Guten Tag und eine Frage.




Liebe Forumsgemeinde, hallo zusammen,
mein Name ist sichtbar, hoffe ich.
Ich besitze ein Bauernhaus, typisch mitteldeutsch: (sparsames)Natursteinfundament, EG Wellerlehm und OG Fachwerk.
Das Haus wird derzeit komplett saniert. Teils Firmen, teils in Eigenleistung (ich bin vom Bau).
Derzeit in Diskussion mit Architekt und diversen Fachleuten:
Wie erneuere ich die Fensterlaibungen im Wellerlehm???
a) Lehmsteine(Leichtlehm?) mit Lehmmörtel
b) Lochziegel oder Vollziegel Luftkalk
c) Lochziegel oder Vollziegel Kalk-Zement Mörtel
Lehm klingt erst mal logisch, hat das Problem der langen Trockenzeit, geringen Festigkeit und des Schwindens. Vorteil: kein Mischmauerwerk
Ziegel: quasi genau das Gegenteil des Obengenannten.
Dampfdiffusionsoffen sind beide Werkstoffe.
Was ist ihre/eure Meinung?

Gruß
KHS



Hallo Karl-Heinz,



zunächst einmal gestatte ich mir das "Du".

Lehmwellerbau schreit nach Lehmputz, wie Du schon angemerkt hast: kein Mischmauerwek. Lehmputz trocknet doch sehr schnell.

Das Schwinden von Lehmputz lässt sich durch Nachverdichten in sehr geringen Grenzen halten, mehr noch: Da schwindet nichts.
Nachverdichten meint: Während der Trocknung immer wieder mit der Glättkelle mit viel Kraft nachdrücken, verdichten...und das heisst gleich am nächsten Morgen zur Kelle greifen. Einmal reicht eigentlich schon, aber je öfter je besser.
Bin mal gespannt, was Dein Architekt dazu sagt...

m.E. beste Lösung...J.



Fenster



Fensterstock aus Holz ?



Ich habe mich



berufsbedingt eine Zeit lang in Sachsen-Anhalt und Nordthüringen rumgetrieben. Mir sind die traditionell mit Vollziegelmauerwerk ausgeführten Fenster- & Türlaibungen bei Stampflehmhäusern aufgefallen.
Gruß
Ralph Schneidewind





Danke für die Antworten. Gerne auch per Du ;)
Ich muss noch mal präzisieren: es geht nicht um den Putz sondern um das Mauerwerk, die Fensterlaibung. Die alten Holzrahmen waren im Unteren Drittel verrottet, deswegen wurden sie bereits bis auf den „Sturz“ entfernt. Aus meiner Sicht machte es nur Sinn Holzrahmen zu verwenden, wenn die Wand neu aus Wellerlehm gebaut werden würde und die Rahmen gleich mit in den Lehm beim Aufbau der Mauer eingefügt/eingewellert, so wie es beim Bau auch gemacht wurde. Die neuen Holzrahmen müssten trotzdem irgendwie eingemauert werden, ums Mauern komme ich so oder so nicht. Übrigens spreche ich von Wellerlehm. Wellerlehm ist nicht Stampflehm. Bei letzterem wurde/wird eine Schalung, bei ersterem keine, verwendet, um nur einen Unterschied zu nennen, bitte nicht verwechseln!

Der Architekt sagt: am besten Lehmsteine verwenden aber es gibt schon mehrere jahrzehntealte Ausbesserungen mit Backstein und Kalkmörtel, die immer noch gut aussehen und offensichtlich funktioniert haben bzw. es immer noch tun, keine Risse nix. Warum also nicht Backstein bzw. Ziegel mit Kalkmörtel, da muß ich mich nicht mit einem weiteren Werkstoff vertraut machen, das dauert auch wieder und ist nur wenn einzige Option sinnvoll. Bei Lehm und auch beim Ziegel würde sich auch noch die Frage stellen, ob Vollstein oder Lochstein bzw. Leichtlehmziegel. Die Fassade wird übrigens mit Kalkputz verputzt (Auflage Denkmalamt), was auch nicht gerade für die Lehmlösung spricht.



Hallo Karl-Heinz,



noch mal zum gemeinsamen Verständnis,

Wellerbauweise meint: Srohlehm wird geschichtet und dann mit dem scharfen Spaten auf Wanddicke abgestochen.

Somit lässt sich in dieser Bauweise nichts nacharbeiten, da ja die Wand neu konstruiert werden müsste.

Eine Reparatur mit Srohlemputz käme demnach der ursprünglichen Bauweise am nächsten und dieser Putz kann natürlich wahlweise eine sehr große Schichtdicke haben.

Putz ist dafür eher ein Wort, jedes Ding braucht einen Namen aber je nach Zusammensetzung von Stroh und Lehm lassen sich steinbreite Ausbrüche füllen.

Da kommen auch schon mal etwas längere Trocknungszeiten vor aber der Sommer ist jung und nach einer Woche sind auch diese auftragenden Materialstärken trocken.

Gruß Jürgen





Hallo Jürgen,
ja füllen sicher bei Fehlstellen. Aber ich muß noch mal min. ca. 20-30 cm umlaufend von der Laibung wegnehmen und erneuern (sorry, das hab ich noch nicht erwähnt). Vor allem in unteren Drittel ist es schadhaft. Das geht nur mit Steinen weil auch statische Funktion.
Also welche Steine welcher Mörtel? :)



Herstelleangaben



wenn ich die lese, kann ich weder schwere Lehmsteine (ca.1800kg/qm)noch Leichtlehmsteine verwenden. Erstere sollten im Außenbereich nicht eingesetzt werden letztere nur für nichttragendes Mauerwerk.
Also ich werde Ziegelsteine, Blockziegel 2DF, mit Luftkalkmörtel (Weißkalkhydrat+Sand+Wasser) verwenden und berichten wenn es so weit ist.

Gruß
KHS