Ziegelstein anstatt Lehm bei Denkmalschutz




Hallo!

Ich plane gerade einen Umbau und die Sanierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses. Die Gefache sind alle mit Lehm gefüllt. Die Außenhaut des Gebäudes ist komplett verschiefert. Ist es möglich, die Gefachausbildung mit Ziegeln durchzuführen? Oder werde ich da Probleme bezüglich des Denkmalschutzes bekommen auch wenn das Gefach nicht sichtbar ist?
Halten meine 15/15 Balken diese Last dann aus, wenn es möglich sein sollte, die Gefachausbildung auszutauschen oder muss ich zusätzlich einen Statiker zu Rate ziehen.
Gibt es möglicherweise noch andere, vielleicht auch "moderne" Baustoffe, die ich verwenden kann?



Aus



bauphysikalischen Gründen passen Lehmsteine besser als gebrannter Lehm. Die Lehmsteinen sind elastischer und wirken feuchtigkeitsregulierender als Ziegel.

Warum wollen Sie den Lehm ersetzen?

Gerd Meurer



Ziegelstein statt Lehm



Gegenfrage: Warum wollen Sie die Lehmausfachungen gegen Ziegel austauschen? Kostengründe oder einfach Vorurteile gegen Lehm? In den Objekten, die ich bisher saniert habe waren die Kosten für die Reparatur der alten Gefache meist unter denen, was eine Neuausfachung kostet. Bei Neuausfachungen mit Lehmsteinen hat man dazu den Vorteil, daß sie wesentlich leichter an die Gefache anzupassen sind, abgesehen von den bauphysikalischen Vorteilen, zu denen hier schon genug geschrieben wurde.

Auch zu den "modernen" Baustoffen wie den wunderbaren Porenbeton gibt es bereits genug Beiträge hier im Forum, da wäre Ziegel dann wirklich noch die bessere Lösung.

Prinzipiell ist es so, daß das Denkmalamt keine Einwände gegen Ziegelausfachungen haben wird und wahrscheinlich wird sich auch von der Statik nicht viel ändern, je nach Dichte des Ziegels. Ich hoffe jedoch daß Sie hier im Forum noch etwas Nachforschen und sich doch noch für Lehm als Baustoff entscheiden.

Vorweihnachtliche Grüße aus Unterfranken
Herbert



Vielen Dank für die schnellen Antworten



Prinzipiell ist es so, dass ich momentan noch im Anfangsstadium der Sanierungsphase bin. Ich hatte stellenweise schon tiefe Löcher im Lehm entdecken können, so dass ich mich grundsätzlich im Vorhinein schon mal erkundigen wollte, was alles auf mich zukommen könnte.
Im Prinzip wäre es für mich nur ein Problem der Finanzierung die kompletten Gefache zu öffnen und wieder mit Lehm zu füllen.



Aus Erfahrungen



die ich gerade mache, kann ich guten Gewissens behaupten, dass die Reparatur der Lehmgefache sehr!! günstig ist. Man muss nicht einmal zwingend das ganze Gefach ausräumen. Was bei der Reparatur einer Ziegelausfachung wohl notwendig ist. Jedenfalls sagte man mir das so.

Unser Maurer berechnet "kleines" Geld für seine Arbeit, leistet aber "Großes". Ich bin da wirklich überrascht; auch weil ich vor Beginn der Arbeiten einige Kostenvoranschläge hatte, die wesentlich höher lagen. Bei Bedarf bin ich gerne bereit, nähere Auskünfte per PM zu geben.

Bei uns ist das so, dass wir zusätzliche Mittel von der Denkmalpflege direkt erhalten werden, weil wir mit der Sanierung so nah wie möglich am Original bleiben. Was auch nicht unerheblich ist, abgesehen von den guten Eigenschaften des Lehms.

Herzliche Grüße
Ulrike Nolte