Alten Lehm wiederverwenden ?

31.01.2008



Hallo...

Ich war eigendlich der Meinung das man alten Lehm, den man
als Putz von den Wänden runterholt wiederverwenden kann.
Also hatte ich angefangen, den Lehm strikt von anderen Abbruchmaterialien zu trennen. Aber nun habe ich hier mitbekommen, das das wohl doch keine so gute Idee ist ??
Ist das generell nicht geeignet, oder wie verhält sich das ? Ich war immer der Meinung das alle die ihre Fachwerkhäuschen sanieren den Lehm wiederverwenden. Ist doch zum wegschmeissen eigendlich viel zu schade...
Bin jetzt total verunsichert wie weiter vorzugehen ist.
Kann mir das jemand genauer erklären ?

Lieben Gruß,
Bernd Höpner



bin gespannt...



auf die Antworten.
Denn die Kommentare unter meinen Bildern, die vor der Wiederverwendung warnten, haben mich etwas erschreckt, um es mal so auszudrücken.
Immerhin haben wir ja schon einen Bau nach diesem Prinzip erstellt.

Viele Grüße
Silke



Gut getrennt ist halb gewonnen



Hallo Bernd Höpner

Sicher kann man den Lehm wieder verwenden, man muss nur darauf achten, dass er nicht aus mit Schimmel oder pilzbefallenen Stellen der Gefache ist.

Wir haben z.B. Lehm aus einer Deckenfüllung trocken aufgehoben und diesen zum Ausbessern des Unterputzes einer zum Teil freigelegten Fachwerkwand benutzt. Auch hatte mein Mann schon vor einigen Jahren Lehm aus einem abgerissenen Fachwerkhaus geholt und diesen dann als rustikalen Putz für den Flur unserer "Noch"-Eigentumswohnung benutzt. Dieser Lehmputz ist jetzt schon seit bald 8 Jahren auf den Wänden und wir haben keine Probleme damit.

Gruss
Marlene



jederzeit verwendbar



hallo Bernd,
Lehm hat den Vorteil, dass er seine Festigkeit nur durch Trocknung erhält. Wird er nass, kann er jederzeit erneut verarbeitet werden. Natürlich ist es immer besser, wenn er sauber von organischen Stoffen getrennt wird, ausser den sauberen Beimischungen wie im Faserlehm oder auch im Strohlehm.
mit lehmigen Grüßen
Lothar Hunziger



Wir raten im gewissen Maße ab!



Falls der Wissende weiß, was Lehm alles kann, der wird sich die Antwort selbst geben können.

Ein sortenreiner Wiedereinsatz sollte aus unserer Sicht nur im trockenen geschredderten Zustand als untergeordnete Füllmasse erfolgen (Decken).
Wenn man doch den aufgemaukten Rückbaulehm als Mörtel oder Putz wiedereinsetzen möchte, so sollte er stets mit Frischmaterial (Strohlehm-Grundputzen) beigemischt verwendet werden.

Verlehmte Grüße

Udo



Wir haben den Lehm



aufgehoben, den wir in den Zimmern von den Wänden geholt haben. Mal mit mehr mal mit weniger Stroh drin. Also Quasi den alten Innenputz.

Nun muß ich dazu sagen, das dies meine ersten Versuche in diese Richtung sind, und ich noch nie mit Lehm gearbeitet habe. Mir fehlen also völlig die Erfahrungen, wie zB. damit umgegangen werden muß, wie man ihn wieder Einsatzfähig macht, usw. Muß ich den Lehm völlig kleinmachen, und von den Strohresten trennen ?

Heute haben wir die Räume weiter entkernt, und sind auf einige interessante, aber auch auf einige nicht so schöne Entdeckungen gestoßen. Werd ich morgen mal Fotos von machen...

Gibts vielleicht wen, aus meiner Umgebung, mit dem man sich mal bei ner Tasse Kaffee zusammensetzen und austauschen kann ? Mich würde zB. auch interessieren, wo ich hier in der Umgebung Lehmprodukte herbekommen kann.


lieben Gruß,
Bernd



gespräch finden!



Bin noch online und in der Nähe vom Telefon.
Kannst noch anklingeln, wenn Du möchtest.
Helfe gern zum ersten aus der Ferne per Draht.
035936-45398

Aktive Grüße

Udo



aufgehoben...



