Leichtlehm mit Styropor?!

17.07.2008



Hallo,

gerade Mitglied geworden - und schon die erste Frage...! ;)

Wir haben davon gehört, dass man Lehm mit Styroporanteilen versehen kann, um die Dämmleistung zu erhöhen.

Mal abgesehen davon, dass ich den Lehm nur ungern mit "Plastik" verunreinigen würde - ist das sinnvoll? Wenn dadurch tatsächlich ein höherer Dämmwert erzielt werden könnte, ohne die Diffusion zu beeinträchtigen, wäre das doch eine tolle Sache! Warum hört man praktisch nichts davon?

Wir sind noch in der Planungsphase und versuchen, erstmal einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zu bekommen. Für sämtliche Infos und Tipps sind wir sehr dankbar!

Tintom



Leichtlehm mit Styropor



Gibt es denn jemand, der Ihnen dieses Produkt angeboten hat?
Dann soll er Ihnen auch die Verwendbarkeit in Form einer Einzelzulassung und die Eigenschaften nachweisen.

Ich kenne diese Materialkombination jedenfalls nicht.
In den Lehmbauregeln ist sie auch nicht enthalten.
Persönlich halte ich von dieser Kombination nichts und würde sie auch nicht einsetzen.
Warum:
Schon die Herstellung und Verarbeitung wird Probleme bringen. Die leichten Kügelchen homogen einzumischen, ist ein Problem, Styropor nimmt so gut wie kein Wasser an.
Um ein tragfähiges Gerüst zu schaffen, kann ich nur wenig von den weichen Material zugeben, dann ist die Dämmwirkung aber unerheblich.
Davon abgesehen glaube ich, das so was im Lehm nichts zu suchen hat.

Viele Grüße



Styropor im Lehm?



Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

So was in der Art haben wir uns auch schon gedacht.

Angeboten hat man es uns nicht, aber wir haben das hier gefunden:

www.mdr.de/einfach-genial/erfindungen/themen/1800538.html

Ich dachte, ich hätte diese Firma auch schon hier im Forum mal gesehen, aber vielleicht irre ich mich auch...

LG,

Tintom





"zu Gast bei einem "Lehmbauern" aus Stendal. Er setzt dem Lehm nicht nur Stroh, sondern auch noch geschredderte Styroporabfälle zu."

wasn da los bei euch im Osten!

Tipp; gebt unter den Lehm etwas Plutonium und ihr spart Geld bei der Zimmerbeleuchtung!!?


schöne grüße ausm Westen



Styropor



ist aufgrund seiner Eigenschaften bei Wasserdampfdiffusion und im Brandfall als Dämmstoff denkbar ungeeignet, auch als Lehmbeimischung bleiben diese negativen Eigenschaften erhalten. Ich halte das ganze lediglich für eine getarnte Sondermüllbeseitigung.
Zumal es ja mit Blähton und Glasschaum bereits bewährte Leichtlehmprodukte gibt.
Aber die Idee mit dem Plutonium ist angesicht der steigenden Stromkosten mal ne genauere Betrachtung wert.
;-)))
Strahlende Grüsse
dasMaurer





Glaube sogar, daß das funktioniert,
rein technisch gesehen.
Die Dampfdiffusion wird nur marginal beeinflußt,
man zieht ja keine Folie ein,
und was soll denn im Brandfall passieren?
Die Kügelchen schmelzen, der Lehm bleibt stehen.

Trotzdem ekelhaft.

Wenn es nach Styropor aussehen soll,
kann man auch Perlite nehmen. ;-)

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Leichtlehm mit Styropor



Da noch Stroh im Lehm ist, mag das von der Mischung her funktionieren.
Ich halte es trotzdem für den Einbau von Sondermüll und würde es nicht empfehlen.
Genauso gut kann ich mir Styroporkügelchen unter den Kartoffelbrei rühren, um Kalorien zu sparen. Funktionieren wird es, essen kann man es, aber wer mag so was schon?

Viele Grüße



Lehm ist ein geduldiger Baustoff. Man kann ihn mit "fast allem"



mischen. Ob es allerdings Sinn macht, Styropor beizumischen wage ich zu bezweifeln. Wenn,dann evtl. aus brandschutztechnischen Gründen. Styropor verfliegt mit den Jahren sowieso. Ich glaub das ganze ist ein "Marketing-Gag " einer lehmbauenden Dame im Osten, die Presseberichte braucht?!



Fündigkeit



Wir hatten bereits Kontakt mit Frau Schleusner und sie war mit einer Produktauswahl bei uns eingeladen.
Dabei wurden auch die hier angesprochenen Materialien mit Styroporanteilen präsentiert.
Nach Sichtung des ganzen, brachten wir aber unseren Mißmut über diese Materialmixe zum Ausdruck und fanden zu einer guten konstruktiven Basis.
Vor- und Nachteile wurden dabei erläutert.
Sie bekräftigte uns dahingehend, dass es sich dabei um einen Kundenwunsch gehandelt zu haben.

Aus unserer Sicht ist aber eine derartige Integration der geschredderten Styropormaterialien in einem Naturbaustoffmaterial eher als kritisch zu betrachten, schon aus der Sicht heraus, dass derartige Produkte (Styropore) in keinster Weise in geschlossenen Räumen mechanisch bearbeitet (gesägt, geschnitten, geschliffen, getrennt mit Widerstandsschneidegerät) werden dürfen. Atemmaske ist dabei Vorschrift!
Und wenn das bereits bekannt ist (Doch wer hält sich in der Praxis daran!?), dann stellt sich hier die Frage, wie sieht es mit den zerkleinerten Restern aus und den damit verbundenen Ausgasungen.

Hier der Kontakt:

Lehmbau-Schleusner
Petra Schleusner (Lehmbaustoffe)
Altes Dorf 38-39
39576 Stendal

http://www.lehmbau-schleusner.eu/6.html

Für Ihre eventuellen Überlegungen wäre hier ein Produkt von Thilo Schneider Lehmbaustoffe eher denkbar.
http://www.lehmbau-ts.de/justorange.cms/56_Leichtlehmischung.html

Viel Spaß beim weiterstöbern und der Nutzung von Fachwerk.de.

Grüße Udo Mühle



Danke!



Hallo,

vielen Dank für die vielen Antworten!

Wir fanden die Vorstellung von Styropor im Lehm ja auch sehr suspekt und haben uns selbstverständlich für einen "reinen" Lehm mit Strohhäckseln entschieden.

Die ersten Wände sind verputzt - jetzt muss es nur noch trocknen... ;)

Herzliche Grüße

Tintom





Würde wenn man mit Lehm dämmen will nicht der Lehm gehen der mit Stroh versehen ist? Wäre natürlicher wie Plastik...