Lehmwände im ersten Stock ?

07.05.2010



Moin,
hat jemand von euch Erfahrung mit Lehmwänden im ersten Stock wir planen ein Lehmhaus in Neu Seeland. Es wird auf einer Terrasse am Hang entstehen und hat einen wunderbaren Blick auf bewaldete Hügel.
Trotzdem wir Menschen kennen die schon Lehmhäuser gebaut haben kann uns keiner mit Erfahrung sagen wie man die Last einer Lehmwand im Obergeschoss am besten Abfängt.

Der Raum ist quadratisch mit je 5m lang und 2m Wandhöhe. Der hohe Giebel soll mit Holzverschalt werden und muss deshalb nicht mit Lehm gefüllt werden. Holz Rahmenbau sollte da ausreichen.
Eine Wand müsste über die gesamte Länge ohne Stütze in der Mitte auskommen. Reichen da zwei aufgedoppelt Balken oder sollte ich lieber einen I-Träger aus Stahl einsetzen?
Zudem überlegen ich ob es sin macht eine Fachwerk zu Bauen um den Lehm oben mehr halt zu bieten und um die entstehenden Kräfte besser ableiten zu können.
Wie verhält es sich mir Erdbebensicherheit. ?

Habt schon mahl vielen Dank für eure Hilfe.

Jo





Meine Vorschläge:
- einfache Planung, damit Wand auf Wand kommt und nicht solche Wände freitragend über derartige Spannweiten zu stehen kommen - vor allem, wenn es massiv gebaut werden soll. Vielleicht liegts da schon im Argen. Es gibt viele bewährte Grundrisse, die solche Probleme vermeiden - man muss ja nicht immer alles neu ausprobieren.
- Trockenbauweise möglich? Viel leichter.
- man könnte ein Sprengwerk bauen, das im Lehm verschwindet, mit einer Schwelle als Zugband. Allfällige Türdurchbrüche müssten dies berücksichtigen.

Frag doch mal einen Architekten, Planer oder Statiker, das ist deren Job.
Bei Neuplanung nicht nur mit selbstgezeichneten Plänen kommen, sondern mit einer möglichst detaillierten Anforderungsliste, was man möchte (Wohnküche mit Tür zur Garage, Abendsonne am Essplatz, usw.)
Warum willst Du Lehm? Tolles Material, aber man ist nicht ganz "frei" in der Planung. Wenn man Stahlträger verbauen muss ist etwas falsch.
Nicht zuletzt: Gibts da unten Unternehmen, die das auch fachgerecht ausführen können, oder machst Du alles selber?



Danke ihnen



Wir wollen so viel wie möglich selbst machen, daher auch der Lehm als Baumaterial. Zudem bietet er tolle Möglichkeiten im Bauprozess.
Ich habe schon eine mögliche Lösung gefunden die den Grundriss beim alten lässt aber nicht so eine hohe Last aufweist.
Am ende muss selbstverständlich ein Architekt über alles einen Prüfenden und verfeinernden Blick werfen. Aber das selber entwerfen macht einfach zu große Freude als es abgeben zu wollen.

Vielen Dank ihnen Herr Paulsen





"Das selber entwerfen macht einfach zu große Freude als es abgeben zu wollen."
Diese Freude kann ich nachvollziehen und sie sei Dir unbenommen, nur ist die Welt nicht so einfach. Auf dem Papier funktioniert vieles besser als nachher im Alltag. Und für alltagstaugliche und gut zu bauende und zu nutzende Grundrisse braucht es Berufserfahrung.

"Am Ende muss selbstverständlich ein Architekt über alles einen Prüfenden und verfeinernden Blick werfen"
... beziehungsweise dem Hobby-Planer schonend beibringen, dass das Ganze ein Murks ist und so nicht geht, weil ...

Ich glaube, man muss in dem Bereich wirklich eine ganze Weile gearbeitet haben, um zu verstehen, was man alles können muss, um gut zu sein. Damit will ich nicht sagen, das Laien prinzipiell keine guten Pläne machen können, aber so einfach wie auf der Schachtel mancher Home-Design-Software beschrieben ist es nun doch auch nicht.

Dann kommt noch das Kapitel Ausschreibung und Ausführungsplanung. Gibt im Unglücksfall Grundlage für lustige Diskussionen, wenns dann in der Praxis nicht klappt - wer ist schuld?



Moin Jo,



alle Lehmhäuser, die ich in Erdbebengebieten im Fernsehen gesehen hab', waren eingefallen....

Ausführliches zum Thema kannst du dir hier runterladen:

http://uvka.ubka.uni-karlsruhe.de/shop/product_info.php/info/p12253_Schadensanalyse-von-Bauwerken-in-Indonesien-nach-einem-Erdbeben--Band-7-.html

Vielleicht beantwortet es ja deine Frage....

Gruss nach downunder, Boris

P.S. Mir hat es geholfen die ca. 5500€ zu verschmerzen, die uns unsere Eisenträger gekostet haben....Erdebebengebiet halt....aber ich schlafe besser.





Lieber Jo,

Wer nicht davon lebt, andere Leute Häuser zu planen, ist Freizeit- oder eben Hobbyplaner. Das ist noch keine Wertung, sondern eine Feststellung. Die Wertung erfolgt dann ganz unparteiisch durch das Werk selbst.

" ... da weder ich noch Sie Wissen können wie viel Erfahrung hinter einer möglicherweise simplen Frage steckt ..."
... ich bin der Meinung, das gehe aus dem Zusammenhang, und zwar ziemlich gut. Weder Hobby- noch Profiplaner sollten über 5m freitragende Wände planen, ohne sich *vorher* Gedanken darüber zu machen, wie und womit das statisch gehen soll.

Es liegt nicht in meiner Absicht, Sie oder sonst jemanden zu disqualifizieren; aber wer nicht hart im Nehmen ist, der hats in sachbezogenen Foren nicht leicht.