Hallo Bernd!
Wir haben auch unseren Lehm aufgehoben - aber nur den, wo wir wussten, dass da vorher keine Rigipsplatten dran waren - denn diese Wände waren ja schimmelig.
Somit konnten wir nur von einer Hausseite (wie auf den Fotos zu sehen) recyceln - ich habe erst den Farbanstrich abgetragen und verworfen - anschließend folgte der teilweise 3cm starke Gipsputz - auch der kam weg. Erst der darunter zum Vorschein kommende Lehm den haben wir benutzt und mit frischem Lehm sowie Stroh vermengt.

Gleiche Vorgehensweise haben wir auch im "alten" Haus getan - und sind damit gut gefahren.
Unser damaliger Putz-Aufbau sah so aus: 1 Mischung mit altem Putz und wenig neuem - eine Mischung halb und halb und eine Mischung frisches mit wenig altem. Neuen Lehm hatten wir übrigens selbst ausgegraben (ca. 1m unter der Grassohle)
Damals gab es dieses tolle Forum noch nicht - und wir hörten erst, als die ersten Schichten Putz an der Wand waren, dass wir hätten Mist, Quark oder Aspirin (!) unter rühren sollen, damit der Putz nicht schimmelt - hier weiß ich nicht, ob diese Infos heute noch aktuell sind.
Wir standen ziemlich ratlos vor unseren halbfertigen Wänden und fragten uns: "wat machen wir nun"? Denn eine Schimmel-Problematik konnten wir uns auf Grund meiner Allergien nicht erlauben. Dies war ja auch der Grund, warum wir weg von den modernen Baustoffen hin zu den alten gekommen waren.
Eines Morgens beim Auswaschen der Thermoskanne ist mir dann eine Idee gekommen: die Zahnputzreiniger, welche ich zum sauber machen der Kanne benutze, können so giftig ja nicht sein, weil der Prothesenträger sie ja auch in den Mund nimmt - gesagt, getan: alle Wände prophylaktisch mit diesen Tabs abgewaschen - ob wir deshalb heute keinen Schimmel haben? Keine Ahnung...
Jedenfalls haben die beim Discounter angesichts der Berge an Tabs, welche da auf dem Band lagen, schon etwas irritiert geschaut :-))

Nochmal ganz deutlich: ich bin Laie und keine Fachfrau!!

Viele Grüße
Silke



die entscheidung steht jedem frei



aufheben o. neu ist genauso wie die dikussion neuwagen oder gebrauchtwagen

wer sich entscheidet für neu kann bei ausgehobenen lehm gratis bekommen - tel. 0172 3258258





Ich habe es ähnlich gemacht wie einige "Vorredner" hier.

Den ausgebauten Lehm habe ich aufgehoben um ihn eventuell (oder auch tatsächlich) wieder zu verwenden.

Beim Ausbau habe ich allerdings "peinlichst" darauf geachtet, nur das aufzuheben was aus meiner Sicht "in Ordnung" war.
Frei nach dem Motto: "Die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen" (Grübel, war das so???).

Na egal. Alles was nur ansatzweise moderig, schimmelig oder eben nicht nach Lehm gerochen hat, habe ich verworfen.

Alles andere wurde aufgehoben und teilweise auch schon wiederverwendet. In erster Linie als "Mörtel" für die neu eingesetzten Leichtlehmsteine (dann aber nochmals mit Stroh versetzt um ausreichend "Rauhigkeit" als mechanische Haftung für nachfolgenden Kalkputz zu bekommen), oder wo möglich, als Lehmbewurf für die Stakung!

Bisher hatte ich mit dieser Vorgehensweise keinerlei Probleme.

@Udo

Deine Bedenken klingen relativ konkret.
Was befürchtet ihr, durch die Verwendung von Rückbaulehm auszulösen?

@heiko

Seh ich etwas anders.
Als "FachwerkhausbesitzerRenoviererInstandsetzerundwasweißichnoch" halte ich Lehm für einen sehr wertvollen Baustoff, der sehr einfach zu Verarbeiten ist, heutzutage aber nur teuer zu erwerben ist (wenn man keinen hat). Was ich habe, brauche ich nicht zu kaufen. Ganz einfach!
(Okay, wenn ich schon ein Auto habe, brauch ich auch kein neues, gell?)

Nordhessische Grüße
Martin



Lehm aus zweiter Hand



Eigentlich kann man Lehm immer wieder verwenden,jedoch sollten ein paar Sachen beachtet werden:
Ist der Lehm verunreinigt?
Ist ewt Lehm mit Salzen belastet? ( Bausalzanalyse erforderlich)usw.
Mfg Matthias