehmboden auf dem Dachboden mit einigen Freunden rausgeholt, da er einfach durchlöchert war. Nun möchte ich alles richtig machen, da ich hier und in anderen Quellen gelesen hab, dass man bei der Dämmung von Fachwerkhäusern viel falsch machen kann.

Zur Zeit sieht es halt so, dass die Balken und die untere Decke freiliegen. Meine Idee war es einfach Steinwolle in die "Hohlräume" zumachen und darauf Rauspung zu verlegen. Wie auch auf dem Bild zu sehen.

Wie sieht das aus mit einer Dampfbremse oder Sperre? Wenn ich mein begrenztes Wissen zu diesem Thema richtig einsetze, ist eine Dampfsperre mehr schimmelfördernd als einem lieb ist. Allerdings "kann" man eine Dampfbremse einsetzen.

Noch als Hinweis der Dachboden soll nur als Lager genutzt werden, für Weihnachtsschmuck und sowas.

Schon mal danke im vorraus für eure Hilfe.



Deckendämmung



Was auf Ihrer Zeichnung fehlt ist ein Zwischenboden (Einschub mit USB als Rieselschutz und Kondeswasserauffang).
Möglich ist so ein Aufbau, wenn der Deckenputz in den unteren Räumen wind- bzw. luftdicht ausgeführt ist, die Feuchtebelastung sich in Grenzen hält und der Dachraum gut durchlüftet ist.
Dann kann sich eventuell bildendes Kondensat (das sich auf der USB sammelt) wieder abtrocknen. Besser wäre eine Dämmung mit kapillaraktiven Materialien wie Weichholzfaserplatten oder Leichtlehmschüttung. Damit wird auch der sommerliche Wärmeschutz und der Schallschutz verbessert.

Viele Grüße





Hallo Bibi,

was habt Ihr denn alles genau herausgenommen? Gab es einen Fehlboden oder Lehmwickel? Manchmal haben die Konstruktionen eine aussteifende Wirkung.
Womit war die Decke unten bekleidet und was soll da wieder dran?

Steinwolle o. vgl. ist keine gute Wahl. Neben der von Herrn Böttcher angesprochenen Feuchteproblematik ist die Wolle auch m.E. nicht ausreichend für den sommerlichen Wärmeschutz und auch nicht für den Schallschutz.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Das Haus wurde vor ca. 8 Jahren saniert. Ohne jetzt nochmal im Haus nachzuschauen habe ich mir die Handwerker Rechnungen vom Vorbesitzer angeschaut und die richtige Stelle gefunden. Es wurde von unten an die Balken eine Dampfbremse angebracht. Über die Dampfbremse wurde 140mm Mineralwolle gelegt. Zwischen der Mineralwolle und dem Lehmboden war ein Luftspalt von ca 100mm. Der Lehmboden war mit losen Holzlatten über den Balken fixiert. in etwa so, wie auf meiner korrigierten Zeichnung.

Wir haben eigendlich alles was über den Balken, sprich den Lehmboden inkl. der losen Latten, entfernt.

Meine Frage hat sich aber schon quasi, nach durchsicht der Rechnungen, selbst beantwortet. Unterhalb der Balken ist bereits eine Dampfbremse angebracht.

Die untere Decke besteht aus Gipskartonplatten, die mit Raufasertapete Erfurt 52 beklebt wurde und zuerst mit einem Dispersionsanstrich und dann mit einem Silikatanstrich versehen wurde.

Wenn ich nun eine Dämmung einbringen will, muss ich doch nur die Holräume mit Dämmmaterial auffüllen und kann dann auf die Balken einen begehbaren Boden anbringen?

Liebe Grüße



Ganz erlich..



Du hättest hier vorher Fragen sollen und das Wochenende mit deinen Freunden Bier oder Wein trinken können ohne den Lehmboden rauszuholen. Die Frage ist was willst du erreichen
Der Aufwand jetzt ist größer als der den du hättest wenn du den Lehmboden drin gelassen hättest
selbst die Veränderungen deines Deckengewichts wird dir im Sommer einige(ich hoffe nicht allzu viel) Überraschungen bringen. Du willst dämmen ok, nicht aufzuhalten dies in Deutschland überbewertete Verhalten
so wie es jetzt aussieht benötigst du um das gleiche oder annäherde Ergebnis zu erzielen ein Dämmstoff der schwer und doch leicht, diffusionsoffene und wenn es geht auch noch billig ist. Hab ich sicher auf den Punkt gebracht, oder
Schau dir mal die Datenblätter an von der LLS 300 in meinem Laden an vieleicht helfen sie dir weiter. Von der Wolle würde ich dir, wie auch meine Vorredner, abraten, denn so wie du richtig erkannt hast kann man eine Menge falsch machen bei Fachwerkhäusern. Oder ruf mich an vieleicht kann ich dir weiter helfen. und nichts für ungut für die ersten meiner geschriebenen Sätze
Mit freundlichen Grüßen
die Lehmschwalbe aus der Uckermark
Ralf Pawlik



Mir ist nicht ganz klar



was Du erreichen willst.
Am besten konkretisierst Du Deine Wünsche. Dann werden die Antworten auch besser passen können.
Ansonsten können wir gerne einen Termin vereinbaren. Vor Ort sieht man meist mehr.
Gunther





Hallo zusammen,

um auf eure Fragen zurück zukommen. Der Lehmboden war an vielen Stellen löchrig und marode. Außerdem wollte ich die Gewissheit haben, ob darunter alles in Ordnung ist. Deshalb hatten wir beschlossen den Lehmboden komplett rauszuholen.

Die Kosten für das Material sind erstmal relativ. Was wichtig für uns ist, wie wir es jetzt richtig angehen, nachdem der "Dreck" runter ist.

Die Holzbalken liegen von oben gesehen jetzt frei. Was ich gern von euch wissen möchte, wie ich es richtig angehe. In welcher Reihenfolge was eingebracht werden.

Kann ich für die neue Dämmung, die Skizze, die Herr Kornmayer angehängt hat, als Grundlage nehmen? Also zumindest den Teil der oberhalb der Lattung zu sehen ist? Ist zwingend Notwendig auf Naturstoffe zurück zu greifen? Oder gibt es auch alternativen aus der Industrie?

Sinn und zweck der Übung ist, eine gute Wärmedämmung nach oben hin zu erreichen. Soll ja nicht kalt werden im Winter und die Heizkosten sollen ja auch nicht in die Höhe schießen.





Hallo Bibi,

die Skizze ist schematisch zu verstehen und zeigt das Prinzip eines bestehenden Aufbaus. Gibt es noch den Fehlboden oder wurde restlos alles entfernt und die Balken liegen rundum frei?

Wenn der Fehlboden noch vorhanden ist kann hierauf aufgebaut werden, wenn nicht muss da wieder etwas vergleichbares dazwischen.

Zum Aufbau eignen sich kapillaraktive Baustoffe. Über Material und Stärke des Aufbaus kann man erst etwas sagen, wenn man die Randbedingungen kennt: Du schreibst es handele sich um das alte Schulhaus am Ort, also ist von größeren Deckenspannweiten auszugehen. Dies kann einen erheblichen Einfluss auf das einzubringende Gewicht haben. Auch der Schallschutz ist zu beachten.

Möglich ist hier (statisch bedingt) eine Hanf/Hobelspänemischung, auch eine Zellulose ist bei fachgerechter Einbringung möglich. Ein durchweg risikofreies Industrieprodukt fällt mir nicht ein.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer