Trockenbau im Bad




Hallo liebe Fachwerker,

wir sind nun endlich nach einem Jahr des Wartens fast beim Baubeginn angekommen - es muss nur noch Frühling werden!
Unser Architekt, der sehr erfahren ist in der Altbausanierung und im Fachwerkbau, hat für unser Badezimmer eine Trockenbaukonstruktion vorgesehen, die aus Gipskarton bestehen soll und so natürlich die Fachwerkinnenwände verbaut.
Ich habe ein wenig Bauchschmerzen dabei, ohne ihm aber sagen zu können, warum das ungünstige Auswirkungen haben könnte.
Kann jemand weiterhelfen?
Was wäre eine "ökologischere" Alternative? Im Prinzip würde mir eine Lehmbauplatte gefallen, aber kann man diese gegen die Feuchtigkeit schützen?

Vielen Dank,
Stefan Dirlich



Badwände



Hallo
hier im Forum einfach suchen
und da findet sich einiges, das zu deinen Fragen gehört

mfG

Florian Kurz





Hallo Stefan Dirlich,
auch ich hätte Bauchscmerzen, wenn ich als Planer eine Trockenbaukonstruktion aus Gipskarton in einem Fachwerkhaus vorsehen würde. Diese Ausführungsart gehört eher in den sozialen Wohnungsbau. Jedoch möchte ich Ihrem Architekten nichts unterstellen. Insbesondere auch, weil mir detaillierte Ausführungsdetails nicht vorliegen.
Lehm bewährt sich natürlich auch in einem Bad, insbesondere weil dadurch die Dampfdiffussionsfähigkeit der Wände gewährleistet wird. Ein entsprechender Wandanstrich z.B. mit einer Kalk-Kaseinfarbe tut ihr übriges. Fliesen sollten, damit habe ich seit Jahren gute Erfahrungen gemacht, nur im Nassbereich angebracht werden. Wie in jedem Bad ist natürlich auf einen nötigen Luftaustausch zu achten.
Möchten Sie die Qualität Ihres Bades steigern, ist Tadelakt im Nassbereich eine schöne Alternative, die Kosten sind jedoch um einiges höher.

Mit besten Grüßen aus Köln


Bernd Kibies



Trockenbau im Bad



Bezieht sich die Erfahrung eures Architekten auf gerichtliche Vergleiche? Vielleicht sind Sie seine nächste Erfahrung.
Bei Gipskartonarbeiten im Fachwerkbereich habe ich zwar keine Bauchschmerzen, aber dafür einen unwiederstehlichen Brechreiz.
Ihre Idee mit der Lehmbauplatte sagt mir, daß Sie einen natütlichen Instinkt für die richtigen Materialien haben. Suchen Sie sich unter den Communitymitgliedern einen Lehmmenschen aus Ihrer Nähe und lassen sich einmal die Alternativen und Vorteile gegenüber Giopskarton erklären.
Vorab würde ich den Ratschlag von Florian Kurz beherzigen.
Das bild zeigt ein Badezimmer, dessen Wände und Decke mit Lehm verputzt wurden.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Lehm oder nicht Lehm



Hallo
Aufgepasst!
Meines Erachtens sollten wir den Frage:
"Lehm oder nicht Lehm"
nicht auf so eine schwammige, schwabbelige Grundlage wie
eine Art Weltanschauung stellen!
Lehm hat nichts mit "grün" mit "öko" oder mit gestrickten Socken zu tun!
Und nicht alles was den Namen "Lehm" in sich trägt ist von sich aus zu empfehlen.
Man muß die schlichten Vorteile eines Baustoffes rein von der Qualität her bestimmen - allerdings auch kennen. Und das Warum und Wieso!!!!

Und der Innenausbau / an Aussenwänden von Fachwerkhäusern mit Plattenwerkstoffen mit einer sich dahinter entstehenden Luftschicht (noch im Innenbereich) ist Gift für das Bauwerk - schlicht und ergreifend.
Die Vorteile des Lehms - auch ohne esoterisches Geplänkel - sind einfach vorhanden und nicht wegzudiskutieren mit Argumenten: "Das ist zu teuer!!"

Wenn es eine gleichwertige Alternative - wohlgemerkt: GLEICHWERTIG - dann kann sie ihre Daseinsberechtigung haben. Unter Abwägungen der Vor und Nachteile wird man bei fachlicher Diskussion eben in den meisten Fällen auf mE vernünftige Baustoffe und Bauformen kommen.
Wenn nur mit den Argumenten: Preis, Zeit oder "Geschmack" gearbeitet wird, wird meistens die Nachhaltigkeit vernachlässigt - die Dauer, die ein Baustoff, ein Bauteil gesund mit dem Bauwerk verhaftet bleiben kann.

Und das sind die Baustoffe, die wir eben aus den "alten Hütten" kennen!
Die neuen Baustoffe werden ja schon nach 5 - 15 Jahren ihr wahrtes Gesicht zeigen - und es wird dann im Endeffekt immens mehr kosten, als es gleich richtig zu machen!

Mein Motto:
"Entweder richtig - oder bleiben lassen"
"Wenn gespart werden muss - nicht an der Qualität - sondern an den Ansprüchen"

In diesem Sinne

Schöne Grüße in alle Welt
von Frankreich über Belgien und Polen nach Österreich und Italien

Florian Kurz



Also danke erst einmal...



...für die Antworten.
Das Forum hatte ich vorher schon gefragt - ohne großen Erfolg, vielleicht war mein Suchwort aber nicht so passend.

Jetzt fühle ich mich in meiner ablehnenden Haltung gestärkt. Unser Architekt hat allerdings keineswegs vorgeschlagen, alle Wände "einzugipsen" - es ging nur um die Vorwandinstallation im Bad. Ansonsten gibt es Lehmziegelinnenwände vor den Außenwänden zur Wärmedämmung mit Wandheizung.

Aber jetzt bin ich mir sicher, dass es auch im Nassbereich Lehm sein kann und soll.

Beste Grüße aus dem verschneiten Sachsen,
Stefan Dirlich



@



Hallo Stefan Dirlich,

nachdem sich die vorangegangenen Beiträge so löblich für Lehm eingesetzt haben, traut man sich ja kaum, eine abweichende Antwort zu geben.

Wenn Sie Lehm favorisieren, dann will auch ich Sie darin bestärken. Das ist aber eher eine grundsätzliche Entscheidung. Bauliche Probleme wird es bei fachgerechter Ausführung auch mit Trockenbausystemen nicht geben, zumal wenn es sich um Innenwände (nicht Außenwände innen) handelt.

Die Sache mit dem Brechreiz von Harald Vidrik verwundert mich ein wenig. Zum Glück sind nicht alle Zeitgenossen so empfindlich. Es gibt einfach unterschiedliche Herangehensweisen. Das abgebildete Bad spricht für sich.

Rudolph Koehler