Lehmboden ausgleichen und Dämmen




Hallo, es geht um den Dachboden meines 200 Jahre alten Bruchsteinhauses. Nächstes Jahr bekommen wir einen neuen Dachstuhl, dafür möchte ich den Dachboden jetzt schon einmal vernünftig begehbar machen. Der Dachboden ist derzeit unbewohnt und unbeheizt, es ist aber denkbar das er mal ausgebaut wird. Der betroffene Deckenaufbau zwischen 1.OG und Dachboden sieht von unten nach oben wie folgt aus: Rigips, Tragende Balken, auf den Balken latten dicht aneinander und dadrauf Lehm mit Stroh. Die Lehm/ mit Stroh Schicht ist nicht besonders eben. Jetzt ist die Frage wie ich vorgehen soll. Mein erster Gedanke war alles bis auf die Tragenden Balken und den darunter geschraubten Rigips raus und neu machen. Aber jetzt wo ich mir das was genauer angesehen habe habe ich angst das dabei das 1.OG wieder total versaut wird (ist erst seit 1 Jahr komplett saniert). So jetzt überlege ich ob ich alles drin lasse den Lehm/Stroh boden mit Hanf-Leichtlehmschüttung ausgleiche und steropoor (50mm quer und 50mm längs) drauflege und anschließend osb (12mm müsste reichen?) drauf. Was haltet ihr davon? Oder habt ihr andere vorschläge? Steropor wollte ich nehmen weil es günstiger ist als in der gleichen stärke Hanf-Leichtlehmschüttung. Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt, und hoffe auf gute Ratschläge damit ich meine Grobe Vorstellung fachgerecht ausführen kann. Gruß Alex



Dämmung DG Decke



Ich habe vor ein paar Wochen einen ähnlichen Fall gehabt, da wurde auch das Tragwerk erneuert. Der Zimmerer hat statt das alte Pfettendach neu aufzubauen das neue Tragwerk als Sparrendach einfach höher gesetzt, so umging er die Problematik die Sparren mit den alten Deckenbalken zu verbinden. Auf die Außenwände kam eine neue Mauerlatte, darauf dann die Gespärre. So entstand nebenbei eine neue, tragfähigere Deckenebene über der alten.





Obacht. Solltest du Styropor auf den Lehm und darauf noch OSB Platten legen, musst du damit rechnen, daß sich Feuchtigkeit unter dem Styropor bzw unter den OSB ansammelt ( Spiel deinen gedachten Aufbau mal mit einem U-Wert Rechner durch ) Dann gammeln Lehm, Latten & letztlich auch Balken. Solltest du den gesamten Lehm rausreissen, hast du eine Sauerei ohne Ende. Wenn der Aufbau noch stabil ist, so lassen. Evtl eine Lattung machen, dort hinein deine Schüttung, und auf den Latten dann OSB, dann aber mit Hinterlüftung (d.h. nicht randvoll füllen. Feuchtigkeit dürfte dann kein Problem sein bzw kann wegtrocknen.



Lehmboden ausgleichen und Dämmen



Die Lösung mit dem neuen höhergesetzten Tragwerk finde ich ganz gut. Nur wo drüber ich noch nachdenke ist das die Sparren ca 10m lang sein müssen. Müssen die bei der Länge nicht mittig zumindestens einmal aufliegen? Wenn ja komm ich ja wegen dem alten Lehmboden garnicht an eine Tragende Wand dran...

Zu Pelvis Beitrag: Da werden Sie wohl recht habe das bei dem aufbau osb auf steropoor auf lehm feuchtigkeit entsteht. Ihr Vorschlag mit der Lattung und der Schüttung ist da wohl schon angebrachter, wobei ich ja dann auch Mineralwolle nehmen könnte... Nur dann müsste ich die Lattung auf dem buckeligen Lehmboden ausrichten. Da wüsste ich dann auch nicht genau wie ich das machen sollte.

Gruß Alexander



Dachtragwerk



Sparren kann man mit einer Kehlbalkenlage verstärken.